Durchs Jahr geklickt - das war unser 2020

Hallo-Rückschau: Diese Themen haben die Leser aus dem Münchner Süden 2020 am meisten interessiert

Im Februar wurden die Pläne für den Großmarkt in Sendling bekanntgegeben.
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Im Februar wurden die Pläne für den Großmarkt in Sendling bekanntgegeben.
  • Marie-Julie Hlawica
    vonMarie-Julie Hlawica
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  • Sophia Oberhuber
    Sophia Oberhuber
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Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter dem Münchner Südwesten. Das zeigt auch unser Jahresrückblick. Welche Geschichten darin vorkommen, haben Sie mitbestimmt: Es sind die Themen, die auf unserer Homepage www.hallo-muenchen.de am meisten gelesen wurden.

Ab in die USA?

Vier Münchnerinnen, darunter eine Obersendlingerin, haben es im Januar nicht nur in die Nationalmannschaft im Cheerleading geschafft, sie durften sogar bei der WM in den USA Deutschland vertreten. Doch es gab ein Problem: Ihnen fehlte die finanzielle Unterstützung. Über ein Crowdfunding wollten sie die zusätzlich benötigten 2000 Euro erzielen. Zwar erhielten die Cheerleader dann einige Unterstützung – doch Corona-bedingt musste die WM abgesagt werden.  

Großes am Großmarkt

Das Großmarktareal soll umgebaut werden. Im Februar wurden dafür die Pläne des Investors „Umschlagzentrum Großmarkt München“ (UGM) bekanntgegeben. Sie führten im Viertel nicht nur unter Politikern zu einem großen Echo, sondern hatten auch die Gründung der Sendlinger Bürgerinitiative „Großmarktareal mitgestalten“ zur Folge.

Der neue Großmarkt soll lärmschützend eingehaust werden, darüber sind Büros geplant. Auf dem Dach werden Gemeinschaftsflächen entstehen, zum Beispiel zum Sporteln. Die Handelsflächen, die aktuell auf das gesamte Areal verteilt sind, werden gebündelt – dadurch entsteht freie Fläche, auf der die Stadt bauen wird. Wohnungen sind im Gespräch.

Stadt und UGM wollen für das Großmarktareal einen Erbpachtvertrag schließen. Doch die Verhandlungen verzögern sich. Von Seiten des UGM gibt es keine neuen Informationen zum Verhandlungsstand. Maren Kowitz, Sprecherin des Kommunalreferates, teilt mit, dass mit einem erfolgreichen Ende der Verhandlungen bis Mitte des Jahres zu rechnen sei. Der Investor habe das Projekt wegen der Corona-Pandemie kritisch überprüft und dem Kommunalreferat erst im Oktober mitgeteilt, es weiter verfolgen zu wollen.

Kripo am Flaucher

Am Flaucher machte im März eine Fußgängerin einen grausigen Fund. Sie entdeckte auf einer Sandbank ein getötetes Tier. Die Dame stellte fest, dass dem Schwan der Kopf abgetrennt worden war und rief die Polizei. Die Kripo nahm die Ermittlungen auf. Auf aktuelle Anfrage bei der Polizei teilte ein Sprecher mit, dass bisher kein Täter gefunden werden konnte.  

Derzbachhof

Jahrelang wurde in Forstenried über die Sanierung des Derzbachhofes gestritten. Dort entstehen nun Eigentumswohnungen. Im April gab es den Derzbachhof dann sogar doppelt, zumindest im Online-Portal ImmoScout24. 900 Meter vom ältesten Bauernhof Münchens entfernt entstand ein Neubau, der unter demselben Namen inseriert war. Die Anzeige ist inzwischen nicht mehr abrufbar.

Verzicht auf Vorsitz

Im Mai hielten die Bezirksausschüsse ihre konstituierenden Sitzungen nach der Kommunalwahl ab. Obwohl die Grünen in Sendling und im 19. Bezirk als Wahlsieger hervorgingen, verzichteten sie in beiden Gremien auf den Vorsitz. Der BA Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln wählte Ludwig Weidinger (CSU) erneut zum Vorsitzenden. In Sendling übernahm Markus Lutz (SPD) abermals den Posten des BA-Chefs. 

Stadt rettet den Tierpark Hellabrunn vor der Corona-Pleite

Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Einschränkungen stürzten den Tierpark Hellabrunn in eine tiefe Krise. Im Juni gab Tierpark-Chef Rasem Baban bekannt, Hellabrunn stehe kurz vor der Insolvenz. Nach zweimonatiger Schließung während des ersten Lockdowns und der darauffolgenden Obergrenzen an Besuchern kam nicht mehr genug Geld in die Kassen.

Im Juni wurde der Tierpark Hellabrunn vor der Insolvenz gerettet.

Die Stadt München beschloss schließlich ein Rettungspaket. Weder Tierpark noch Stadt äußerten sich zur Höhe der Zuwendung. Angesichts des Finanzbedarfs wird von einer höheren einstelligen Millionensumme ausgegangen.

Im Zuge des zweiten Lockdowns gehe es dem Tierpark laut einer Sprecherin „den Umständen entsprechend“. Die Versorgung der Tiere und die Stellen der Mitarbeiter seien gesichert. Zu den Plänen für das Jahr 2021 konnten noch keine Aussagen getroffen werden.

Party am Gärtnerplatz

Feiermekka rund um den Gärtnerplatz: Im Juli interessierten sich unsere Leser besonders für den „Ballermann von München“. So bezeichneten Anwohner beim zuständigen Bezirksausschuss die Zustände an der Thalkirchner Straße und am Stephansplatz. Auch das Partyvolk am Gärtnerplatz war immer wieder Thema – vor allem im Hinblick auf bestehende Corona-Regeln und feiernde Massen im Glockenbachviertel.

Der Gärtnerplatz wurde im Sommer zum Ballermann von München.

Auch nach Ansprache beim BA und Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich für Anwohnerin Karen Weidner nicht allzu viel verbessert: „Die Stadt verdient einfach so viel Geld mit den Kneipen, dass es die Anwohner sehr schwer haben, etwas zu ändern.“ Eine Bar habe aufgrund erfolgreicher Lärmpegelmessung zwar schließen müssen – dafür entstehe dort nun ein „Späti“.

Isar-Hochwasser

Nach starken Regenfällen im August stieg der Wasserspiegel der Isar massiv an. Die Isarauen waren komplett überschwemmt, Wege und Brücken mussten teils gesperrt werden. Die Stadt hat die Schäden an den Ufern im Sommer repariert. 

Modell Superblock

Im September interessierte unsere Leser besonders das „Modell Superblock“, das die Interessensgemeinschaft „Freiraumviertel“ zum Beispiel in der Isarvorstadt austesten will. Das Konzept würde eine neue Verkehrsführung, dadurch weniger Autos und mehr Freiräume bedeuten. Aktuell bewertet die Initiative, welches Viertel sich am besten für das Projekt eignet.  

Abriss am Heizkraftwerk Süd: Kaminstücke zum Mitnehmen

Alte-Utting-Initiator Daniel Hahn hatte für den maroden Turm des Heizkraftwerks Süd ein Museum mit Aussichtsplattform vorgeschlagen, Lokalpolitiker trauerten dem „Wahrzeichen Sendlings“ hinterher. Doch es stand fest, dass der Kamin abgerissen werden musste. Laut Stadtwerken sei das Gebäude in einem schlechtem Zustand und für öffentliche Nutzung schlicht nicht kompatibel.

Im Oktober begann dann der Abbau, der von oben nach unten mit einem entsprechenden Gerät erfolgte. Eine Sprengung sei laut SWM auf dem eng bebauten Gelände nicht möglich gewesen.

Der Kamin des Heizkraftwerks Süd musste im Oktober abgebaut werden.

Für alle Fans des Kamins, der oft schon von Weitem mit Blick in Richtung Münchner Süden ins Auge stoch, gab es dann noch ein Schmankerl: Kleine Stücke des Bauwerks wurden für den guten Zweck verkauft. 3000 Euro kamen zusammen und dem Sendlinger Verein „H-Team“, kurz für Hilfe-Team, zugute.

Lokalpolitiker fordern Schlittschuhlaufbahn auf der Theresienwiese

Der BA Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt hatte im November gefordert, auf der Theresienwiese eine temporäre Eislauffläche zu errichten. Von Seiten der Stadt hat es laut BA-Chef Benoît Blaser bisher keine Rückmeldung gegeben. Die Verwaltung hatte ähnliche Vorschläge bereits in den Jahren 2011 und 2019 abgelehnt.

Tod von Ernst Dill

Im Dezember ist Ernst Dill, SPD-Fraktionsvorsitzender im Sendlinger BA, im Alter von 74 Jahren gestorben. Dill war 30 Jahre lang Mitglied des Gremiums und setzte sich für Denkmalschutz, Senioren und gegen Rechtsextremismus ein.

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