Er war einer der ältesten Affen in menschlicher Obhut

Mit 49 Jahren: Orang-Utan Bruno ist tot

Bruno war ein absoluter Publikumsliebling. Nach Braunbärin Olga ist mit ihm innerhalb kurzer Zeit eine weitere große Tierpark-Persönlichkeit gestorben.
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Bruno war ein absoluter Publikumsliebling. Nach Braunbärin Olga ist mit ihm innerhalb kurzer Zeit eine weitere große Tierpark-Persönlichkeit gestorben.

Thalkirchen - Seit 1969 lebte der Orang-Utan im Münchner Tierpark. Nun ist Bruno im hohen Alter von 49 Jahren gestorben

Mit dem Tod von Bruno geht eine Ära im Tierpark Hellabrunn zu Ende: Am heutigen Donnerstag (19. Juli) hat Bruno seine Augen für immer geschlossen. Der Gesundheitszustand des Orang-Utans, der 1969 in Hellabrunn gemeinsam mit Zwillingsschwester Hella zur Welt kam, verschlechterte sich in den letzten Tagen erheblich, sodass eine interne Kommission am frühen Donnerstagnachmittag entschied, Bruno einzuschläfern.

Bruno erlitt in den letzten Jahren bereits zwei Herzinfarkte

Zwar ging es Bruno in den letzten Wochen und Monaten seinem Alter entsprechend gut, jedoch erlitt er in den vergangenen Jahren bereits zwei Herzinfarkte, infolge derer er unter Kreislaufproblemen litt. Seit einem großen Gesundheitscheck im Jahr 2017, bei dem Bruno in Narkose gelegt und wortwörtlich auf Herz und Nieren untersucht wurde, ging es dem Orang-Utan-Männchen wieder besser. Jedoch stand er unter ständiger Beobachtung des Hellabrunner Tierärzteteams. Mit seinen 49 Jahren war Bruno einer der ältesten Orang-Utan-Männchen in menschlicher Obhut.

Bruno wurde am 18.02.1969 in Hellabrunn geboren. Nachdem seine Mutter Kessi ihn und Zwillingsschwester Hella nicht annahm, wurden die beiden Jungtiere ins Schwabinger Krankenhaus gebracht und in den ersten Monaten auf der dortigen Frühgeborenen-Station versorgt. Später wurden die beiden Zwillinge im Tierpark Hellabrunn von Hand aufgezogen. Im Laufe seines Lebens sorgte Bruno für über dreißig Nachkommen in Hellabrunn.

Tierpark-Direktor Rasem Baban: „Es ist sehr traurig, dass wir uns mit Bruno in diesem Jahr von einer weiteren Tier-Persönlichkeit verabschieden müssen (erst Ende Juni war Braunbärin Olga mit 41 Jahren ebenfalls eingeschläfert worden), die Jahrzehnte in Hellabrunn lebte und für viele Besucher ein vertrauter Bewohner war. Die Entscheidung, ihn zu erlösen, ist uns nicht leicht gefallen. Jedoch hat Bruno uns heute deutlich gezeigt, dass er nicht mehr konnte und nicht mehr wollte.“

Nach dem Tod von Bruno wird die Hellabrunner Orang-Utan-Gruppe nun erst einmal ohne männliches Oberhaupt bleiben. Die Orang-Utan-Familie im Tierpark besteht derzeit aus den drei erwachsenen Weibchen Matra, Sitti und Jahe, den Heranwachsenden Jolie und Isalie sowie den drei Jungtieren Quentin, Quinn und Ronda.

Wie alle Tiere, die in Hellabrunn sterben, wird auch Orang-Utan Bruno in der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht, um die genaue Todesursache festzustellen.

Tierpark/jl

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