Was wird neu 2017? Die große Jahresvorschau der Viertel-Chefs

Pläne für die „Sendlinger Wüste“

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Mit den Planungen für das brachliegende Areal am Herzog-Ernst-Platz, im Viertel auch als „Sendlinger Wüste“ bekannt, soll es 2017 vorangehen, sagt der BA-Vorsitzende Markus Lutz.

Neubauten und Brachen, leerstehende Gebäude und Isar-Querelen: Was das neue Jahr in Sendling bringt, erklärt der Bezirksausschuss-Vorsitzende Markus Lutz (SPD) im Hallo-Interview.

Herr Lutz, was wird 2017 das wichtigste Bauprojekt in Sendling? 
Die Bebauung der Brache am Herzog-Ernst-Platz, an der Ecke Radlkofer-/Pfeuferstraße wird 2017 ein wichtiges Thema. Vielen Bürgern ist das Areal als „Sendlinger Wüste“ bekannt. In diesem Jahr soll es mit der Bebauung vorangehen. Die GWG wird einen Architekturwettbewerb ausloben – die Ergebnisse sollen dann im Frühjahr vorliegen. Der BA konnte bereits durchsetzen, dass das Grundstück zu etwa 50 Prozent mit Wohnungen bebaut wird – anstatt, wie ursprünglich geplant, mit nur 20 Prozent. Der Baubeginn ist allerdings erst für 2018 geplant.
Um die „Sendlinger Wüste“ gab es im Viertel in der Vergangenheit viel Aufruhr, aber auch der Neubau der Großmarkthalle bewegt die Gemüter. Wie geht es dort weiter?
Für den BA heißt es vorerst abwarten. Die Kostenexplosion des Neubaus der Großmarkthalle hat die Planungen im Stadtrat natürlich erneut ausgebremst. Wir planen aber bereits einen Bürgerworkshop zu den frei werdenden Flächen auf dem Markthallengelände. Dabei geht es um die zukünftige Infrastruktur des Geländes und darum, eine Balance zwischen bezahlbarem Wohnen, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Horten zu finden.
Stichwort Schulen: Wird es dann auf dem Gelände wieder eine Montessori-Schule geben?
Dass die einzige Montessori-Schule Sendlings im Sommer das Gebäude an der Reutberger Straße räumen musste, ist bedauerlich. Die Schwierigkeit bei der Gründung einer neuen Schule ist auch die Finanzierung: Ein privater Träger kann erst nach zwei Jahren mit Zuschüssen rechnen. Auch wenn die Situation nicht ganz einfach ist, der BA unterstützt dieses Thema. Ziel ist, dass bei der Vergabe der frei werdenden Flächen auf dem Großmarkthallengelände auch Platz für eine Montessori-Schule berücksichtigt wird. Dafür wird sich der BA einsetzen.
Wie sieht es gegenüber aus, bei der Sortieranlage?
Wir wünschen uns bei diesem Thema vor allem eine bessere Kommunikation mit dem Kommunalreferat und den Markthallen. Und auch, dass der BA und die Sendlinger Öffentlichkeit in Zukunft besser informiert und eingebunden wird. Dazu haben wir im Dezember einen Fragenkatalog verabschiedet, mit dem wir in Erfahrung bringen wollen, wie es mit der Sortieranlage weitergehen soll. Im Januar wird die Neuvermietung des Gemüseladens Thema im Bezirksausschuss – Bewerber für das Geschäft gibt es, das wissen wir bereits.
Können sie schon etwas über den neuen Mieter des Sendlinger Bunkers sagen?
Leider nicht. Die Antwort des Kommunalreferats dazu steht noch aus. Obwohl bereits vor längerer Zeit entschieden wurde, dass der Bunker an einen neuen Mieter geht, weiß auch der Bezirksausschuss noch nichts Genaueres. Auch nicht, wieso dem gemeinnützigen Sendlinger-Bunker-Verein der Zuschlag verweigert wurde. Es bleibt spannend.
Wie ist der Stand bei der Flüchtlingsunterkunft in der Meindlstraße?
Trotz kleiner Startschwierigkeiten gibt es mittlerweile erfreuliche Nachrichten: Bereits im Dezember konnten rund 150 Bewohner die Unterkunft im Sozialbürgerhaus in der Meindlstraße 14 beziehen. Dort dürfen sie nun etwa zwei Jahre bleiben – danach soll dort die geplante Senioreneinrichtung entstehen.
Stichwort: Entlastung der Isar. Wird es 2017 Verbesserungen geben?
Der BA will sich dafür einsetzen, dass es 2017 Fortschritte bei diesem Streitthema gibt. Dafür soll ein Grillverbot auf der Flaucherinsel und den östlich und südlich angrenzenden Kiesbänken sorgen. Der BA hat im Dezember diesbezüglich einen Antrag an den Stadtrat verabschiedet.
Und auf welche Feste können sich die Sendlinger im neuen Jahr freuen?
Es stehen gleich zwei traditionsreiche Veranstaltungen auf dem Programm: zum einen das Maifest am Harras von 5. bis 7. Mai. Zum anderen freue ich mich schon sehr auf unser Stadtteilfest am Harras, das für Anfang Juli geplant ist.

Vanessa Hahn

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