Chancen stehen schlecht

Kein Mädchentreff in Sendling-Westpark?

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Die Mädchen-Oase in der Blumenau ist ein erfolgreiches Pilotprojekt das nun verlängert wurde. Weitere Einrichtungen dieser Art möchte die Stadt allerdings nicht etablieren.

Sendling-Westpark - Die Chancen für einen Jugendtreff stehen gut, für eine geschlechtsspezifische Einrichtung aber schlecht

Schon lange wünscht man sich ein Jugendzentrum im Viertel, nun könnte endlich etwas daraus werden. Sollte die Freiwillige Feuerwehr von der Zillertalstraße an die Garmischer Straße ziehen, wäre in der Wache theoretisch Platz. Ein zusätzlicher reiner Treff für Mädchen sei sowohl aus pädagogischen als auch finanziellen Erwägungen jedoch eher nicht möglich, erklärten Vertreter der Stadtverwaltung bei der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA). 

Maria Hemmerlein wünscht sich einen Mädchentreff.

Davon ist das Gremium, allen voran die Initiatorin und Gleichstellungsbeauftragte Maria Hemmerlein (Foto), nicht begeistert: „In unserem Viertel gab es letztes Jahr 140 Fälle von häuslicher Gewalt, die Dunkelziffer ist vermutlich weit höher. Ein Mädchentreff ist nicht das selbe wie die offene Jugendarbeit – wir müssen Mädchen aus schwierigen Verhältnissen eine Anlaufstelle anbieten.“ Ronald Wirth, Abteilungsleiter im Stadtjugendamt, erklärte, dass man prüfen werde, ob man einen solchen Bedarf durch mobile Angebote decken könne. Grundsätzlich hätten aber alle neuen Einrichtungen spezielle Angebote für Mädchen, er sehe dies als niederschwelliges Angebot und die ausgebildeten dortigen Sozialpädagogen für alle Aufgaben gewappnet. Reine geschlechtsspezifische Einrichtungen möchte man in München nicht. Der BA beschloss einstimmig, dass der Standort an der Zillertalstraße für ein neues Jugendzentrum reserviert werden soll. Für den Neubau auf dem ehemaligen Tankstellendepot an der Garmischer Straße 262 soll eine gemeinsame Nutzung von Feuerwehr und Jugendzentrum zumindest geprüft werden. 

dbo

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