Heiß auf Eis! Die Münchner Jugend jagt die Daube

Thalkirchen

„Der kommt guuut!“ Die kleine Gruppe blickt gespannt dem gelben Stock hinterher, der langsam auf die Daube zuschlittert. „Volltreffer!“, ruft Andre. Der 22-Jährige und seine Freunde Eddie, Nadine und David haben diesen Winter das Eisstockschießen für sich entdeckt und sind begeistert: „Ein toller Sport an der frischen Luft!“, freuen sich die vier, die fast täglich am Hinterbrühler See die Stöcke schlittern lassen. Auf ihre nächste Partie müssen sie allerdings noch warten. Denn Experten warnen derzeit aufgrund der warmen Temperaturen vor Einbruchgefahr. „Die Münchner Gewässer sind vorerst von der Stadt gesperrt“, bestätigt Jürgen Marek, Pressesprecher des Baureferats München. So auch der Hinterbrühler See. Doch umschlagen kann das Wetter schnell. Heinz Effenberger von der Kreiswasserwacht München ist zuversichtlich. „Wir sind sicher, dass da noch was geht. Es soll ja wieder richtig kalt werden.“ Und darauf freuen sich Andre, Eddie, David und Nadine schon jetzt, denn der Reiz am Spiel ist groß: „Man hat gleich am Anfang Erfolgserlebnisse“, findet Nadine. Ein leichter Sport also? „Die Einstiegsbarriere ist beim Eisstockschießen in der Tat nicht sehr hoch“, erklärt Josef Leher, Obmann der Region Süd des Deutschen Eisstock-Verbandes. Etwas Fitness und die richtigen Bewegungsabläufe – und schon kann’s losgehen. Jung und Alt, Neuling und Alter Hase, Bewegungstalent und Sportmuffel: Sie alle tummeln sich in geselligen Runden am Hinterbrühler See. Für Leher ein eindeutiges Zeichen: „Der Sport hat einen Wandel durchgemacht.“ Die Zeiten, in denen sich alte Männer bei einer Flasche Schnaps zum Eisstockschießen getroffen haben, seien vorbei. Auch die Verleiherin vom Kiosk am Hinterbrühler See, Anneliese Bibl, bestätigt den Boom des Eisstocksports und zieht Bilanz: „An guten Tagen hatten wir 150 Schützen da, viele Junge, aber natürlich auch Senioren.“ Denn das Schöne an diesem Sport: „Man kann ihn bis ins hohe Alter betreiben“, so Leher. „Das A und O ist die Konzentration“, sagt eine, die es wissen muss. Jorunn Welz ist seit etwa 20 Jahren mit von der Eisstockpartie. Daniela Schmitt

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