Kiosk statt Biker-Clubheim?

Luise-Kiesselbach-Platz: Bürger wollen Kiosk statt Vereinsheim

1 von 9
2 von 9
3 von 9
4 von 9
5 von 9
6 von 9
7 von 9
8 von 9

Biker-Clubheim oder Kiosk? Diese Frage kam bei der Präsentation der Pläne zur Oberflächengestaltung des Luise-Kiesselbach-Platzes auf. Auf der Fläche soll eine neue grüne Oase entstehen. Einige Bürger wünschen sich dort, wo der Motorradclub „Streetfighters Nomads“ seit fast 25 Jahren seine Heimat hat, einen öffentlichen Imbiss und Toiletten.

Ein kleines unscheinbares Backsteinhäuschen, auf dem Dach ein Motorrad, an der Wand hängt ein Schild, auf dem ein Biker und die Aufschrift „Streetfighters Nomads“ zu sehen sind. Wer die Nordseite des Luise-Kiesselbach-Platzes betritt, kommt am Clubheim der Streetfighters Nomads vorbei. Seit fast 25 Jahren haben die Biker dort ihre Heimat – doch soll das auch in Zukunft so bleiben? Darüber gibt es unterschiedliche Meinungen, wie sich bei der Präsentation der Pläne für die Oberflächengestaltung des Luise-Kiesselbach-Platzes zeigte.

Ein Vorschlag der Bürger war, einen öffentlichen Kiosk und Toiletten auf dem Platz zu errichten. Als Standort kam das Vereinsheim des Motorradclubs Streetfighters Nomads ins Gespräch. „Es passt einfach nicht mehr dazu“, fand zum Beispiel Maria Hemmerlein, stellvertretende BA-Vorsitzende (Grüne). Sie findet, dass die Fläche sinnvoller für die Allgemeinheit genutzt werden könnte „Wir sollten dem Club einen Ersatz zur Verfügung stellen und das Clubhaus in die Gestaltung integrieren“, regte sie an.

Die Streetfighters Nomads jedoch möchten in dem 36 Quadratmeter kleinen Häuschen, das ganz früher bereits einmal ein

Kiosk war, bleiben. Als die Biker das Gebäude nach der Vermittlung eines Streetworkers übernahmen, war innen alles herunter gekommen. Jetzt ist es „das letzte Paradies“, sagt Biker Roland Apfelbacher (Foto rechts). Die mit Holz verkleideten Wände sind voll mit Fotos, Blechschildern,

Accessoires, sogar ein alter Tank ist als Dekoration aufgehängt. „Man kommt und schlüpft in eine andere Welt“, findet Regine Lörcher (Foto links), die Frau von Apfelbacher. Die Biker bezweifeln, dass dieses Gefühl in einem anderen Vereinsheim gleich bliebe. „Alles ist hier mit so vielen Erinnerungen verknüpft“, sagt Lörcher. Sie befürchtet außerdem, dass es nicht leicht sein wird, ein gleichwertiges Gebäude zum selben Mietpreis zu finden. „Hier hat alles gepasst“, sagt Roland Apfelbacher, „und wir hatten immer ein gutes Verhältnis mit allen, es hat nie Beschwerden gegeben.“ Er hat für das Clubhaus einen unbefristeten Mietvertrag mit dem Kommunalreferat. Das Vereinsheim ist derzeit in die Platz-Planungen Planungen integriert, es soll an das neue Wegenetz angeschlossen werden. „Bis jetzt haben wir keine Anhaltspunkte, um zu kündigen“, sagt Bernd Plank, Pressesprecher am Kommunalreferat. Die Streetfighters Nomads sehen die Oberflächengestaltung positiv. „Hauptsache grün wird es“, sagt Apfelbacher.

Das wird es tatsächlich: Die 1,7 Hektar große Oberfläche wird bis zum Sommer 2018 begrünt. Wie Andreas Hermann vom städtischen Gartenbau erklärte, ist in der Mitte des dreiecksförmigen Platzes eine 5000 Quadratmeter große Wiese vorgesehen. Im nördlichen Bereich gibt es einen 1190 Quadratmeter großen Festplatz mit Schotterrasen und Platz für einen Maibaum. Geht es nach den Bürgern, die bei der Vorstellung anwesend waren, soll um den Festplatz ein Kiesweg verlaufen.

Sie wünschen sich außerdem eine ausreichende Zahl an Bänken, zum Beispiel am Gänseliesel-Brunnen. Der wiederum soll nicht am südlichen Ende der Fläche, sondern eher in der Platzmitte platziert werden, da dort der Verkehr nicht so störend sei. Im Süden könne stattdessen ein Rodelhügel errichtet werden, schlugen einige Bürger vor. Darüber wurde kontrovers diskutiert, schließlich ließ Hermann abstimmen. Die Mehrheit der Bürger entschied sich gegen den Hügel.
Claudia Schuri

Auch interessant:

Meistgelesen

Kommentare