Verkehrsinitiative fordert weiterhin Querungshilfe

Zebrastreifen statt Parkplätze?

Etwa zehn Parkplätze würden in der Hofangerstraße wegfallen, wenn man dort die von der Verkehrsinitiative Ramersdorf-Ost so vehement geforderte Querungshilfe einbauen würde. Einzige Möglichkeit für eine Mittelinsel ist direkt hinter der Mariathalstraße stadtauswärts. 

Als „exorbitant hoch“ bezeichnete BA-Verkehrssprecher Werner Ruf (CSU) die Anzahl der Parkplätze, die beim Einbau der Mittelinsel in der Hof-angerstraße entfallen würde. Stellplätze, die zur Nachtzeit und an den Wochenenden jedoch für den ruhenden Anliegerverkehr gebraucht würden. Wegfallen würden die Parkplätze vor den Hausnummern 26/28 bzw. 27a. Denn dort ist nach Angaben des Baureferats die einzige Stelle, in der eine Querungshilfe grundsätzlich überhaupt möglich wäre. 

Zeitgleich ging bei den Stadtteilpolitikern die Stellungnahme der Polizei zu einer möglichen Tempo 30-Beschränkung in der Hofanger- und Berger-Kreuz-Straße ein. Danach werden in den beiden Straßen die Kriterien für die Anordnung einer Tempo 30-Zone nicht erfüllt. Die beobachteten Verkehrsverhältnisse und besonders die Unfallauswertung ergaben außerdem „keine Anhaltspunkte, wo aus Gründen der Verkehrssicherheit eine Einzelanordnung von 30 km/h Höchstgeschwindigkeit zwingend erforderlich wäre“. 

Während die Berger-Kreuz-Straße absolut „unauffällig“ sei, sei das Unfallaufkommen in der Hofangerstraße durchaus hoch. Seit Januar 2010 wurden hier bis heute insgesamt 64 Verkehrsunfälle registriert, in der Berger-Kreuz-Straße nur insgesamt 18. „In beiden Straßen ereigneten sich im benannten Zeitraum nach unserem Kenntnisstand kein Unfall, bei dem eine Geschwindigkeit über 30 km/h unfallursächlich protokolliert wurde.“ 

Bei etwa der Hälfte der aufgenommenen Unfälle in der Hof-angerstraße handelt sich um abgefahrene Außenspiegel von geparkten Fahrzeugen. Das wiederum sei eine Folge der eingeengten Fahrbahnbreite. Ein Begegnungsverkehr sei dadurch nicht immer so ohne weiteres möglich, so der zuständige Polizeisachbearbeiter des Münchner Präsidiums. 

Seiner Erfahrung nach zeigen optische und tatsächliche Fahrbahnverengungen sehr viel mehr Wirkung als jedes Schild. Deshalb hätte ein 30er-Schild hier wohl auch wenig Einfluss auf das Verhalten von Kraftfahrern. In der Hofangerstraße trage der zum Teil kurvige Verlauf noch zusätzlich zur Geschwindigkeitsdämmung bei. 

Sollte das Kreisverwaltungsreferat trotz allem für die Hofangerstraße Tempo 30 für einzelne Streckenabschnitte anordnen, dann könnte die Polizei aber damit leben. Hier allerdings hätte der Bezirksausschuss Bedenken. Unterschiedliche Geschwindigkeitsregelungen in der Berger-Kreuz- und der Hofangerstraße erscheinen den Stadtteilpolitikern aufgrund des zusammenhängenden Gebietscharakters und dem Risiko einer Verkehrsverlagerung zulasten der Berger-Kreuz-Straße nicht sinnvoll. Zudem will man eine Stellungnahme der MVG zu dem ganzen Thema haben und Stimmen der Anwohner rund um die mögliche Querungshilfe Höhe Mariathalstraße zum Wegfall der Parkplätze sammeln. Solange wird die Diskussion über dieses Thema erst einmal zurückgestellt.

Carmen Ick-Dietl

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