50 Jahre nach dem Brandanschlag 

Ausstellung zur Erinnerung an antisemitisch motivierte Attacke – Tat immer noch nicht aufgeklärt

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Die Installation von Christian Springer und der Initiative „Schulterschluss“ gibt nun Auskunft über die Abläufe des Geschehens, hält das Andenken der Opfer wach und ist gleichzeitig Mahnung für die Gegenwart. 

Genau heute vor 50 Jahren wurde ein Brandschlag auf das jüdische Gemeindehaus. verübt. Eine Ausstellung am Gärtnerplatz gibt Auskunft über die Abläufe und hält das Andenken der Opfer wach...

Isarvorstadt – Es war ein Freitag. Es war Schabbat – Ruhetag und einer der wichtigsten Feiertage im Judentum. Sieben Menschen verbrannten an diesem Freitag, am Abend des 13. Februar 1970, in der Flammenhölle an der Reichenbachstraße. 

Antisemitisch motivierte Täter verübten einen Brandschlag auf das jüdische Gemeindehaus. Wer sie sind, ist bis heute unklar. 50 Jahre nach dem Attentat erinnert bis Sonntag, 1. März, ein szenischer Container vor dem Gärtnerplatztheater an das Schreckensereignis. 

„Ich kann mich nur noch an das Gefühl erinnern, als ich vom Anschlag von Freunden gehört habe. Es war stumpf und dunkel“, berichtet der jüdische Stadtrat Marian Offman (SPD, 71). Zum damaligen Zeitpunkt war er 21 Jahre alt. 

„Erinnerungsstätten sind wichtig“

Heute ist Offman unter anderem Vorsitzender des politischen Beirats für das NS-Dokumentationszentrum. Die Installation von Christian Springer und der Initiative „Schulterschluss“ gibt nun Auskunft über die Abläufe des Geschehens, hält das Andenken der Opfer wach und ist gleichzeitig Mahnung für die Gegenwart. 

„Erinnerungsstätten sind wichtig“, meint Offman und ergänzt: „Aber das Wichtigste nach dem Anschlag war, das neue jüdische Gemeindezentrum zu errichten. Und zwar mitten in der Stadt. Mit Unterstützung der ganzen Stadt. Das war Münchens Antwort auf diese grausame Tat.“ 

soph

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