Alles über den neuen Isar-Plan

Naturstein-Stufen, Bolzplätze, Flussverbreiterung: Das bedeutet der letzte Renaturierungsabschnitt für die City

München Es ist der letzte Bauabschnitt der Isar-Renaturierung und gleichzeitig der sensibelste. Schließlich geht es um den Bereich im Herzen der Stadt – zwischen Reichenbach- und Corneliusbrücke. Dementsprechend gespannt sind die Bürger auf die Pläne im Detail. Eine Info-Veranstaltung mit Landschaftsplanern, Ökologen und Wasserfachleuten organisiert der Bezirksausschuss Au-Haidhausen am Donnerstag, 4. März, um 19 Uhr im Pfarrsaal Mariahilf. „Ich denke, wir haben die beste Lösung gefunden“, erklärt Peter Schaller vom Baureferat. Die als Hochwasserschutz gedachte Renaturierung bringe auch einen höheren Freizeitwert und eine ökologische Verbesserung mit sich. Gerade prüft das städtische Referat für Gesundheit und Umwelt das Sechs-Millionen-Euro-Vorhaben, bevor die Ausschreibung erfolgen kann. „Wir hoffen, dass wir im November anfangen können und bis zum Frühsommer 2011 fertig sind“, so Schaller. Wie der Fluss und sein Ufer dann aussehen sollen, sehen Sie hier. Maren Kowitz Neues Nebengerinne Bereits südlich der Reichenbachbrücke wird ein zweites Nebengerinne in den Boden gegraben, das dafür sorgen soll, dass die kleine Isar genügend Wasser bekommt. Die steilen Ufer sollen durch sanfte Übergänge aus Steinen, Kies und Gras-Soden ersetzt werden – Beton mit natürlichen Baustoffen. Weniger Wiese Dadurch, dass die Isar verbreitert wird, um den Wasserspiegel zu senken, verschmälert sich die angrenzende Grünfläche der Frühlingswiese. „Die Nutzer müssen auf Teile ihrer Liegefläche verzichten, aber die gefundene Lösung ist der beste Kompromiss“, erklärt Schaller. Zwei Bolzplätze Die Isar ist einer der wenigen Orte, an der es die Vorschriften erlauben, Bolzplätze zu errichten. Dementsprechend sind an den Frühlingswiesen zwei Bolzplätze geplant – auf einem soll gespielt werden, während sich der Boden des anderen erholen kann. Reichenbach-Wehr wird abgeflacht Das Gelände des Wehrs wird abgetragen, die neue Oberkante wird niedriger sein. An dem Wehr wird aus Steinen unterirdisch eine sogenannte „Nase“ konstruiert, die verhindern soll, dass sich zuviel Kies ablagert und bei Hochwasser in die kleine Isar geschoben wird. Das würde den Grundwasserspiegel anheben und die Hochwassergefahr steigern. Rampe für Rollstuhlfahrer Vom Fußgängerweg am Damm soll eine Rampe zur Isar führen, die den behindertengerechten Zugang ermöglicht und den Passanten eine Abkürzung ins Erholungsgebiet bietet. „Das ist die einzige Stelle, an der es einer Baumfällung bedarf“, versichert Schaller. Naturnahe Steinstufen Vier Stufen – mit Kalksteinen gepflastert – sollen das Ufer zur kleinen Isar hin bilden. Die Stufen sind unterschiedlich weit auseinander, um einen möglichst naturnahen Eindruck zu erwecken, aber nur knapp 50 Zentimeter hoch. Die kleine Treppe soll den Freizeitwert an der Isar erhöhen. Freie Bahn für Fische Fische können über die Natursteinsohle des neuen verbreiterten Zugangs zur kleinen Isar problemlos schwimmen. Nachdem an der Maximiliansbrücke eine Fischtreppe gebaut wurde, um die Höhenunterschiede der Kaskaden zu überwinden, können die Münchner Isar-Fische jetzt von Oberföhring bis Großhesselohe gelangen. Badeverbot fürs Bächl? Es gibt Diskussionen, ob man im Auslass vom Freibadbächl ein Badeverbot erlassen sollte, um den ökologischen Lebensraum nicht zu gefährden. Das Referat für Umwelt und Gesundheit (RGU) will dazu bis zum Sommer die neue Bade- und Bootverordnung erstellen. „In der kleinen Isar wird dann auf jeden Fall Badeverbot gelten“, so eine Sprecherin.

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