Teure Wärme

Der Heizöl-Horror

Die Münchner müssen immer mehr für eine mollig-warme Wohnung zahlen – binnen drei Jahren sind die Preise über 60 Prozent gestiegen. Welche Tipps Experten geben, lesen Sie hier.

Noch nie war Heizöl für die Münchner so teuer wie jetzt. Und die Spirale ist noch lange nicht am Ende –  da sind sich die Experten einig. „Die Nachfrage wird steigen und der Markt wird immer enger werden“, erklärt Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Vereins Bund der Energieverbraucher. 

Das zeigt nicht zuletzt der explosionsartige Anstieg der Kosten: Der Preis pro Barrel (159 Liter) hat sich binnen 40 Jahren mehr als verzehnfacht. 1974 kostete ein Barrel noch elf Euro. Der absolute Rekord wurde 2012 mit 107 Euro pro Barrel erreicht. In den nächsten zehn Jahren sollen sich die Preise sogar verdoppeln, während die Ölförderung nur um drei bis zehn Prozent steigt.

Wegen der Horror-Rechnungen sind viele Münchner verzweifelt und wenden sich an die Verbraucherzentrale Bayern, so Hanno Lang-Berens. Deren Energieberater rechnet vor, dass beispielsweise eine vierköpfige Familie, die in einer 80 Quadratmeter-Wohnung wohnt, 2009 für Heizung und Warmwasser noch etwa 1000 Euro bezahlt hat.  Drei Jahre später ist die Rechnung um zwei Drittel gestiegen – dann musste die Familie  1600 Euro berappen. 

Um die Kosten zu senken, gibt er Energiespartipps (siehe Kasten) und rät den Münchnern, einen Basis-Checks für zehn Euro machen zu lassen. Dieses Angebot beinhaltet eine Überprüfung der Strom- und Heizkostenabrechnung. „Gerade dort tauchen häufig Fehler auf“, so Lang-Berens. 

Man sollte aber auch schon im Vorfeld aktiv werden: Sammelbestellungen nutzen und auf jeden Fall beim Kauf des schwarzen Goldes die Preise der Heizölportale vergleichen. Grund für die genaue Recherche sei laut Stiftung Warentest eine enorme Diskrepanz zwischen den einzelnen Anbietern: Sie haben sieben Heizöl-Preisportale im Internet unter die Lupe genommen. Fazit: Es gab Preisunterschiede von bis zu 22 Prozent – 1000 Liter lag je nach Preisrechner zwischen 944 und 1208 Euro. Stiftung Warentest zufolge listen Easyoil und Heizöl24 am häufigsten günstige Lieferanten auf. Im Mittelfeld folgen beispielsweise Fastenergy, Brennstoffbörse, Meinheizölpreis und Ölbestellung. 


So können Sie Heizöl sparen:

Welche schnell umsetzbaren Tipps es gibt, um Heizkosten  zu sparen,  lesen Sie hier in Hallo München.

• Heizgewohnheiten 

Gerade an eisigen Tagen brauchen nicht alle Räume behaglich warm sein. Türen geschlossen halten und nur einen Raum gut heizen kann viel Geld sparen. Ein großer Teil der Heizenergie wird an den sehr wenigen sehr kalten Wintertagen verbraucht. Die Heizkosten an einem einzigen kalten Tag können leicht zwischen fünf und zehn Euro liegen.

• Temperatur 

Wer den Temperaturregler beispielsweise von 21 auf 20 Grad stellt, spart rund sieben Prozent Heizkosten (spart etwa 80 Euro im Jahr).

• Lüftungsgewohnheiten 

Ständig gekippte Fenster vermeiden, zwei bis dreimal täglich fünf Minuten kurz lüften.

• Heizkörper entlüften

Gluckernde Heizungen heizen nicht richtig. Durch die Luft im Heizkörper bleibt sie teilweise kalt. Mit einem speziellen Schlü̈ssel und wenigen Handgriffen kann man Heizkörper entlü̈ften. 

• Heißes Wasser

Die Warmwassertemperatur nicht über 60 Grad einstellen. Höhere Temperaturen verschwenden Energie für die Erwärmung.


Weitere Infos im Internet unter

www.verbraucherzentrale-energieberatung.de und www.energieverbraucher.de


Die Gute Nachricht:

Strom, Benzin, Lebensmittel – alles wird teurer. Halt, nicht alles: Die Müllgebühren sind in München seit 1. Januar um 17,3 Prozent gesunken. So spart ein vier-Personen-Haushalt etwa 30 Euro jährlich. Wer eine 120-Liter-Tonne hat und sie alle 14 Tage leeren lässt, zahlt seit dem 1. Januar rund 150 Euro – 2012 mussten noch 181 Euro bezahlt werden. Die Gebühren sollen bis 2015 konstant bleiben. 

Weitere Infos unter www.awm-muenchen.de


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