Erste schwule Ehe vorm Standesamt – ohne Ude

Das Stadtoberhaupt darf homosexuelle Paare nicht trauen

München Glückwünsche und Jubel überall, als jetzt die erste Homo-Ehe in Bayern geschlossen wurde. Nur einer war ein bisschen enttäuscht: Oberbürgermeister Christian Ude. Er wollte die Zeremonie gerne selbst durchführen: „Diesen Termin lass’ ich mir nicht nehmen – gerne können wir die Trauung auch im Rathaus abhalten“, erklärte der Oberbürgermeister noch im Mai im „Hallo München“-Gespräch, als sich abzeichnete, dass die neue bayerische Regierung zum 1. Juli ein entsprechendes Gesetz verabschieden würde. „Da konnte er noch nicht wissen, dass er das nicht darf“, erklärt Peter Trunk, der als Standesbeamter einsprang – im Trausaal an der Ruppertstraße. „Die Bayerische Vollzugsordnung zum Personenstandsgesetz gibt Bürgermeistern zwar das Recht, eine Ehe zu beurkunden – jedoch nicht eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft.“ Das bayerische Innenministerium muss dazu – auf Beschluss des Kabinetts – erst noch den Passus ändern. Wann das sein wird? „Der Oberbürgermeister hofft, dass er im Spätherbst auch gleichgeschlechtliche Paare trauen darf“, so eine Sprecherin aus dem Oberbürgermeister-Büro. „Wir ermöglichen ihm das gerne, sobald es gesetzlich geregelt ist“, so Trunk, der stellvertretender Leiter des Heiratsbüros ist. „Bis jetzt haben wir bereits 18 Anmeldungen für gleichgeschlechtliche Trauungen“, sagt er. Maren Kowitz

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