Waldperlacherin leitet Ausländerbeirat

Die Waldperlacherin Nükhet Kivran ist neue Vorsitzende des Ausländerbeirats. Foto: privat

Eine Waldperlacherin ist neue Vorsitzende des Ausländerbeirats der Stadt München. Nükhet Kivran setzte sich bei der Wahl ganz knapp gegen den langjährigen Beiratschef Cumali Naz durch. Eine Wahl, für die es auch Kritik gab.

Der Sieg von Nükhet Kivran war denkbar knapp. Nur eine Stimme gab am Ende den Ausschlag für die 46-Jährige. Die aus der Türkei stammende Kivran hatte schon bei der Direktwahl die meisten Stimmen erhalten. Die Mutter zweier erwachsener Kinder lebt seit etwa 30 Jahren in Deutschland und arbeitet bei Siemens. Die Waldperlacherin gehört der SPD an und ist ehrenamtlich in der Bildungsarbeit engagiert. Die diesjährige Wahl des Ausländerbeirats wurde überschattet von Manipulationsvorwürfen und von einer äußerst geringen Wahlbeteiligung. Selbst Oberbürgermeister Christian Ude stellte offen infrage, ob ein Gremium, für das nur rund sechs Prozent der wahlberechtigten Migranten ihre Stimme abgeben, tatsächlich legitimiert sei, als Stimme der Hunderttausenden von Münchner Migranten aufzutreten. Allerdings gebe es auch kein anderes Gremium, das diese Funktion übernehmen könnte. Wahlbetrug? Noch unerfreulicher waren die Vorwürfe des Wahlbetrugs, die einige Kandidaten anderen Bewerbern nach dem Urnengang in November machten. Offenbar waren einige Teilnehmer enttäuscht gewesen, dass Personen durch gehäufelte Wählerstimmen an ihnen vorbeigezogen waren. Einen Vorgang, den es auch bei den Kommunalwahlen immer wieder gibt. Ebenso normal wie die Wahlempfehlungen von einflussreichen gesellschaftlichen Gruppen oder Vereinen, die von deren Mitgliedern oft befolgt werden. Der Wahlausschuss hatte keine Belege für Manipulation gefunden und die Abstimmung für gültig erklärt. Obwohl sich im neuen Ausländerbeirat eine große Bandbreite an Herkunftsländern findet, hat sich diese Vielfalt im Vorstand nicht ausgewirkt. Neben der Türkin Kivran wurden ihr Landsmann Serdar Kilitci und der Bosnier Admir Ramic zu Stellvertretern gewählt. Damit hätten sich die türkischen und muslimischen Lager deutlich durchgesetzt, kritisierte der OB. Kivran hingegen verweist auf die demokratische Wahl des Vorstands. Trotz türkischer Vorstandsvertreter sieht sie den Beirat als Sprachrohr für die Migranten aller Herkunftsländer und Glaubensrichtungen. Die neue Beiratsvorsitzende will ihren Schwerpunkt auf die Bildungsarbeit legen. Zudem soll der Ausländerbeirat künftig in der Öffentlichkeit stärker auf sich aufmerksam machen. Carmen Ick-Dietl

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