Kaufland-Querung und Verkehrsberuhigung

Verkehr bleibt Hauptthema in Berg am Laim

Keine weiteren Maßnahmen: Die Verkehrsberuhigung in der Jella-Lepman-Straße und am Anne-Frank-Anger reicht aus Sicht von Stadt und Polizei aus.
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Keine weiteren Maßnahmen: Die Verkehrsberuhigung in der Jella-Lepman-Straße und am Anne-Frank-Anger reicht aus Sicht von Stadt und Polizei aus.

Vor allem das Thema Verkehr bewegte und beschäftigte die Lokalpolitiker auch in der letzten Sitzung des alten Jahres erneut umfangreich. HALLO bietet einen Überblick über wesentliche Schwerpunkte.

Nachdem der übergeordnete Themenkomplex eines besseren Lärmschutzes entlang des Mittleren Rings im Herbst von den Bezirksausschüssen Obergiesing-Fasangarten, Ramersdorf-Perlach, Untergiesing-Harlaching und Berg am Laim in ein gemeinsames Posititons- und Antragspapier für konzertierte Maßnahmen zwischen Candidbrücke und Leuchtenbergring mündete (HALLO berichtete), dämmert dieser große Themenkomplex in den städtischen Planungsamtsstuben dahin und wird, wenn überhaupt, wohl erst 2016 neue Schubkraft entfachen. Der Berg am Laimer Bezirksausschuss hatte stattdessen in der jüngsten Sitzung Stadtteil interne Verkehrsthemen abzuarbeiten. Eine positive Tendenz scheint sich dabei in der lange heftig umstrittenen Querungsfrage über die Berg-am-Laim-Straße auf Höhe des neuen Kaufland-Marktes (HALLO berichtete) abzuzeichnen. Gefährliche Passagen von Fußgängern vom und zum neuen Markt über die örtliche Trambahnschneise hatten den BA auf den Plan gerufen. Das Gremium forderte bereits vor Monaten eine feste Querungsmöglichkeit. Doch die Stadt hatte sich zunächst geweigert, auch die Kostenverantwortung für das Projekt zu übernehmen und stattdessen die Verantwortung an den Kaufland-Konzern delegieren wollen. Der hatte zwar eine Mitfinanzierung bereits früh in Aussicht gestellt, die Stadt wiederum aus ihrer Mitverantwortung nicht entlassen wollen. Jetzt kündigt sich für 2016 doch eine Lösung an.

„Wir haben mittlerweile in der Sache einen direkten Zugang zur Baureferentin“, vermeldete BA-Chef Robert Kulzer. „Der Übergang wird seitens der städtischen Stellen geprüft – das ist ein echter Fortschritt“. Allerdings werde es vor Ort keinesfalls eine Ampel geben. „Die Aufstellfläche für Fußgänger muss aber groß genug sein, um Gefahren künftig auszuschließen“, mahnte CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald ausreichende Querungsausmaße an. Der BA unterstützte diese Forderung. Die Kaufland-Querung könnte so inmitten großstädtischen Verkehrs doch noch ungefährlicher werden. Aber nur dann, wenn die Stadt im neuen Jahr auch „in die Gänge“ kommt.

Verkehrsberuhigung

Keinen weiteren Handlungsbedarf sehen die städtischen Verkehrsbehörden mit Blick auf die „Spielstraße“ im Bereich des Anne-Frank-Angers und der Jella-Lepman-Straße. Bei der jüngsten Bürgerversammlung hatten besorgte Eltern und Anwohner gefordert, die verkehrsberuhigten Bereiche vor Ort besser als solche kenntlich zu machen, bauliche Hindernisse nachträglich einzubauen und den Verkehr der Trassen verstärkt zu überwachen. „Es ist dort eine sehr ertragreiche Zone für Radarkontrollen“, hatte die Antragstellerin damals festgestellt. Leider würden die verkehrsberuhigten Bereiche weder von den Autofahrern als solche respektiert noch von den Verkehrsbehörden ausreichend überwacht. Das Kreisverwaltungsreferat mochte der Antragslinie aber nicht folgen. Als „verkehrlich unauffällig“ stufte die Behörde ähnlich wie die Polizei das Vor-Ort-Geschehen ein. So seien 2015 „weder Verkehrsunfälle noch Aggressionsdelikte polizeilich registriert worden. Auch werde ausreichend überwacht.

So seien bei drei im Anschluss an die Bürgerversammlung anberaumten, jeweils gut einstündigen Tempomessungen insgesamt lediglich vier Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt worden. „Die gemessene Höchstgeschwindigkeit betrug 28 Stundenkilometer ohne Toleranzabzug“, relativierte das KVR in seinem Schreiben an den BA. Dieser votierte einstimmig für die Einschätzung der Stadtbehörde, vor Ort nicht ergänzend verkehrsregulierend tätig zu werden. Allerdings will das Gremium noch wissen, wann die Messungen jeweils stattgefunden haben.

Eine Ablehnung erfuhren Antragsteller auch mit Blick auf die Riedgaustraße. Auch waren seitens der Anwohner bei der Bürgerversammlung Forderungen laut geworden, in dieser Trasse verkehrsberuhigende Maßnahmen durchzuführen. Der BA votierte dagegen und entsprach damit den Einschätzungen von Polizei und Stadtverwaltung. Auch werde durch solche Maßnahmen der Verkehr nur auf umliegende Straßen abgedrängt. Das sei nicht im Sinne des Erfinders , lautete der Tenor im Bezirksausschuss.

Harald Hettich

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