„Isartaler Tisch“ braucht nach der Flüchtlingswelle dringend Unterstützung

Tafel am Limit

Den Menschen zu helfen sieht Johannes Schuster, Leiter des Isartaler Tisches, als seine Aufgabe. Dieser Tage ist das jedoch alles andere als einfach.

Johannes Schuster und seine freiwilligen Mitstreiter machen es möglich, dass die rund 200 Nutzer des Isartaler Tisches jede Woche Essen und Kleidung erhalten. Doch mit dem Zulauf an Flüchtlingen fehlt Hilfe an allen Ecken.

So reich die Gemeinde auch sein mag – immer mehr Pullacher sind auf die Unterstützung der Tafel angewiesen. Der Isartaler Tisch hat deshalb Ende des Jahres bei seiner Essensausgabe ordentlich aufgerüstet. Doch mehr Platz bedeutet auch: Mehr Lebensmittel müssen her, mehr Helfer werden benötigt!

Woher kommt der rege Zulauf bei den Bedürftigen? Johannes Schuster, Leiter des Isartaler Tisches, erklärt: „Mit den ganzen Neubürgern gibt es neue Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt.“ Neubürger, dazu zählen auch Flüchtlinge.

Seit Dezember 2009 gibt es den Isartaler Tisch bereits in Pullach, vor knapp sieben Jahren zur Eröffnung kamen gerade einmal sieben Kunden. Heute sind es rund 200 Personen aus Pullach, Baierbrunn und Solln, die seit Mitte Dezember auf einer Gesamtfläche von 200 Quadratmetern mit Essen und Kleidung versorgt werden. Wartebereiche, eine neue Kinderecke und eine Trennung zwischen dem offenen Kundenbereich und einem abgeschlossenen Mitarbeiterbereich gewährleisten jetzt mehr Sicherheit für Münchner, die ohne oder sogar trotz Arbeit unter der Armutsgrenze leben müssen. „Das ist schon manchmal seltsam, das Verhalten der Leute hier. Da herrscht dann Verteilungsrivalität“, sagt Schuster. „Aber sobald man sich bewusst wird, dass es bei ihnen wirklich um das blanke Überleben geht, funktioniert auch jede noch so seltsame Essensausgabe mit einem Lächeln.“

Arbeitsunfähige Einzelpersonen, Großfamilien mit Kindern, Rentner – vom Falsch-Investierer bis zur verwitweten Einst-Erbin über den eingewanderten Jugendlichen ist alles dabei. „In der heutigen Zeit grenzt es beinahe schon an Arroganz, dass die Menschen denken, einem selbst passiert das nicht. Aber ein Arbeitsunfall, eine falsche Kalkulation – und schon stehen sie hier und haben nichts mehr“, berichtet Schuster.

Zu kulturellen Problemen kommt es immer häufiger, Einheimische und Neubürger auf engstem Raum funktionieren nicht immer.

Eine weitere Hürde: Bei einem engen Jahresbudget an Spenden muss der Leiter knallhart kalkulieren. Vor allem an Grundnahrungsmitteln mangle es. Was sich Schuster für 2017 wünscht? „Einfach nur ein paar Quotenmänner, mehr Helfer, die auch in den Ferien Zeit haben, und ein neues Auto.“ Und mehr Problembewusstsein der Pullacher. „Helfen kann man schließlich immer.“ Julia Langhof

So können Sie spenden
Spenden nimmt der Isartaler Tisch unter folgender Kontoverbindung entgegen: Isartaler Tisch e.V., Kreissparkasse München Starnberg-Ebersberg, IBAN: DE04 7025 0150 0028 5916 00.

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