Café Kustermann

Sollner Institution wird abgerissen

SOLLN Seit 1931 gibt es das Café Kustermann an der Wolfratshauser Straße – Eigentümer planen Neubau

Solln „Wir Sollner“, auf Hallo-Anfrage. Das Gebäude gehöre einer Erbengemeinschaft, die vorhabe, das Areal „besser zu nutzen“. Wie in solchen Kernlagen üblich, sei ein Neubau mit Gewerbe im Erdgeschoss und oben drüber Wohnen geplant, so Abenteuer. Auch das italienische Restaurant „Al Pino“ im rückwärtigen Gebäude ist von den Plänen der Eigentümer betroffen.

Für viele Bürger im Münchner Süden bedeutet der Abriss des 1931 eröffneten Cafés den Verlust eines Sollner Identifikationsorts. „Es ist immer schön, wenn man vom Süden her kommt und das Café auftaucht. Dann weiß ich gleich: ,Ah, jetzt bin ich in Solln‘, sagt Hans Bauer, ehemaliger Chef des Bezirksausschusses (BA) 19. Doch dem BA seien die Hände gebunden, so Michael Kollatz (SPD) amtierender Vorsitzender des Unterausschusses Bau und Planung im BA. „Wenn jemand privat entmietet wird, kriegen wir das gar nicht mit.“ Der Inhaber des Café Kustermann, Thomas Ritz, will sich auf Hallo-Anfrage nicht äußern. Er verweist auf Ende Oktober, da die Dinge jetzt noch nicht spruchreif seien.

Vor vollendete Tatsachen gestellt sieht sich Valerio Scopel, Inhaber des Restaurants „Al Pino“. Sein Mietvertrag läuft zum 31. Dezember aus und wurde nicht verlängert. Seit 30 Jahren betreibt Scopel sein Restaurant im Hinterhaus an der Franz-Hals-Straße. Er hat darum gekämpft, länger bleiben zu dürfen, wollte mit den Eigentümern Kontakt aufnehmen. Ohne Erfolg. Was ihn ärgert: „Man hat mich immer nur an die Immobilienverwaltung verwiesen. Auf meine Bitte um eine Stellungnahme habe ich nie eine Antwort erhalten.“ Gezwungenermaßen hat er sich jetzt auf die Suche nach einem neuen Standort gemacht „Aber es ist schwierig. Ich mache keine halben Sachen – und hier in Solln war es perfekt. Ich habe viele Stammgäste, die sind schockiert, dass ich gehe.“

Den Sollnern bleibt die Hoffnung, dass das Café Kustermann „an anderer Stelle im Ort wieder eröffnet“ – das wünscht sich zumindest Sibylla Abenteuer. Daniela Schmitt

Neu im „Hirschen“

Nach dem Kino auf ein Schnitzel in den „Hirschen“ – Vergangenheit: Das Wirtshaus an der Sollner Straße 43 hat zugesperrt. Zum Glück nicht mehr lange: Gerade wird renoviert, die neuen Pächter – Thomas Rösch und Tanja Rimsky-Korsakow von der „Schmauserei“ – wollen noch in diesem Jahr wieder aufsperren. Mit einer italienischen Tages/Aperitivo-Bar im Glaspavillon. Und Franziskaner-Biergarten ab Frühjahr 2016.

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