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Ausstellung über Frauen in Afghanistan – Fotos gastieren an mehreren Orten in München

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Von: Theresa Reich

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Vier Frauen mit Burka auf der Straße vor einem Brotladen sitzend, während ein Mann vorbei läuft.
Foto-Ausstellung in München: „Ich hatte gehofft in Afghanistan mehr Frauen zu treffen, die selbstbestimmt ihr Leben führen“, berichtet Alea Horst. © Alea Horst

Afghanistan wird beherrscht vom Terror der Taliban. Der Verein „Banu-Initiative München“ will auf die Not der Frauen aufmerksam machen und zeigt aktuelle Fotos

Sendling - „Das Unglück in der Ukraine, ließ die Not der Frauen in Afghanistan in Vergessenheit geraten“, sagt Else Gebauer. „Es ist wichtig, dass wir weiter an die aktuelle Lage dort erinnern“, ergänzt Yesim Buldun. Die sieben Aktivistinnen des im Oktober gegründeten Vereins „Banu-Initiative München für Afghanische Frauen und Kinder“ mit Sitz in Pasing haben eine Wanderausstellung mit Bildern der Fotografin Alea Horst nach München geholt. Zu sehen sind diese im Nachbarschaftstreff Theresia an der Pfeuferstraße 3 (s. Kasten).

Aus Sicht der Fotografin erhält der Betrachter einen Einblick in das Leben der Afghaninnen nach Machtübernahme der Taliban. „Ich bin immer ganz nah dran an den Menschen und zeige sie würdevoll“, erzählt die Hessin, die zusammen mit Hilfsorganisationen in Flüchtlingslagern oder in Krisenregionen Entwicklungsarbeit leistet und die Situation vor Ort fotografisch einfängt.

*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Foto-Ausstellung in München: Alea Horst fotografierte nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan

Sie wolle an dem Bild rütteln, das Deutsche häufig von Menschen in Notregionen hätten. „Sie sind keine Opfer, sondern bringen in ihrer Perspektivlosigkeit eine wahnsinnige Kraft auf, um zu überleben“, sagt die 40-Jährige. Man brauche nicht viel Vorkenntnisse über Afghanistan, um die Fotos zu verstehen, versichert Vereinsmitglied Buldun.

Durch Horsts tagebuchartige Erzählungen unter den Abbildungen erhalte der Betrachter einen besonderen Einblick: „Es ist schwierig mit einer Burka gut zu sehen. Im Straßenverkehr ist es besonders problematisch. Eine Frau erzählt uns von schmerzenden Augen, wenn sie die Burka länger trägt.“

Fotografin Alea Horst steht auf einer Mülldeponie
Fotografin Alea Horst ist in Flüchtlingslagern und Krisenregionen unterwegs und dokumentiert dort die Entwicklungsarbeit von Hilfsorganisationen. © Alea Horst

Foto-Ausstellung in München: Verein „Banu-Initiative“ unterstützt Frauen und Mädchen in Afghanistan

Das Leben sei für Frauen und Kinder katastrophal geworden, weiß Gulalai Ghauss, Mitgründerin des Vereins, nachdem im August 2021 die islamistische Terrorgruppe die Hauptstadt Kabul eingenommen hatte. Es gebe viele Witwen im Land, die ihre Familie versorgen müssten.

„Durch die Taliban sind sie arbeitslos geworden und verkaufen ihre Kinder auf der Straße, um von dem Geld die Geschwister zu versorgen.“ Die Taliban seien aber nicht überall gleich streng, das sei daran zu erkennen, welche Kopfbedeckung die Frauen tragen müssen – wie stark sie verschleiert sind.

Yesim Buldun (v. li.), Else Gebauer, Lida Ghawss und Gulalai Ghauss vom Verein „Banu-Initiative München für Afghanische Frauen und Kinder“
Yesim Buldun (v. li.), Else Gebauer, Lida Ghawss und Gulalai Ghauss vom Verein „Banu-Initiative München für Afghanische Frauen und Kinder“ sammeln mit der Ausstellung Spenden. © tr

Münchner Verein hilft: Gezielte Unterstützung durch breites Netzwerk in Kabul

Mit der Ausstellung und der Finissage am Donnerstag, 7. April, will der Verein Spenden für Afghaninnen sammeln. Er unterstützt gezielt Frauen und Kinder in Kabul und Umgebung. „Durch unser breites Netzwerk wissen wir, wer die Hilfe dort am nötigsten braucht. Die Übergabe der Spenden werden vor Ort dokumentiert, damit die Unterstützer wissen, dass ihr Geld ankommt“, erklärt Ghauss.

In dem Ausstellungsraum im Nachbarschaftstreff hängen derzeit zehn von insgesamt 39 Fotos. Die anderen sollen in einer Wanderausstellung durch München reisen. Abzüge hängen laut Horst auch in Regensburg und Zwickau.

Wanderausstellung durch München

Die Ausstellung im Nachbarschaftstreff Theresia, Pfeuferstraße 3, ist dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Bei der Finissage am Donnerstag, 7. April, um 18 Uhr wird Gulalai Ghauss aus ihrem Buch vorlesen. Anmeldung unter: info@banu-initiative.de. Von Montag, 2., bis Dienstag, 31. Mai, gastieren die Bilder in Ramersdorf, Bad-Schachener-Straße 2a, beim Verein „Aktiv für interkulturellen Austausch“. Im Anschluss sind sie zu sehen im Eine-Welt-Haus, Schwan­thalerstraße 80, von Montag, 1., bis Mittwoch, 31. August.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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