Ein Ranzen voller Regeln

Schulstart in Bayern während Corona - Das planen die Stadt München und der Freistaat 

Einen schönen ersten Schultag soll es trotz Pandemie auch heuer geben. 
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Einen schönen ersten Schultag soll es trotz Pandemie auch heuer geben. 

Schulranzen auf und Maske im Gesicht: So startet am 8. September wieder die Schule – unter Corona-Bedingungen. Hallo gibt eine Übersicht, was zum Schulstart jetzt bekannt ist 

  • Die Schule in Bayern beginnt am 8. September.
  • Für Schüler und Lehrer gilt eine Maskenpflicht.
  • Die Hallo-Übersicht der Corona-Regeln zum Schulstart

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Hygiene: 

Vorerst die ersten neun Schultage gilt für Schüler ab der 5. Jahrgangsstufe auch im Unterricht die Maskenfplicht. So soll das Infektionsrisiko durch Reiserückkehrer minimiert werden. Lehrer können sich freiwillig und kostenlos bis 18. September testen lassen. 

Jede Schule soll einen Hygienebeauftragten benennen. Desinfektionsspender sind nicht vorgeschrieben. Schutzmaßnahmen sind häufiges Händewaschen, Nießetikette, Abstandsregeln und Maskenpflicht auf dem Schulgelände.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Erster Schultag: 

Beim ersten Schultag, erklärt Schulamtsleiter Anton Zenz, entscheidet die Schulleitung das Vorgehen, damit alle Kinder einen sicheren Start in ihr Schulleben haben. 

Manche Schulen erlauben, dass nur ein Elternteil das Kind begleitet, andere verlegen die Einschulungsfeier ins Freie oder lassen die ersten Klassen zeitversetzt starten.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Krankheiten: 

Bei leichten Symptomen wie Schnupfen und gelegentlicher Husten dürfen die Schüler erst in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. Grundschüler hingegen dürfen mit einer leichten Erkältung (ohne Fieber!) am Unterricht teilnehmen.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Gestaffelte Zeiten: 

Strickte Vorgabe gibt es laut Anton Zenz, Leiter des Staatlichen Schulamtes München, nicht, aber Empfehlungen, wie das Hygienekonzept eingehalten werden kann. 

„Auch gestaffelte Unterrichts- und Pausenzeiten können im Rahmen des organisatorisch Machbaren dazu beitragen, dass sich möglichst wenige Personen aus verschiedenen Gruppen auf den Fluren und dem Pausenhof begegnen.“ Die Schulleitung entscheidet vor Ort, was organisatorisch machbar und sinnvoll ist.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Schulweg: 

Zum Schulstart verstärken fahrplanmäßig rund 70 Busse den ÖPNV. Ob es zusätzliche temporäre Verstärkungen darüber hinaus braucht und wie diese aussehen könnten, wird derzeit geprüft. Die MVG empfiehlt Schülern, möglichst frühzeitig aufzubrechen.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Betreuung: 

Ab einer Inzidenzzahl von 35 gibt es in Kitas und Horten unter anderem feste Gruppen, die keinen Kontakt mehr zueinander haben.

Corona-Regeln an der Schule in Bayern – Technische Ausstattung: 

Das Referat für Bildung und Sport hat 6000 mobile Endgeräte zur Ausleihe für sozial benachteiligte Schüler beschafft. Über 2200 sollen folgen.

Ab soviel Corona-Neuinfektionen drohen Schließungen

50 oder mehr Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner: Ab dann gilt Stufe 3 des Stufenplans. Dann gilt für alle Schüler – auch Grundschüler – die Maskenpflicht im Unterricht und es muss wieder der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. 

Wenn der aus Platzgründen nicht eingehalten werden kann, werden die Klassen zeitlich befristet geteilt, damit in kleineren Gruppen im Wechsel Präsenz- und Distanzunterricht stattfinden können. In Kitas und Horten gilt dann nur noch eine eingeschränkte Notbetreuung.

Zwischen Unsicherheit und Zuversicht

Christian Heuschneider (45), stellvertretender Leiter des Zentralen Schulpsychologischen Dienstes München, spricht in Hallo über Anliegen der Schüler, Ratschläge für Lehrer und Eltern und Masken auf dem Schulhof.

Mit welche Anliegen wenden sich Schüler aktuell an den Schulpsychologen?
Zu Beginn eines neuen Schuljahres gibt es immer gemischte Gefühle: Nervosität, Angst, aber auch Vorfreude. Die Sehnsucht von Kindern nach Sicherheit ist in Zeiten wie diesen besonders groß.

Was kann man da als Lehrer, als Eltern tun?
Man sollte sich Zeit nehmen und zeigen: „Ich bin für dich da.“ Verbundenheit und Sicherheit sind der Schlüssel. In Krisen geht es um Zuversicht. Sorgen sind ansteckend und übertragen sich aufs Kind. Die gute Nachricht: Zuversicht ist auch ansteckend.

Die Eltern sind auch Vorbild, beispielsweise beim Umgang mit der Maske.
Wenn ich über die Maske jammere, übertrage ich das aufs Kind. Aber auch, wenn ich es als neue Routine, als neue soziale Norm des Miteinander ansehe. Routinen sind wichtig und geben Sicherheit. Es macht Kinder auch stolz, beispielsweise wenn sie ihre Schulsachen in Ordnung halten. So entkommt man der Befürchtungsdynamik. 

Man sorgt sich, hat Stress, da man denkt: Ich kann etwas nicht bewältigen. Dem kann man entgehen, wenn man sich auf das eigene Handeln, die eigenen Möglichkeiten besinnt. Wenn ein Kind damit Probleme hat, soll es sich zum Beispiel an den Klassenlehrer wenden.

Christian Heuschneider (45), stellvertretender Leiter des Zentralen Schulpsychologischen Dienstes München.

Für manche Schüler ist jetzt wahrscheinlich auch der Druck groß, das Versäumte aus dem letzten Schuljahr aufzuholen...
Dann ist wichtig, sich beim Lernen Hilfe zu holen. Man sollte die Lehrkraft fragen, wie man die Lücken schließen kann, sich einen Plan erstellen oder die Förderangebote der Schule nutzen. Am besten man fängt mit kleinen Portionen an.

Hat die Distanz durch das Homeschooling die schulpsychologische Arbeit erschwert?
Wenn der Kontakt schon vorher da war, dann lässt sich der über Telefon- oder Videoberatung halten. Das Homeschooling hat bei manchen mit psychischen Problemen die Situation verschlimmert, andere waren erleichtert, beispielsweise weil der Leistungsdruck weniger war.

Wobei die Freude als Schüler nur kurzzeitig ist, da man das Versäumte aufholen muss, der Druck wieder da, vermutlich sogar noch größer ist.

Manche Elternverbände befürchten, dass das Maske tragen für Kinder psychologische Folgen hat. Zurecht?
Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, die meisten haben kein Problem damit. Solche Äußerungen werden schnell zum Politikum. Es sind Einzelfälle und kann psychische Gründe haben, die schon vorher bestanden haben. Eine Klasse ist heterogen, auch wie man in der jeweiligen Familie mit den Einschränkungen umgeht.

Hilfe vom Pädagogisches Institut München für Eltern und Schüler 

sab

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