Der Traum von der Tram ist vorerst vorbei

Wiedereinführung der Straßenbahn nach Ramersdorf

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Einer beschleunigten Wiederinbetriebnahme einer Tramlinie nach Ramersdorf hat die MVG jetzt eine Absage erteilt.

Eine beschleunigte Wiederinbetriebnahme der Tram vom Ostbahnhof nach Ramersdorf ist vom Tisch. Auch wenn die Linie ein hohes Potential besitze, stünden die Rahmenbedingungen einer schnellen Realisierung im Weg, erklärt die MVG.

Der Bezirksausschuss Haidhausen hatte im Juni die Prüfung einer beschleunigten Wiederinbetriebnahme von Abschnitten der Tram nach Ramersdorf vom Ostbahnhof entlang der Orleansstraße über die Rosenheimer Straße und über Ramersdorf bis nach Neuperlach gefordert. Schließlich gab es entsprechende Linien in der Vergangenheit bereits. Bis 1972 wurde der Streckenabschnitt vom Ostbahnhof bis Ramersdorf und bis 1980 bis zur Höhe der Kichseeoner Straße mit Straßenbahnlinien befahren. Erst mit der Inbetriebnahme des U-Bahnverkehrs nach Neuperlach und einer Neuordnung des Busverkehrs wurde der Tramverkehr entlang der Rosenheimer Straße eingestellt.

Und das, obwohl selbst die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) dort großes Potential sieht. „In der Tat handelt es sich bei der Strecke vom Ostbahnhof nach Ramersdorf um eine bereits heute sehr stark im Busverkehr nachgefragte Relation. Alleine die Metrobuslinie 55, die neben anderen Stadtbuslinien auf dieser Achse verkehrt, zählt zu den nachfragestärksten Buslinien in München“, heißt es in der Stellungnahme zu dem BA-Antrag.

Und so gibt es bei MVG durchaus Überlegungen, wie die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in diesem Bereich aussehen könnte. Im Rahmen der Planungen zur Neuordnung des Ortskerns von Ramersdorf sowie im Zuge einer Verkehrsuntersuchung zur Schienenanbindung des südöstlichen Landkreises München sei die Thematik bereits Anfang der 2010er Jahre von zwei Blickwinkeln betrachtet worden, teilt die MVG dem BA mit. Im ersteren habe der Fokus auf der Sicherung einer ÖV-Trasse im Zuge einer Neuordnung des Verkehrs gelegen, die sowohl Bustauglich als auch „aufwärtskompatibel“ für einen möglichen späteren Trambetrieb im Bereich des Ortskerns Ramersdorf sein sollte. In einer die Stadtgrenzen überschreitenden Studie Richtung Neubiberg/Ottobrunn sei der Schwerpunkt auf einer verkehrlichen Wirkung einer Tram mit einem Linienweg unter anderem vom Ostbahnhof über Ramersdorf bis in weiter entfernte Ziele des Landkreises München gesetzt worden. „Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigten, dass eine ÖV-Trasse auch nach einer Ortskernumgestaltung in Ramersdorf technisch umsetzbar ist. Ferner signalisieren die Ergebnisse der stadtübergreifenden Studie, dass ein Linienweg innerhalb des Stadtgebietes hohe Fahrgastpotentiale hätte“, folgert die MVG. 

Möglicher Korridor soll geprüft werden

Auf Grundlage dieser Erkenntnis werde ein möglicher Tramkorridor vom Ostbahnhof über Ramersdorf nach Neuperlach in den Infrastrukturteil des in der Fortschreibung befindlichen Nahverkehrsplans im Status „in Untersuchung“ angestrebt. Mit den gewonnen Erkenntnissen könnten dann vertiefte Machbarkeitsstudien angestoßen und weitere Planungsschritte eingeleitet werden, heißt es weiter.

Doch so einfach, wie es sich der Bezirksausschuss vorgestellt hat, funktioniert es nach Ansicht der Verkehrsgesellschaft mit einer Beschleunigung nicht. Die nach wie vor bestehende ÖV-Trasse könne zwar sicherlich als ein Baustein für eine mögliche Reaktivierung einer Tramlinie dienen. Doch die heute noch vorhandene Strecke, die nur für Busse genutzt werde, „entspricht jedoch bei weitem nicht mehr den Anforderungen an einen modernen und leistungsfähigen schienengebundenen Nahverkehr“. Zudem müssten neben dem Ortskern Ramersdorf zwei weitere neuralgische Punkte entlang der Strecke bei einer neuen Tramachse berücksichtigt werden. Zum einen die Eisenbahnunterführung an der Rosenheimer Straße. Im Falle einer Sanierung der Anlage müsse diese für einen künftigen Tramverkehr kompatibel errichtet werden. Zum anderen müsse der Orleansplatz als potentieller Verknüpfungspunkt zum Trambestandsnetz in seiner Struktur so erhalten bleiben, dass dort zusätzliche Tramgleise verlegt werden können.

„Unter den oben genannten Rahmenbedingungen ist leider kein beschleunigtes Planfeststellungsverfahren zu erwarten. Eine leistungsfähige Tramachse kann sicherlich einen wertvollen Beitrag für eine moderne und umweltfreundliche Mobilität in München leisten. Ein dem ÖPNV positiv gestimmter Rahmen erhöht in jedem Fall die Chancen einer beschleunigten Realisierung eines solchen Projektes“, teilt die MVG dem BA mit. Und: Seitens der SWM/MVG würden die hierfür erforderlichen Maßnahmen zur Sicherung einer potentiellen Tramtrasse in den Zukunftsplanungen stets berücksichtigt.“

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