Der Held von der Isar

Einsatz aus der Luft: 53-Jähriger rettet junge Frau aus Wasserwalze

GROSSHESSELOHE Zitterpartie am reißenden Fluss, ein Kampf um Leben und Tod: 45 Minuten lang hing ein Pärchen mit seinem Schlauchboot in einer Wasserwalze am Isar-Wehr bei Großhesselohe fest, als Rettung aus der Luft nahte – dem Hubschraubertaucher Friedrich Oberbauer (Foto) ist es zu verdanken, dass das Isar-Abenteuer für die 21-jährige Portugiesin und ihren Begleiter glimpflich endete. Die jungen Leute fuhren mit ihrem Schlauchboot trotz Hochwasser die Isar entlang, als sie an der Großhesseloher Brücke in der Wasserwalze hängenblieben. Das Boot drohte in der reißenden Strömung, in den ein bis zwei Meter hohen Wellen am Wehr zu kentern, die Insassen riefen verzweifelt um Hilfe. Doch die Bodenretter waren machtlos – Stacheldrähte und hohe Zäune machten eine Rettung von Land unmöglich. „Das Boot drohte aus dem Gleichgewicht zu geraten“, sagt Friedrich Oberbauer. Deshalb musste er handeln: Von einem Polizeihubschrauber seilte er sich zu den Insassen ab. „Am Anfang haben sie laut geschrien. Dann waren sie ganz ruhig – sie haben gemerkt, wie gefährlich die Situation war“, erzählt Oberbauer. Es gelang ihm, das Mädchen in der reißenden Strömung zu packen – der Hubschrauber zog hoch, Oberbauer konnte die 21-Jährige heil am Ufer absetzen. Der junge Mann wurde derweil von Helfern am Boden aus dem eiskalten Wasser gezogen. „Sie hatten Glück, sind noch mal mit dem Schrecken davon gekommen“, sagt Oberbauer. Aber es hätte auch anders ausgehen können: „Wenn das Boot gekentert wäre, hätte die Wasserwalze sie verschluckt.“ Der 53-Jährige weiß, wovon er spricht: Seit 1995 ist er bei der Berufsfeuerwehr München als Hubschraubertaucher im Einsatz. Situationen wie diese hat er schon viele gemeistert. „Dieses Jahr fünf bis sechs. Wegen des Hochwassers waren weniger Leute in der Isar.“ Doch es gab Jahre, da rückten Oberbauer und seine Kollegen von der Polizeihubschrauberstaffel 15 bis 20 Mal aus – auch im Winter, wenn die Haubschraubertaucher Personen retten müssen, die ins Eis eingebrochen sind. Für Bodenretter zu gefährlich. „Also haben wir begonnen, Hubschraubertaucher auszubilden.“ 30 von ihnen gibt es bislang in München, ausgebildet werden die besten Taucher der Feuerwehr: „Es ist eine handverlesene Auswahl“, bestätigt Oberbauer. Die körperliche Fitness ist für diesen Job Voraussetzung, „aber wichtig sind auch Stressresistenz und Schwindelfreiheit“, fügt der Profi hinzu. Daniela Schmitt

Auch interessant:

Meistgelesen

Alles wird neu in Neuhofen
Alles wird neu in Neuhofen
Sexueller Übergriff auf Rolltreppe - Frau aus München wird an U-Bahnhof angegriffen
Sexueller Übergriff auf Rolltreppe - Frau aus München wird an U-Bahnhof angegriffen

Kommentare