Fußball

Er gibt den Löwen die Richtung vor

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Hier geht es lang: Ricardo Moniz hat klare Vorstellungen, wie er den Erfolg nach München holen will.

MÜNCHEN Ricardo Moniz (50), neuer Trainer von 1860 München, im Interview von A bis Z

Das Ziel bei den Löwen ist klar, der Aufstieg soll her. Und er ist der Mann, der es verwirklichen soll: Ricardo Moniz (50). „Wenn es nicht klappt, habe ichmeine Arbeit nicht gut genug gemacht“, sagt der Holländer. Seit knapp vier Wochen ist Moniz neuer Cheftrainer beim TSV 1860 München. Und er hat feste Vorstellungen, wie es mit dem Aufstieg endlich klappen soll. Seine Devise: Vor dem Erfolg kommt der Schweiß. „Ich will die konditionell stärkste Mannschaft der Zweiten Liga haben.“ Moniz war schon einmal Cheftrainer in Deutschland – in der Saison 2009/10 trainierte er interimsweise den Hamburger SV. „Eine unglaubliche Zeit und tolle Erfahrungen bei einem echten Traditionsclub. Ich habe Deutschland vermisst.“ Moniz war schon Nachwuchskoordinator bei den RedBull-Vereinen, später Cheftrainer in Salzburg. Nach Stationen in Ungarn und Polen kehrt er jetzt zurück in die Bundesliga – wenn auch erstmal in die Zweite. Damit es mit der Ersten Liga klappt, will Moniz vor allem auch auf die Jugend setzen. Eine seiner ersten Amtshandlungen: Er hat den erst 18-jährigen Julian Weigl vorläufig zum Kapitän der Mannschaft gemacht. „Ein Zeichen für ihn – und eine Sympathieerklärung an den Nachwuchs. Unser Ziel ist es, dass in Zukunft 50 Prozent der Mannschaft aus dem eigenen Nachwuchs sind“, so der Holländer. Warum er sich jedes Mal freut, wenn er den Candidberg hochfährt, weshalb München für ihn schon lange eine ganz besondere Bedeutung hat und wer für ihn der beste Fußballer derWelt ist, verrät Ricardo Moniz im Hallo-Interview – von A bis Z. Robert Feiner

Aufstieg: Der Verein verdient dieses Ziel – mit all den tollen Leuten im Hintergrund. Man muss sich auch hohe Ziele setzen, wenn man etwas erreichen will. Deshalb werden wir alles versuchen, um es zu schaffen. Ob es am Ende aber reicht, das wird sich zeigen.

Benny Lauth: Dieses Thema ist Vergangenheit. Wir schauen nach vorne.

Chaos: Unruhe schadet jedem Verein. Allerdings sehe ich hier im Moment überhaupt kein Chaos. Alles beim TSV 1860 München ist sehr strukturiert und sympathisch. Chaos kann ich mir hier beim besten Willen nicht vorstellen. Aber vielleicht liegt das daran, dass ich erst seit Kurzem hier bin (lacht).

Daniel van Buyten ist keine Option für uns. Und mit Gary Kagelmacher haben wir erst vor Kurzem einen Innenverteidiger verpflichtet. 

Ehrgeiz: Ich bin sehr ehrgeizig. Aber das sind alle im Verein. Wir wollen das Maximale aus der Mannschaft herausholen. Und wenn man etwas tut, dann sollte man es immer bestmöglich machen.

Fröttmaning: Die Allianz-Arena ist unsere Heimat. Wir freuen uns, dort spielen zu können.

Giesing gefällt mir sehr. Im Moment lebe ich noch in einem Hotel in Schwabing. Ich freue mich aber jeden Tag, wenn ich den Candidberg hochfahre und nach Giesing komme.

HSV: Dieser Verein war meine erste Cheftrainer-Station in Deutschland. Eine unvergessliche Zeit – jeder einzelne Tag. In Hamburg hatte ich sehr intensive Erlebnisse – wie das Halbfinale im Europapokal. Hier bei Sechzig erlebe ich die Zeit aber genauso intensiv.

Ismaik: Mit ihm habe ich bisher noch nicht gesprochen. Das wird automatisch kommen. Er ist eine sehr wichtige Person im Verein. Aber alle anderen sind auch wichtig. Jeder hat seinen Anteil, auch die Jugendtrainer und die Waschfrau.

Jugend: Ich baue auf junge Spieler. Wichtig ist, dass wir uns endlich für unsere Nachwuchsarbeit belohnen. Bisher haben wir zu viele Spieler für andere Clubs ausgebildet. Die Jungen müssen sich aber auch zeigen.

Kinder habe ich keine.

Löwen: Ein Traditionsverein, der sympathisch, hungrig und offen ist. Zudem sind sie Kämpfer, die keiner Konfrontation aus dem Weg gehen. Auch ich gehe an die Grenze, um meine Ziele zu erreichen – und auch darüber hinaus.

München hat eine besondere Bedeutung für mich. Hier fand im Jahr 1974 das WM-Finale zwischen Holland und Deutschland statt. Zudem hat die Stadt Klasse und Stolz.

Neuzugänge finden bei uns ein gutes Umfeld vor. Aber nur wenn du Gas gibst, wirst du auch akzeptiert. Es wird sehr spannend, wer sich am Ende durchsetzt.

Olé: Unsere Fans haben großen Hunger nach Erfolg. Es ist also nachvollziehbar, dass sie kritisch sind. 

Partyverbot habe ich nicht ausgegeben, schließlich bin ich kein Unmensch. Ich fordere aber eine professionelle Einstellung. Ich kann es nicht verantworten, dass wir vielleicht nicht erfolgreich sind und Fans die Spieler in der Disco sehen.

Qual muss sein, denn Kondition ist das allerwichtigste. Wenn zwei Spieler ähnlich gut sind, wird sich immer der mit mehr Energie durchsetzen.

Roter Rivale: Ich habe großen Respekt vor Bayern München, weil sie immer erfolgreich waren.

Stürmer ist die wichtigste Position. Man muss sich nur anschauen, wer der allerwichtigste Spieler bei Bayern München war. Es war Gerd Müller, denn er hat die Bälle reingeschossen. Ohne ihn hätte Bayern damals nicht diesen Erfolg gehabt.

Tiki-Taka ist nicht das, was wir bei Sechzig spielen können und wollen. Ich liebe individuelle Aktionen und Torgefahr. Wenn du nur Ballbesitz spielst, verlierst du. Wenn Tore fallen, gehen auch die Fans viel mehr mit. 

Umfeld: Ich verspüre keinen Druck. Die einzige Gefahr besteht, wenn Leute nicht selbst denken, sondern auf Gerüchte hören. Dann kann das Umfeld sehr negativen Druck aufbauen. Und das kann die Entwicklung eines Vereins stören. Wir brauchen die Unterstützung aus dem Umfeld.

Vallori war letztes Jahr Kapitän. Jetzt habe ich dem jungen Julian Weigl erstmal die Binde gegeben. Ich versuche, ihn damit zu kitzeln. Er ist ein großes Talent, braucht aber noch einen Schritt. Ich will nicht, dass er nur ein Talent bleibt.

Weißwurst habe ich schon probiert. Die war echt lecker.

Xavi ist ein toller Fußballer, aber der Beste ist Lionel Messi. Er ist ein Vorbild für alle, die anders sind. Denn es geht nicht darum, wie groß du bist – Fußball ist Intuition, Abenteuer und Dribbling. Und das Beste: Messi ist immer der einfache Junge von der Straße geblieben.

Yes: Ich spreche holländisch, englisch und deutsch. Auf dem Platz wird aber ausschließlich deutsch geredet.

Zwei-Jahres-Vertrag: Den Verein sehe ich dann in der Bundesliga – sonst kann ich ja gleich zu Hause bleiben (lacht). Die Fans wollen das doch. Und ich werde in der Zeit alles für dieses Ziel geben. Wenn es mir nicht gelingt, dann habe ich es nicht gut gemacht.

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