Weiteres Kapitel einer unendlichen Geschichte: Angeblich Baubeginn im August

Baupläne für die Griechische Schule

Die unendliche Geschichte um die geplante griechische Schule in Berg am Laim schreibt ein weiteres Kapitel. Nachdem die Stadt das Grundstück an der Hachinger-Bach-Straße zurückkaufen wollte, haben die Griechen nun Baupläne eingereicht.

Zehn Jahre lang hat sich beim geplanten Bau einer Grund- und Hauptschule für rund 750 griechische Schüler in Berg am Laim nichts getan. Nachdem vergangenes Jahr die im Kaufvertrag festgelegte Frist zur Bauverpflichtung der Griechen abgelaufen war, hatte der Stadtrat das Kommunalreferat letztendlich beauftragt, sich das Grundstück wieder zurückzuholen. Zuvor gab es jedoch nochmals einen letzten Versuch. So sollte der Staat mit den großen Geldsorgen nachweisen, wann und wie er das Millionenprojekt in München stemmen will. Weil daran niemand ernsthaft glaubte, schaffte das Kommunalreferat zeitgleich alle Voraussetzungen dafür, den Grundstücksdeal mit den Hellenen rückgängig zu machen. Notfalls auch auf dem Gerichtsweg, wie Bernd Plank, Pressesprecher des Kommunalreferats, bestätigt. „Am liebsten wäre uns allerdings eine einvernehmliche Lösung.“ 

Griechen sträuben sich

Doch die Griechen sträuben sich. Die Vertreter der Republik erklärten offiziell, weiter an dem Projekt in München festhalten zu wollen. Dann die Überraschung: Die Griechen legten vergangenen Monat tatsächlich die zum Schulbau notwendigen Unterlagen vor. Sie werden derzeit im Kommunalreferat geprüft. 

Start im August?

„Angeblich geht es im August los, kein Mensch weiß, ob das belastbar ist, nicht mal der Bundesfinanzminister“, informierte Berg am Laims Bezirksausschuss-Vorsitzender Robert Kulzer (SPD) auf der jüngsten Bürgerversammlung. Er glaubt allerdings nicht, dass die Griechen den Schulbau tatsächlich umsetzen können. Doch um das Grundstück auf dem Rechtsweg zurückzuerhalten, müsste die Stadt mit Athen verhandeln. „Das ist absolut illusorisch, das schafft ganz Europa nicht.“ Auch beim Kommunalreferat ist man in dieser Hinsicht kritisch. „Unter diesen Voraussetzungen einen Rechtsstreit anzufangen, ist mit einem hohen Risiko verbunden“, so Plank.

Zu unsicher für Berg am Laim, wo man dringend einen Standort für eine dritte Grundschule benötigt, um die künftige Schulversorgung im ständig wachsenden Stadtbezirk sicherstellen zu können. Kulzer rief daher auf, ab sofort aktiv nach einem neuen Standort zu suchen. 

Idee

Eine Idee brachte er gleich selbst ein: Das Areal der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft an der St.-Veit-Straße. Es sei nicht klar, wie Gelände und Anlage nach dem Umzug der Flüchtlinge an die Heinrich-Wieland-Straße und der Zwischennutzung als Kälteschutzraum für Wohnungslose weiter genutzt werden soll. „Aber wir sind ja nun auf der Suche nach einem Schulstandort“, meinte Kulzer verschmitzt.

Carmen Ick-Dietl

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