Lebensgefährliches Isar-Abenteuer

Mit dem Schlauchboot auf der reißenden Isar unterwegs: Schüler kentern in Wasserwalze

Thalkirchen/Harlaching Wahnsinnsfahrt auf der Isar – ihr leichtsinniges Abenteuer hätten drei Jugendliche fast mit dem Leben bezahlt: Trotz starkem Hochwasser wagten sie sich mit ihrem Schlauchboot auf den reißenden Fluss – und kenterten... Manfred Haupt konnte es gar nicht fassen: Der Harlachinger machte gerade mit seiner Freundin einen Spaziergang an der Isar, als er das Trio in dem blauen Bötchen entdeckte. „Zuerst dachte ich, es sei die Wasserwacht, wegen der gelben Neonweste“. Doch als das Boot näher kam, erkannte er ein junges Mädchen und zwei Buben. „Das Mädchen hat mir sogar noch fröhlich zugewunken“, erzählt der 43-Jährige. Doch dann kam Panik auf im Boot. Die Insassen steuerten direkt auf den Wasserfall an der Marienklausenbrücke zu. „Ich habe noch zu meiner Freundin gesagt: ,Das schaffen die doch nie!’“, erzählt Haupt. Kurz darauf der Schock: Das Boot kenterte, die Schüler wurden in die tosenden Wassermassen gerissen, von der Wasserwalze am Wehr verschluckt. „Sie waren nicht mehr zu sehen – ich wusste gar nicht was ich tun sollte“, so Haupt. Eine gefühlte Ewigkeit waren die Jugendlichen im Wasserfall verschwunden, ihr Schlauchboot schaukelte einsam in den Wellen – zu diesem Zeitpunkt waren Einsatzkräfte der Wasserwacht und der Berufsfeuerwehr zum Glück schon alarmiert. Dann die Erleichterung: Endlich tauchten die drei Köpfe in den Fluten wieder auf! Die Jugendlichen wurden zwar sehr schnell flußabwärts getrieben, doch ein Wassernotfahrzeug und zwei Wasserretter nahmen die Verfolgung entlang des rechten Damms auf. Nach etwa 500 Metern gelangten die Jugendlichen an die rechte Böschung und wurden dort von den Einsatzkräften der Wasserwacht ans rettende Ufer gebracht – stark unterkühlt, aber außer Lebensgefahr. Wie ernst die Situation für die Jugendlichen war, betont Heinz Effenberger, Pressesprecher der Münchner Wasserwacht: „Die Isar wurde von uns als gefährlich eingestuft“. Eine Rettungsaktion im Wasser wäre sogar für die erfahrenen Einsatzkräfte lebensgefährlich gewesen. Daniela Schmitt

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