Bezirksausschuss

Rückkehr zur alten Partei

AUBING - Lange war Sibylle Katzlinger krank gewesen. Doch als sie wieder an der jüngsten Bezirksausschuss- Sitzung teilnahm, sorgte sie für Aufsehen...

„Ich bin vergangenes Jahr im Juni ausgetreten und im September der CSU beigetreten“, sagt die 48-jährige Aubingerin. Einer Partei, die ihr nicht gänzlich unbekannt ist, war Katzlinger doch einst in ihrer Jugend schon mal CSU-Mitglied. Später, sagt sie, seien ihrem politischen Engagement Mann und Kind in die Quere gekommen. Es folgte eine Pause und der Austritt. Für den jetzigen Ausstieg ist der Grund allerdings ein anderer: „Die FDP hat ihre liberalen Grundsätze verloren. Für mich ist sie nur noch ein Diener der CSU. Sie ist nicht mehr die Partei, die sie mal war.“

Harte Worte von einer Frau, die den FDP-Ortsverband im Westen nach eigener Aussage mitgegründet hat. 2006 ist Katzlinger in die FDP eingetreten. „Vorher war ich immer schon parteilos dabei“, sagt sie. „Doch irgendwann wollte ich mehr. Ich war überzeugt vom damaligen Programm. Ich wollte auch andere dafür begeistern.“ Außerdem hatte sie eigene Ideen, die sie realisieren wollte. Beispielsweise einen Mittagstisch für bedürftige Aubinger Schulkinder. „Die FDP hat diese Idee aber nicht wirklich unterstützt“, sagt Katzlinger. „Ich erhoffe mir nun Unterstützung von der CSU.“

Klement Bezdeka, Kreisvorsitzender der FDP, ist über solche Anschuldigungen erschüttert. „Ich bin verwundert, dass sie mangelnde Unterstützung beklagt“, sagt er. „Ich bin seit zwei Jahren Kreisvorsitzender. Ich habe in dieser Zeit weder einen Anruf noch eine Email von ihr bekommen.“ Schon lange sei Katzlinger nicht mehr aktiv in der Partei gewesen. Da sie die einzige FDP-Vertreterin im Aubinger BA war, habe man sie mehrfach angeschrieben und zu Sitzungen eingeladen. „Keine Reaktion“, sagt Bezdeka. „Es ist bitter, ein Mitglied zu verlieren und sich auch noch Vorwürfe anzuhören.“

Sebastian Kriesel, Fraktionssprecher der CSU im BA, ist hingegen begeistert vom Übertritt. „Sibylle Katzlinger ist vor allem im sozialen Bereich für uns eine gute Ergänzung“, sagt er. „Deshalb haben wir sie auf unserer Wahl-Liste auf Platz 11 gesetzt.“ Sibylle Katzlinger freut das. Sie möchte weiterhin für einen Mittagstisch kämpfen. „Wenn das Projekt gut läuft, möchte ich es ausweiten“, sagt die Aubingerin. „Ich träume von einem Mehrgenerationenhaus.“                                                       Marie-Anne Hollenz

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