Kirchenkabarett "Weißblaues Beffchen"

Das Traumschiff MS Evangelika legt ab

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Die vier Pfarrer der kirchlichen Kabarettgruppe „Weißblaues Beffchen“ schippern erst durch seichtes Kirchengewässer, um es dann hinaus auf die hohe See zu wagen.

Pfarrerin Irene Geiger-Schaller von der Oberhachinger Kirchengemeinde Zum Guten Hirten ist es gewohnt, vor vielen Menschen zu stehen und zu reden. Lampenfieber kommt indes dennoch bei ihr auf, wenn sie mit der Kabarettgruppe „Weißblaues Beffchen“ auftritt. Vor allem bei Heimspielen wie in Neuperlach und Oberhaching. Doch diese Form der Aufregung gehört nun mal zu Bühnenauftritten dazu...

Vier Pfarrer stechen in See. Das Ziel: Das Kap der guten Hoffnung. Bis dahin müssen sie Austrittswellen und Stürmen der Entgeisterung, Untergangsszenarien und Atheimuspiraten trotzen. Leinen los heißt es beim Kirchen-Kabarett „Das Weißblaue Beffchen“ am Freitag, 31. Januar, in der Lätare-Kirche in Neuperlach und am Samstag, 1. Februar, im Bürgersaal beim Forstner in Oberhaching. Auf der Bühne stehen vier Pfarrer, eine von ihnen ist die Pfarrerin Irene Geiger-Schaller der Oberhachinger Kirchengemeinde Zum Guten Hirten. Seit mehr als 20 Jahren ist sie Mitglied der bayerischen Kabarettgruppe „Weißblaues Beffchen“, benannt nach dem weißen Leinenstück, das der Pfarrer über den Talar am Hals trägt. 1979 gründete sich die Kirchen- Kabarett-Gruppe und hatte ihren ersten Auftritt beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. „Die Gruppe hat im Prinzip einen festen Stamm, alle paar Jahre passiert es dann aber mal, dass einer abtritt“, erzählt Geiger-Schaller. Wer neu hinzukommen will, muss jedoch auf alle Fälle Pfarrer sein. „Neue Nachfolger sind übrigens willkommen.“

Ein Wochenende in Klausur

Das Programm entwickeln die Geistlichen zusammen. „Alle zwei Jahren gehen wir dafür ein Wochenende lang in Klausur und entwickeln unser neues Kabarett“, so die Oberhachinger Theologin. Ebenso legen sie ihre Auftritte immer geballt auf ein Wochenende, so kann jeder gut planen und die Auftritte mit dem Leben abseits der Kabarettbühne unter einen Hut bringen. „Wegen eines Auslandsaufenthaltes und meiner drei Kinder habe ich mal eine Vorstellung sausen lassen, aber eigentlich bin ich seit 1998 immer fest dabei“, sagt Geiger-Schaller, 1968 in München geboren. Die Begeisterung, auf einer Bühne zu stehen, stammt bei ihr noch aus Schulzeiten. „Theater zu spielen hat mir in der Schule schon viel Spaß gemacht, aber beruflich wollte ich in eine andere Richtung gehen.“ Sie studierte und wurde Pfarrerin. Doch als sie das „Weißblaue Beffchen“ bei einem ihrer Auftritt erlebte, wusste Geiger-Schaller, dass sie gerne wieder Bühnenluft schnuppern wollte. „Ich hab mich damals richtig beworben, um mitmachen zu können.“

Die Nummern stammen aus dem Gemeinde-Alltag

In das Stückentwicklungs-Wochenende startet jeder Pfarrer mit jeder Menge Ideen für Kabarett-Nummern. „Die Themen für unsere Nummern stammen aus dem Kirchen- und Gemeinde-Alltag“, so die Oberhachinger Geistliche. So geht es zum Beispiel im neuen Programm „Das Pack der guten Hoffnung“ mal um eine Kirchenvorstandssitzung, dann wieder um das Leben von Pfarrerskindern. Ebenso verarbeiten sie in einer Solo-Nummer aktuelle Themen wie zum Beispiel den Datenschutz. Ein übergeordnetes Thema wie dieses Mal die Seefahrt, bei der das kirchliches Traumschiff MS Evangelika auf der Suche nach mehr Tiefgang zunächst durch seichtes Kirchengewässer schippert, um sich dann auf hohe See zu wagen, gibt es auch jedes Mal. „Früher war uns das jeweilige Motto der Kirchen- tage oft eine Hilfestellung beim Finden eines übergeordneten Themas“, sagt Geiger-Schaller. „Drei bis vier Nummern spielen dann auch in dem jeweiligen übergeordneten Setting, der Rest der Nummern ist eher unabhängig. Und natürlich bauen wir bei Bedarf aktuelle Themen mit ein.“ Denn so manches, das einem im Leben widerfährt, eignet sich nun mal mehr für ein Kabarettprogramm als für eine Predigt.

Verena Rudolf

Das Kirchen-Kabarett „Weißblaues Beffchen“ präsentiert das neue Programm „Pack der guten Hoffnung“ am Freitag, 31. Januar, um 20 Uhr in der Lätare-Kirche an der Quiddestraße 15 in Neuperlach. Karten gibt es zu 15 Euro im Pfarramt an der Quiddestraße 15 unter Telefon 12 22 807 30. In Oberhaching tritt die Gruppe am Samstag, 1. Februar, im Bürgersaal beim Forstner auf. Doch diese Aufführung ist ausverkauft. Informationen auch unter www.kirchenkabarett. de.

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