Sendling-Westpark

BA möchte Events auf Wiese im Westpark verbieten

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Viel Spaß hatten die Kinder bei „Zirkuslust“. Doch die Wiese im Westpark ist so kaputt, dass der BA Events dort verbieten möchte.
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Da der BA Events auf der Wiese im Westpark verbieten möchte, fürchten zwei Projekte um ihre Zukunft.

So viele junge Zuhörer sind selten bei einer Bezirksausschusssitzung. Als der BA Sendling-Westpark tagte, saß hinten gleich eine ganze Gruppe von Teenagern. Denn bei dieser Sitzung ging es um ihr Hobby: Die Jugendlichen trainieren im „Circus Leopoldini“ und zeigen einmal im Jahr bei Aufführungen im Westpark ihr Können. Doch das stand jetzt auf der Kippe. Genauso wie das Ferienprogramm „Zirkuslust“ der Organisation „Spielen in der Stadt“.

Denn: Der Zustand der Wiese im Westpark, auf der die beiden Veranstaltungen stattfinden, ist sehr schlecht. Der BA Sendling-Westpark möchte deshalb auf der im Volksmund sogar als Zirkuswiese bekannten Fläche alle Veranstaltungen verbieten. Es war im Oktober 2015, als ein Berliner Zirkus die Wiese so beanspruchte, dass sie danach wie eine Ackerfläche aussah. Ein Kinderzirkus, der nach dem Winter dort gastierte, gab dem Rasen dann den Rest. Im Jahr 2016 war die Zirkuswiese an 84 Tagen belegt, sie konnte sich nicht mehr erholen.

Doch: Kann man die beiden sozialen Einrichtungen für etwas mitbestrafen, für das kommerzielle Zirkusse verantwortlich waren? Über diese Frage entbrannte in der Bezirksausschusssitzung eine lange Diskussion. Einig waren sich alle Mitglieder, dass es wertvolle Arbeit ist, die beide Organisationen leisten.

Der Zirkus Leopoldini ist ein Verein, bei dem rund 130 Kinder und Jugendliche Artistik, Jonglage, Varieté und Akrobatik trainieren. Zirkuslust wiederum ist ein offenes Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 14 Jahren mit Zirkus, Theater, Tanz, Bewegungskünste und Spiel. 8000 Kinder und 7000 Erwachsene haben letztes Jahr mitgemacht, 75 Prozent der Kinder hatten Migrationshintergrund. Dieses Jahr soll ein besonderes Augenmerk auf Integration gelegt werden.

Sollten die Veranstaltungen nicht mehr auf der Wiese im Westpark gemacht werden können, hätten beide Organisationen große Probleme. „Falls es dort nicht geht, werden wir das Projekt absagen müssen“, erklärte Anna Bauregger von „Spielen in der Stadt.“ Auch Dorothea Auer vom „Circus Leopoldini“ kämpft für den Veranstaltungsort: „Die Wiese ist ideal, vor allem, weil sie nach vorne offen und nach hinten geschützt ist.“ Beide beteuerten, immer umweltschonend vorgegangen zu sein.

Das wollte ihnen beim BA auch niemand absprechen. Die Mitglieder waren sich aber uneinig, inwiefern es überhaupt möglich ist, Ausnahmen zu machen. „Egal ob gewerblich oder nicht, alle Zirkusse beanspruchen die Wiese“, erklärte Alfred Nagel (CSU). Andererseits: „Wir haben Signale vom Gartenbau bekommen, dass zwei Veranstaltungen, die pädagogischen Zweck haben, möglich sind“, warf sein Parteikollege Dieter Meyer ein. Letztendlich einigten sich dieBA-Mitglieder darauf, dieses Mal noch eine Ausnahmegenehmigung für Zirkuslust und den „Circus Leopoldini“ zu machen. „Danach müssen wir nochmal schauen“, so BA-Vorsitzender Günter Keller (SPD).

Die Zirkusse sind erleichtert und versprechen, bei ihren Veranstaltungen im Sommer besonders vorsichtig sein und hoffen so, auch nach 2017 die Wiese nutzen dürfen.
cla

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