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Sein Traum – maßgeschneidert

Glockenbachviertel: Geflüchteter Designer aus Syrien eröffnet eigenes Atelier

Designer Mohamad Alhamod hat jetzt in der Baaderstraße 60 seinen Laden samt Atelier eröffnet.
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Designer Mohamad Alhamod hat jetzt in der Baaderstraße 60 seinen Laden samt Atelier eröffnet.
Die Damenbekleidung stellt er vom ersten bis zum letzten Schritt alleine in Handarbeit her.
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Die Damenbekleidung stellt er vom ersten bis zum letzten Schritt alleine in Handarbeit her.
Sein Label heißt "eliev" in Anlehnung an "believe" (dt. glauben).
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Sein Label heißt "eliev" in Anlehnung an "believe" (dt. glauben).
Der 39-Jährige arbeitet viel mit Stoffen wie Wolle oder Seide.
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Der 39-Jährige arbeitet viel mit Stoffen wie Wolle oder Seide.
Dieses Kleid hat Alhamod für eine Kundin angefertigt, die es bei den Bayreuther Festspielen tragen möchte.
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Dieses Kleid hat Alhamod für eine Kundin angefertigt, die es bei den Bayreuther Festspielen tragen möchte.
Der Designer liebt Farben. Über sich selbst sagt er: „Ich bin wie eine Biene zwischen Blumen.“
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Der Designer liebt Farben. Über sich selbst sagt er: „Ich bin wie eine Biene zwischen Blumen.“
In Syrien hat Alhamod üppige Abendmode mit viel Glitzer entworfen. In der Zukunft möchte er diese auch zusätzlich wieder anbieten – ebenso wie Herrenmode.
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In Syrien hat Alhamod üppige Abendmode mit viel Glitzer entworfen. In der Zukunft möchte er diese auch zusätzlich wieder anbieten – ebenso wie Herrenmode.

Bürgerkrieg, Gefangenschaft, drei Monate Flucht: In einem Laster kam Mohamad Alhamod 2015 in Deutschland an. Jetzt hat er ein Label gegründet und ein eigenes Atelier in der Baaderstraße eröffnet.

Isarvorstadt – Nur ein rot-pinkes Kleid gibt es zwei Mal in dem Laden und Atelier an der Baaderstraße 60, das jetzt Eröffnung feierte. Designer Mohamad Alhamod erklärt: „Eine Kundin hat das Kleid gesehen und wollte, dass ich es in ihrer Größe anfertige. Ich erfülle jeden Wunsch. Sie wird es bei den Bayreuther Festspielen tragen und in den nächsten Tagen abholen.“ 

Etwa 600 Euro kostet so ein Kleid von Alhamod, Hosen und Röcke um die 300 Euro, Mäntel bis zu 1300. Man könnte meinen, der Designer gehöre selbst der Münchner Oberschicht an, für die er elegante Kleidung in aufwendiger Handarbeit anfertigt. Dabei lebt er mit seiner vierköpfigen Familie auf etwas mehr als 50 Quadratmetern im Münchner Osten.

Flucht über die Balkanroute nach Deutschland

Mohamad Alhamod ist vor 39 Jahren in Syrien geboren. Seine Mutter war Schneiderin, schon als kleiner Junge wusste er: „Der Beruf läuft in meinem Blut.“ Alhamod baute sich ein eigenes Geschäft auf, entwarf Haute Couture und Abendmode für die arabische Damenwelt. „Wir hatten alles in Syrien. Wohnungen, Mitarbeiter, Geld“, erinnert sich der Designer.

Dann kam der arabische Frühling. Bürgerkrieg. Alhamod landete in einem Gefängnis. Warum, das weiß er bis heute nicht. Im April 2015 kam er in einem Laster in Deutschland an. Drei Monate war er über die Balkanroute geflüchtet. Zunächst lebte er in einer Unterkunft in Augsburg. 

„Ich war der einzige, der schon ein bisschen deutsch konnte. Ich wusste, wie wichtig es ist, dass ich ganz schnell die Sprache lerne.“ Heute spricht der 39-Jährige beinahe akzentfrei. Er spricht poetisch, sagt Sätze wie „Ich liebe Farben. Ich bin wie eine Biene zwischen Blumen“ oder „wenn man nur Zuhause sitzt, folgt man keinem Stern.“

Mit Unterstützung zum Gesellenbrief

Alhamod ist nicht oft Zuhause. Seine Frau und die heute neun- und achtjährigen Töchter kamen 2017 per Familiennachzug nach München. Vor neun Monaten wurde er erneut Vater einer Tochter. „Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir wollen uns ein schönes Leben aufbauen“, sagt Alhamod überzeugt. „Meine Töchter verstehen das, trotz ihres Alters. Und sie sind stolz auf ihren Baba.“

In nur zwei Monaten machte Alhamod in Deutschland die Gesellenprüfung zum Schneider. Er netzwerkte, schloss neue Freundschaften: „Es gibt so viele tolle Menschen hier, die mir geholfen haben.“ Noch erhält er Geld vom Jobcenter, sein Vermieter überlässt ihm den Laden zu Sonderkonditionen.

Später einmal, wenn es die finanzielle Lage zulässt, möchte Alhamod aufs Land ziehen. „Ich bin ein Fan der Berge. Und liebe die Ruhe.“ Natürlich würde er gerne zurück nach Syrien. „Aber dort gibt es kein Licht für uns.“

Daniela Borsutzky

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