Trambahn ja, aber wo nur?

Vorschläge für eine Verbesserung des ÖPNV in Ramersdorf-Perlach

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Der BA Ramersdorf-Perlach hätte gerne eine Tramlinie. Die Frage ist nur, wo die Strecke verlaufen soll. Eine Möglichkeit wäre ab der St.-Veit-Straße Richtung Trudering.

Ein Aufwertung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) in Ramersdorf-Perlach durch eine neue Trambahnlinie kann sich der Bezirks- ausschuss gut vorstellen. Doch über eine konkrete Streckenführung herrscht Uneinigkeit im Gremium. Die Lösung könnte ein „Trambahngipfel“ bringen.

Angestoßen hat die neue Tram-Debatte die SPD. Sie hat in den Bezirksausschüssen Au-Haidhausen, Berg am Laim und Ramersdorf den Antrag eingebracht, die Tram nach Ramersdorf möglichst schnell wieder in Betrieb zu nehmen. Die Strecke sollte nach Vorstellung der Sozialdemokraten vom Ostbahnhof entlang der Orleansstraße durch die Rosenheimer Straße über Ramersdorf bis nach Neuperlach führen.

Davon erhofft sich die SPD eine Entlastung des „schon jetzt überquellenden Busbahnhofes am Ostbahnhof“. Und da auf dem größten Teil der Strecke noch Gleise liegen, seien nur auf dem kurzen Abschnitt Orleansstraße wirkliche Neuplanungen nötig. „Deshalb sollte diese Chance so schnell wie möglich ergriffen werden“, erklären die Sozialdemokraten. Doch während der Vorstoß in den Bezirksausschüssen Au-Haidhausen und Berg am Laim auf Zustimmung stieß, regte sich im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach Widerstand. So sieht CSU-Fraktionssprecher Somin Soukup in dieser Tramlinie keinen „Mehrwert“. Die Strecke werde derzeit von drei Buslinien bedient, eine Tram könne niemals so viele Fahrgäste befördern, wie diese Buslinien, die auf einer eigenen Spur und somit ohne Stau unterwegs seien. Und Neuperlach sei durch die U-Bahn bestens angebunden. Ähnlich sah es auch Grünen-Fraktionssprecher Christian Smolka. Eine Verbesserung durch diese Tram könne er nicht sehen, erklärte er. Zudem erinnerte er daran, dass dieser Vorschlag in der Vergangenheit bereits zweimal in der Verwaltung „verpufft“ sei.

„Grundsärtzliche Sympathie für die Tram“ zeigte der BA-Vorsitzende Thomas Kauer. Aber mit der konkreten Streckenführung war er weniger einverstanden. Bei Wiedereinführung der Tramlinie würden die Busse mit Sicherheit zurückgefahren. Neue Umsteigeverhältnisse würden entstehen, die einen möglichen Zeitgewinn zunichte machen würden. „Ich kann mir außerdem alternative Streckenführungen gut vorstellen“, so Kauer weiter. Als eine Möglichkeit nannte er die Weiterführung der Tram von der St.-Veit-Straße nach Ramersdorf und Perlach.

Er sprach sich deshalb dafür aus, dass sich die BA-Mitglieder zunächst einmal Gedanken über mögliche Streckenführungen machen sollten. Der zuständige Unterausschuss soll alle möglichen Varianten sammeln, so der BA-Vorsitzende. Dann soll sich ein „Trambahngipfel“, den Andreea Del Bondio (SPD) ins Gespräch gebracht hatte, die endgültige Trassenentscheidung treffen. Dazu sollen auch betroffene Nachbar-Bezirksausschüsse, Stadtverwaltung und MVG eingeladen werden.

Bei der SPD stieß Kauer damit auf wenig Verständnis. Sie sah in ihrem ursprünglichen Antrag viele Vorteil. So würde Ramersdorf damit an eine Tram-Nachtlinie angeschlossen, erklärte Fraktionssprecherin Astrid Schweizer. Zudem monierte sie, dass die bestehende Busanbindung gerade im morgendlichen Berufsverkehr alles andere als optimal sei. Zudem bedeute dies eine weitere Verzögerung, ergänzte ihr Fraktionskollege Josef Kress Del Bondio. Zumal angesichts der auf der Rosenheimer Straße noch liegenden Gleise das Verfahren rechtlich einfacher sein müsse als ein kompletter Neubau.

Doch mit ihrer Ansicht konnten sich die Sozialdemokraten in Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach nicht durchsetzen. Mit 20 gegen 18 Stimmen wurde ihr Antrag abgelehnt. Zustimmung fanden hingegen der Vorschlag von Thomas Kauer, Ideen für mögliche Trambahnstrecken im Viertel zu sammeln. Diese sollen dann im Rahmen eines „Trambahngipfels“ diskutiert werden. 

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