Areal an der Ecke Wolfratshauser Straße/Franz-Hals-Straße wird bebaut

Café-Pavillon in Solln gerettet

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Viele Sollner befürchteten den Abriss des Café Kustermann. Nun ist sicher: Der markante Pavillon bleibt erhalten.

Das Bangen hat ein Ende, die Sollner können aufatmen: Der markante Pavillon des Café Kustermann bleibt ihnen erhalten.

Eine Nachricht, die bei vielen Begeisterung hervorruft, denn lange Zeit war der Erhalt des Gebäudes mehr als unsicher. Im Sommer 2015 war bekannt geworden, dass das Café schließen muss – für viele Sollner begann das Bangen. Ihre Sorge: der Abriss des Pavillons, mit seiner gewölbten Fassade ein Blickfang im Herzen Sollns. Viele Anwohner befürchteten zudem, dass das Areal anschließend – wie es im Münchner Süden nicht unüblich ist – dicht mit Wohnungen bebaut wird. Doch so leicht wollten sich die Sollner nicht geschlagen geben: Im Herbst 2015 stellte der Bezirksausschuss den Antrag, das Café zu erhalten, ein eigener Arbeitskreis machte sich stark gegen den Abriss. 

Der Pavillon sei ein „elegantes Zeugnis der Architektur der 50er Jahre“ argumentierte der BA. „Ohne das Café-Gebäude wäre der Straßenraum gesichtslos“ hieß es im Antrag. Man bemühte sich sogar, den Pavillon unter Denkmalschutz stellen zu lassen – erfolglos. Doch der unermüdliche Einsatz bleibt nun nicht unbelohnt. Die Merkur Bauträger GmbH hat jetzt die Pläne für das Areal präsentiert, das in Zukunft „Karree Kustermann“ heißen wird. Der Clou: Der historische Pavillon des Café Kustermann bleibt erhalten und wird mitten in das Areal eingebettet. Das freut nicht nur Anwohner der angrenzenden Straßen, beinahe unter Jubel hat auch der Bezirksausschuss Solln die Baupläne einstimmig abgesegnet.

Hans-Martin Schucht, Initiator der Bürgergruppe zum Erhalt des Café Kustermann, Karl Pauli (CSU), Mitglied im BA 19 und Historikerin Dr. Dorle Gribl sind begeistert von den Entwürfen. Gribl machte der Arbeitsgruppe den entscheidenden Vorschlag: Ihr Mann, von Beruf Architekt, hatte die Idee, eine eigentlich denkmalgeschützte Villa auf dem Gelände abreißen zu lassen. „So wurde den Investoren das Gelände für die Bebauung freigemacht und im Gegenzug das Café Kustermann geschützt“, erklärt Karl Pauli vom BA.

Der Plan ging auf: Etwa 15 Wohnungen und drei Gewerbeflächen sollen bald entstehen, eine ist reserviert für den Pavillon der Kult-Konditorei. Den Abriss der von Carl Zeh entworfenen Villa können die Sollner im Gegenzug verschmerzen – in der Franz-Hals-Straße gibt es gleich fünf weitere Villen des Architekten. „Die Villa wurde bei einer Begehung eingehend geprüft“, so Pauli, „es gab wenig erhaltenswerte Merkmale, durch viele Anbauten ist von der ursprünglichen Villa nicht mehr viel erhalten.“ Den einprägsamen Rundbau des Café Kustermann zu retten hätte in diesem Fall eindeutig Vorrang gehabt. Mit den Plänen sind die Sollner mehr als zufrieden – sowohl Nachbarn, als auch Engagierte der Bürgergruppe und der BA. „Absolut genial“ findet Historikerin Dorle Gribl die Pläne, im Bezirks­ausschuss sprach man laut Pauli sogar vom „schönsten Entwurf zu einem Bauprojekt im Münchner Süden“. Der Baubeginn für das „Karree Kustermann“ ist bereits für den Sommer geplant, Mitte 2018 soll alles bezugsfertig sein. Ein zukünftiger Mieter für den Konditorei-Pavillon steht noch aus, der frühere Pächter Thomas Ritz wird laut Bauträger nicht mehr einziehen. Vanessa Hahn

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