@ichbinsophiescholl

Heute wäre der 100. Geburtstag von Sophie Scholl ‒ Die letzten Monate im Nazi-Widerstand auf Instagram

@ichbinsophiescholl: Instagram-Projekt startet am 4. Mai
+
Anlässlich des 100. Geburtstags von Sophie Scholl holt das Instagram-Projekt von SWR und BR die Widerstandskämpferin aus den Geschichtsbüchern ins Hier und Jetzt.

Beim Instagram-Projekt @ichbinsophiescholl werden die letzten Monate von Sophie Scholl gezeigt. Dabei geht es nicht nur um den Nazi-Widerstand, sondern auch um die Person selbst.

  • Sophie Scholl gehörte zum Kreis Weiße Rose und leistete Widerstand gegen den Nationalsozialismus
  • Sie wurde vom Nazi-Regime ermordet - Am 9. Mai wäre sie 100 Jahre alt geworden.
  • Der Instagram-Kanal@ichbinsophiescholl“ begleitet die letzten zehn Monate im Leben der Münchner Studentin

Der Name Sophie Scholl steht wie kaum ein anderer für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Sie gehörte zum Kreis rund um Alexander Schmorell und ihren Bruder Hans. Die Weiße Rose prangerte die Verbrechen der Nazis an und verteilte Flugblätter, um die Menschen aufzurütteln.

Am 18. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl bei einer Aktion in München festgenommen und vier Tage später
hingerichtet. Vor allem Sophie Scholl wurde zur Ikone. Doch rund um ihren 100. Geburtstag am Sonntag (9. Mai) ändert sich das Bild - hin zu einer jungen Frau, die zwar Mut und Stärke, aber auch Schwächen und Widersprüche hatte und die gerade deshalb nahbarer ist denn je.

Thomas Rink vom NS-Dokumentationszentrum in München hält das für überfällig. „Sophie Scholl wurde nicht als Widerstandskämpferin geboren.“ Nehme man ihre gesamte Lebensgeschichte mit all ihren Widersprüchen, Ambivalenzen und Entwicklungen in den Blick, werde ihr der Mythos einer „Heiligen ohne Widersprüche“ genommen. „Sie wird von der Widerstandsikone zum Menschen.“

Das begrüßt auch Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden: „Perfekte Menschen gibt es nicht. Und wenn sie auf einen Sockel gestellt werden, taugen sie nicht mehr als Vorbild. Denn dann werden sie unerreichbar“.

Vor allem junge Leute könnten nach Ansicht von Hildegard Kronawitter von der Weiße Rose Stiftung gut mit dieser Widersprüchlichkeit umgehen. Jugendliche erlebten sich selbst oft als widersprüchlich, sagt die Vorsitzende. Wenn so ein Idol wie Sophie Scholl auch Widersprüche in sich trage, könnten sie das also gut nachvollziehen.

Wie das geht, zeigt das Instagram-Projekt „@ichbinsophiescholl“.

Instagram-Serie „@ichbinsophiescholl“ - Was würde Sophie posten?

Der Kanal „@ichbinsophiescholl“ begleitet in Echtzeit die letzten zehn Monate im Leben der Münchner Studentin, die wegen ihres Widerstands gegen die Nationalsozialisten am 22. Februar 1943 hingerichtet wurde.

Es ist ein Mammutprojekt, mit dem der Südwestrundfunk (SWR) und der Bayerische Rundfunk (BR) für Aufsehen sorgen.

Dass die Idee gut ankommt, verwundert nicht. „@ichbinsophiescholl“ zeigt die Studentin als freche und auch widersprüchliche, junge Frau, die sich mit Neugier ins Leben stürzt, die sich mit ihrem Verlobten Fritz Hartnagel wunderschöne Briefe schreibt und auch mal mit der Liebe hadert. Bei aller Lebenslust ist sie entsetzt über die grausamen Verbrechen der Nationalsozialisten. Hier will sie nicht länger tatenlos zusehen und schreitet mutig zur Tat.

Akribisch hat das Team um Regisseur Tom Lass in Briefen, Tagebüchern und historischen Dokumenten recherchiert. Manches ist auch fiktional, etwa wenn Sophie in die Kamera spricht. Doch das geschieht mit Respekt und Umsicht, ohne Sophie Scholl zu vereinnahmen.

Start war bereits am Dienstag - an dem 4. Mai, an dem Sophie auch im Jahr 1942 von Ulm nach München reiste, um Philosophie und Biologie zu studieren. Endlich raus aus der Provinz: „Studieren in der Großstadt, ich freu mich, auf alles was kommt“, jubelt Sophie in die Kamera.

Alles ist aufregend! Eine Überraschungsparty, die ihr Bruder Hans zu ihrem 21. Geburtstag für sie schmeißt. Das Einleben in München. Und über Hans der Kontakt zu Alexander Schmorell und anderen aus der Weißen Rose, die in Flugblättern die Verbrechen der Nazis anprangern.

Erzählt wird bis zu jenen schicksalhaften Tagen, als Scholl und ihr Bruder am 18. Februar 1943 verhaftet werden, während sie im Lichthof der Ludwig-Maximilians-Universität in München Flugblätter verteilen. Vier Tage später werden sie hingerichtet.

Eine neue Wanderausstellung „Sophie Scholl und die Weiße Rose“ widmet sich auf 14 Bannern verschiedenen Stationen ihres Lebens. Hallo stellt ausgewählte Aspekte vor - und hat mit Hildegard Kronawitter, der Vorsitzenden der Weiße Rose Stiftung, gesprochen

dpa/jh

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Unter Sendlinger Schule: Archäologen stoßen auf Spuren eines 3000 Jahre alten Dorfs 
München Süd
Unter Sendlinger Schule: Archäologen stoßen auf Spuren eines 3000 Jahre alten Dorfs 
Unter Sendlinger Schule: Archäologen stoßen auf Spuren eines 3000 Jahre alten Dorfs 
Unwetter wütet in München: Über 100 Feuerwehreinsätze in der Nacht 
MÜNCHEN
Unwetter wütet in München: Über 100 Feuerwehreinsätze in der Nacht 
Unwetter wütet in München: Über 100 Feuerwehreinsätze in der Nacht 
Gewalttat am Fasaneriesee: Mann schlägt auf 17-Jährigen ein - Polizei München sucht Zeugen
München Nord
Gewalttat am Fasaneriesee: Mann schlägt auf 17-Jährigen ein - Polizei München sucht Zeugen
Gewalttat am Fasaneriesee: Mann schlägt auf 17-Jährigen ein - Polizei München sucht Zeugen
Vor letztem EM-Gruppenspiel in München: Wie kommt Deutschland gegen Ungarn ins Achtelfinale?
München Nord
Vor letztem EM-Gruppenspiel in München: Wie kommt Deutschland gegen Ungarn ins Achtelfinale?
Vor letztem EM-Gruppenspiel in München: Wie kommt Deutschland gegen Ungarn ins Achtelfinale?

Kommentare