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Faszination Weltall

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Ein Mann in seinem Element – Peter Stättmeyer, langjähriger Leiter der Münchner Volkssternwarte, am Fernrohr mit Blick in weit entfernte Gestade. Foto: Harald Hettich © Harald Hettich

„Wir können das bei schlechter Witterung auch simulieren, damit der Gast sich auch bei Regenwetter der Himmelsbeobachtung widmen  kann!“

Am Fernrohr hoch über München bei der Beobachtung und Erklärung ferner Himmelsgestade ist Peter Stättmeyer voll in seinem Element. Kein Wunder: Der Mann ist seit vielen Jahren Leiter der Volkssternwarte München im Dachgeschoß des Medienzentrums an der Rosenheimer Straße 145 h und damit Herr über den Zeiss-Sternenprojektor, das Observatorium oder die Fernrohre auf dem Dach des sechsstöckigen Anwesens. 

Doch Stättmeyer und sein Team, das sich vor allem aus sach- und fachkundigen Ehrenamtlichen zusammensetzt, bietet noch weit mehr: Führungen und Themenabende für Erwachsene und Kinder, Exkursionen in die Sternen- und Planetenwelten für ganze Schulklassen oder die Ausrichtung ganz spezieller Kindergeburtstage im Dunstkreis von Mars, Venus und Saturn. 

Erfolgreiches 2011

„Das Jahr 2011 war für die Münchner Volkssternwarte wieder ein sehr erfolgreiches Jahr – wir konnten die größte Besucherzahl seit Bestehen der Volkssternwarte verzeichnen“, zeigte sich der Macher bei der Vorstellung seines Tätigkeitsberichtes für das letzte Jahr stolz. Kein Wunder: Die Zahlen können sich in der Tat sehen lassen. Insgesamt 23.520 Besucher fanden den Weg durch die verwinkelte Anlage an der Rosenheimer Straße in die Höhen der Sternwarte – darunter 236 Führungen für Schulklassen und Kindertagesstätten und 198 Sondervorführungen speziell für Kinder. „Die Volkssternwarte kommt gerade auch bei den jungen Menschen gut an“ freut sich deren Leiter. Schließlich nimmt die Volkssternwarte alljährlich auch an der Ferienpassaktion des Stadtjugendamtes teil. Doch auch bei den älteren Stern- und Kometendeutern ist die Einrichtung sehr beliebt. Allein am Tag der offenen Tür waren fast 1000 Hobbyastronomen in die Berg am Laimer Einrichtung geströmt – während der langen Nacht der Museen gar über 1750 Besucher. „Da lohnt sich auch der enorme Aufwand an Zeit und steten Reparatur-, Wartungs- und Modernisierungsarbeiten, den wir hier betreiben“, freut sich Peter Stättmeyer. Auch 2011 war wieder so ein technisches Jahr der Überarbeitungen an den diffizilen Anlagen. „Es wurde der Kettenantrieb an der 5-Meter-Kuppel geprüft und mit Wälzlagern bestückt, eine große Bildergalerie arrangiert und  Großdias wurden erstellt – dazu die große Drehmaschine der Werkstätte mit Linearmaßstäben und Digitalanzeige ausgerüstet“, lässt Stättmeyer auch technisch tief blicken in die Arbeit seines Team. Toll für die Besucher: endlich verfügt die Sternwarte unter dem Dach auch über eine eigene Klimaanlage, die Ausstellungssaal, Vortragsraum und Planetarium versorgt. „Bis auf die Klimaanlage haben wir wieder alle Arbeiten in Eigenleistung betrieben, um Kosten zu sparen“, so der Chef der örtlichen Himmelskundler. Starker Partner bei der Realisierung der Projekte ist neben der Stadt auch der eigene Unterstützerverein, der aktuell über 550 Mitglieder zählt. Höchst informativ kommt das jeweilige Halbjahresprogramm der Sternwarte daher, das in einer Auflage von 35.000 Exemplaren erscheint und unter anderem in der Stadtinformation am Marienplatz, am Gasteig oder in den Stadtteilbüchereien ausliegt: Kompaktes astronomisches Wissen und eine interessante Terminvorschau in überschaubarem Format.

Astronomisches

2011 lag der astronomische Höhepunkt früh im Jahr: eine partielle Sonnenfinsternis am 4. Januar. „Leider verhinderten zunächst etliche Wolken den Blick auf diesen ungewöhnlichen Sonnenaufgang“, so Stättmeyer. „Auch danach sah es so aus, als würden wir von dieser Finsternis nichts mitbekommen“. Doch bei der folgenden Schilderung leuchten seine Augen: „Aber genau zum Zeitpunkt der maximalen Bedeckung leuchtete die schmale Sonnensichel durch eine nur noch äußerst zarte Bewölkung – ein grandioser Anblick, von dem alle Anwesenden begeistert waren“, freut er sich noch im Nachklang merklich. Höhepunkte des astronomischen Lebens, auf welche die Besucher auch aktuell nicht verzichten müssen. Regelmäßig freitags um 20 Uhr beginnen die spannenden Themenexkursionen in unterschiedlichste astronomische Themenwelten. Ein Auszug der kommenden Veranstaltungen: an diesem Freitag bringen Stättmeyer und Co. dem Besucher die „Faszination der schwarzen Venus“ näher. Claus-Peter Heidmann führt in seinem spannenden Vortrag in die Entdeckerwelten des Johannes Kepler und Jeremiah Horrocks. Dabei wird ein ebenso spannendes Kapitel der Astronomiegeschichte aufgeschlagen, in dem es um die Prüfung des kosmologischen Modells, die Vermessung der Welt und den Beginn der globalisierten Wissenschaft geht. Weitere Vorträge: am Freitag, 5. Oktober, beobachten Fachleute der Volkssternwarte mit ihren interessierten Gästen die „Venus vor der Mitternachtssonne. Genau eine Woche später lädt Peter Stättmeyer selbst zur faszinierenden Reise durch ein ebenso „Faszinierendes Weltall“ ein und bietet am 19. Oktober eine durch sehenswerte Lichtbilder begleitete Beobachtung des „Herbststernhimmels“. 

Infos für Besucher

Zu den Vorträgen ist keine Vorabanmeldung notwendig. „Meist genügt es, eine halbe Stunde vor dem Veranstaltungsbeginn in der Sternwarte zu sein – dann gibt es noch ausreichend Karten an der Abendkasse“, verrät der Chef. Der Eintrittspreis beträgt zu diesen Themenschauen 7 Euro (ermäßigt 5 Euro). Eine lohnenswerte Investion nicht nur für eingefleischte Sternenkundler und Erforscher des Alls. Weitere Informationen zum detaillierten Programm, zu Gruppenveranstaltungen und speziellen Events finden Interessierte unter www.sternwarte-muenchen.de. Eine Stippvisite lohnt sich. Harald Hettich

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