Verein befürchtet Aus für Einrichtung in Sendling

Montessori-Schule: Vom Mut verlassen

Der bisherige Träger der Montessori-Schule will den Sendlinger Standort an den in Großhadern angliedern. Die Sendlinger Eltern haben bis zuletzt auf einen Verbleib im Viertel gehofft. Foto: das

Sendling Jahrelang haben sie gekämpft. Doch alle Mühe war womöglich umsonst: Die älteste Montessori-Schule Bayerns wird im September aus Sendling verschwinden, wenn der Bildungsausschuss des Stadtrats am 18. Februar der Verwaltung zustimmt. „Die Stimmung ist schlecht, wir sind sehr enttäuscht“, sagt Ina Lober vom Verein „Montessori für Sendling“.

Wie berichtet, zieht der bisherige Träger der Schule, die Aktion Sonnenschein, zum kommenden Schuljahr nach Großhadern um – der bestehende Erbpachtvertrag mit der Stadt München läuft 2016 aus. Als das 2012 bekannt wurde, haben Eltern einen Verein gegründet und sich fieberhaft bemüht, eine Lösung zu finden, um die Schule in Sendling zu erhalten. „Wir hätten jetzt sogar einen potentiellen Träger, der sehr interessiert ist. Aber ohne Grundstück bringt uns das nichts. Wenn wir keine nahtlose Weiterführung hinbekommen, wird es die Schule in Sendling nicht mehr geben“, so Lober. Der Verein hatte der Stadt mehrere Standorte zur Zwischennutzung bis zu einer Lösung auf dem Großmarkt-/Viehhof-Gelände nach dem Umbau vorgeschlagen. Doch aus der Sicht der Verwaltung kommt keine der Flächen in Frage: Die Stadt brauche die Nachbarflächen Reutberger Straße 10 und 12 für eigene Schulbauten. Im Rahmen der Schulbauoffensive sei eine Machbarkeitsstudie für die Grundstücke in Auftrag gegeben. Das Ergebnis werde bis Anfang 2016 vorliegen, heißt es in der Vorlage. Beim Verein stößt das auf Unverständnis: In einer vierseitigen Stellungnahme schreiben die Eltern, dass nicht einmal das Ergebnis einer (zweiten) Machbarkeitsstudie vorliege. Eine endgültige Aussage über die bauliche Ausnutzung des Grundstückes sei noch nicht getroffen worden. „Wir verstehen nicht, warum dann eine befristete Interimslösung für die Montessori-Schule so vehement ausgeschlossen wird“, sagt Lober. Dabei standen die Chancen auf eine Zwischennutzung dieser Grundstücke im Oktober 2015 nicht schlecht: „Vor Herbst 2017 werden dort keine Bagger anrücken“, sagte damals ein Mitarbeiter des Referats für Bildung und Sport in der Bürgerversammlung. Auch das Argument der Stadt, dass kein Montessori-Platz verloren gehe, lässt Lober nicht gelten: „Im Zentrum Münchens gehen sehr wohl 80 Montessori-Schulplätze verloren, darunter übrigens 20 Inklusionsplätze. Das bedeutet einen erheblichen Verlust für die Bildungsvielfalt in der Stadt.“ Abgesehen davon verstärkte der Wegfall der Montessori-Schule den Platzmangel in den umliegenden Grundschulen noch: „Im kommenden Schuljahr stehen dann in Sendling 80 Grundschulplätze weniger zur Verfügung, dazu Mittagsbetreuungs- und Kindergartenplätze.“ das

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