Keine Betreuung für ihr Kind – jetzt ist Mutter ihren Job los

Eltern klagen über Platzmangel an der Boschetsrieder Grundschule

Obersendling Barbara Bimmerle ist Erzieherin mit Leib und Seele. Doch jetzt muss die Obersendlingerin ihre Arbeit in einem Haidhauser Hort an den Nagel hängen. Der Grund: Sie hat keinen Betreuungsplatz für ihre Tochter Jana gefunden. Bislang gehen die sechsjährige Jana und ihre zweieinhalb Jahre alte Schwester Norah in eine Kindertagesstätte in Haidhausen. Ab September wird Jana dann die Grundschule an der Boschetsrieder Straße (kl. Foto) besuchen. „Die ist halt viel näher für uns“, sagt die ehemalige Haidhauserin. Doch der Preis für die gewonnene Nähe ist hoch: „Die Schule hat keine Plätze mehr, weder für den Hort und noch nicht mal für die Mittagesbetreuung“, klagt Bimmerle. Um Jana nach der Schule abholen zu können, muss die 28-jährige ihren Job als Erzieherin schweren Herzens aufgeben. „Ich habe zum August gekündigt.“ Wie es weitergeht, weiß die junge Mutter noch nicht. „Auf jeden Fall muss ich wieder etwas finden – und wenn es ein Nebenjob ist, mit dem ich ein bisschen was dazu verdienen kann“, sagt Bimmerle, deren Ehemann ebenfalls als Erzieher arbeitet. Barbara Bimmerle ist kein Einzelfall: Rund 30 Mütter und Väter haben an der Boschetsrieder Grundschule für kommendes Schuljahr keinen Mittagsbetreuungsplatz für ihre Sprösslinge bekommen. Dabei wäre der Platz da, betont Schulleiterin Dorit Gronefeld: „Im Keller gibt es 200 ungenutzte Quadratmeter, die ehemals eine Großküche waren.“ Die Stadt plane zwar einen Umbau, so Gronefeld, der Vorlauf sei allerdings „enorm“, habe man ihr gesagt. Das bestätigt auch die Pressesprecherin des Schulreferats, Eva-Maria Volland: „Da der Keller nicht nicht für eine schulische Nutzung vorgesehen ist, müssen große Umbaumaßnahmen vorgenommen werden.“ Bis die neuen Räumlichkeiten in Betrieb genommen werden könnten, dauere es etwa zwei Jahre, schätzt Volland – zu lange, findet Barbara Bimmerle. „Dann sind meine Kinder ja schon fast aus der Grundschule heraus“, sagt sie. Das Platzproblem ist auch im zuständigen Bezirksausschuss (BA) 19 immer wieder Thema. Vorsitzender Hans Bauer wirft der Stadt Untätigkeit vor: „Man hat auf unsere Initiativen nie reagiert, die Stadt hat jahrelang nichts getan“, moniert er. Doch das soll sich jetzt ändern: Die Eltern haben bereits einen Antrag auf Erweiterung der Mittagsbetreuung eingereicht. Bis der Stadtrat allerdings entschieden hat, kann es dauern. Abwarten? Für Bimmerle keine Alternative. „Wir wollen eine Elterninitiative gründen“, sagt sie. Daniela Schmitt

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