Abenteuer Wald

Rund 90 Prozent der Münchner Wälder bestehen laut Martin Hänsel vom Bund Naturschutz aus Fichten und Kiefern – mit deren Ästen lassen sich richtige Häuser bauen. „Die sind wind- und wasserdicht und halten warm“, sagt Katharina Brändlein. Hängen Sie einen Ast quer zwischen zwei Bäume. Dann auf beiden Seiten kleinere Zweige fürs Dach. Dichten Sie Dach und Boden mit Laub, Gras und Moos ab. Brändlein: „Damit es schön warm bleibt, sollte der Unterschlupf nur 50 bis 60 Zentimeter hoch sein.“

Raus jetzt! Was Sie in Münchens Forsten erwartet

MÜNCHEN In und um München stehen rund 22 000 Hektar Wald, eine Fläche so groß wie 44 000 Fußballfelder. Ein riesiger Abenteuerspielplatz, den kaum jemand nutzt. „Noch immer erfahren viele Münchner ihren Wald nur von der Forststraße aus“, sagt die Försterin Katharina Brändlein (Foto). In ihrem Buch „Naturwerkstatt Wald“ (AT Verlag, 19,90 Euro) hat sie für jede Jahreszeit Spiel-Tipps für Waldentdecker zusammengestellt. Was Sie mit Ihren Kindern alles im Wald erleben können, zeigen wir Ihnen auf dieser Seite. Thomas Gautier Wir verlosen fünf Mal das Buch „Naturwerkstatt Wald“. Um zu gewinnen, schicken Sie eine e-Mail an aktion@hallo-muenchen.de oder eine Postkarte an die Redaktion. Stichwort: „Wald“ Welch wohltuendes Wasserl! Auf zur Tümpel-Safari! Bauen Sie zuerst einen Käscher: Schneiden Sie ein Netz oder feinmaschigen Stoff zu einem Halbkreis und fädeln Sie es an einem zu einem Kreis gebogenen Eisendraht (etwa aus Drahtkleiderbügel). „In den Bächen und Tümpeln tummeln sich viele kleine Fische oder Flohkrebse“, erklärt Brändlein. „Anhand einiger Tiere können Sie sogar die Wasserqualität bestimmen. Wo Eintags- und Köcherfliegenlarven liegen, ist das Wasser sehr sauber. Wo Sie Egel oder Wasserasseln entdecken, ist das Wasser nicht so gut.“ In Brändleins Buch sind die einzelnen Tiere abgebildet – so können Sie und Ihre Kinder bestimmen, was sie da gefangen haben. So finden Sie Schwammerl In den Wäldern Mitteleuropas gibt es laut Renate Grünert vom Pilzverein bis zu 6000 Arten – da findet sich immer ein leckeres Schwammerl. Mit dem ersten Frost endet die Saison zwar, doch im nächsten Jahr sollten Sie nach Röhrlingen wie Steinpilzen Ausschau halten – diese Delikatesse findet sich recht häufig im Wald. Faustregel: Schwamm-Pilze sind in der Regel ungiftig. Grünert aber warnt: „Besorgen Sie sich auf jeden Fall ein Pilzbuch!“ Sonst erwischen Sie am Ende das giftigste Schwammerl: den orangefuchsigen Raukopf, der zu Organversagen führt. Da raschelt’s im Blätterwald Wenn es kalt wird, bereiten sich Bäume auf den Winter vor. Brändlein: „Sie lagern das Blattgrün in Wurzeln und Stamm ab, um im Frühling neue Blätter zu bilden.“ In den Blättern bleiben gelbes Karotin und rotes Anthocyan zurück, die zu den prächtigen Tönungen führt. Dann weicht der Baum die Zellen zwischen Blatt und Ast auf, die Blätter fallen und bilden wunderschön bunte Haufen – was gibt’s Schöneres, als da durchzusausen? Blieben die Blätter am Baum, würde er vertrocknen. Übers Laub verdunstet Wasser, das der Baum im Winter nicht über den gefrorenen Boden zurückholen kann.

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