Hier Stille, dort Krach

Verbot von Feuerwerk innerhalb des Mittleren Rings in München trennt Stadtviertel

+
In der Innenstadt von München wird es in diesem Jahr kein Feuerwerk geben.

In diesem Jahr ist das Zünden von Feuerwerk in der Altstadt verboten. Weil innerhalb des Mittleren Rings keine Böller gezündet werden dürfen, teilt das Verbot auch die Stadtbezirke Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim.

München – Schluss mit Lärm und Rauch in der Münchner Altstadt. Bei diesem Jahreswechsel ist Feuerwerk vom Marienplatz bis zum Stachus gänzlich verboten. Das heißt: Das Mitführen, Abbrennen, Zünden und Abschießen von pyrotechschnischen Gegenständen ist dort vom Silvestertag bis zum Neujahrstag nicht erlaubt. Innerhalb des Mittleren Rings gilt zudem ein Böllerverbot. Für Berg am Laimer und Ramersdorfer heißt das: Manche von ihnen dürfen Feuerwerk zünden, manche nicht. Denn der Mittlere Ring trennt die Stadtbezirke. Im Ostpark etwa können Silvesterpartys mit bunten Farben und lautem Knall gefeiert werden, im Werksvietel wird es vergleichsweise ruhig bleiben. Manch einer wird vielleicht die Böllergrenze zu Fuß überwinden und einfach dort böllern. Die Anwohner jenseits der Chiemgaustraße, des Innsbrucker Rings, der Ampfingstraße und des Leuchtenbergrings müssen also darauf hoffen, dass nicht allzu viele den Schritt über die Grenze machen.

Viele dürften sich angesichts des ausgeweiteten Verbots freuen. Das Verbot von Feuerwerk war schon Thema in mehreren Bürgerversammlungen – auch in diesem Jahr in Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim. Kritisiert wurde die „Böllerei“, weil sie wilde sowie Haustiere verschreckt, auch für viele Menschen eine Lärmbelästigung darstellt, die Feinstaubbelastung schlagartig verschlimmert und jedes Jahr für viel Müll auf den Straßen sorgt.

pg

Mehr über Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim gibt es in der Stadtteilübersicht.

Kommentar: So macht es ohnehin keinen Spaß

Hand auf‘s Herz: Feuerwerke sind etwas schönes. Bunt und leuchtend sind sie für alle da: Familien, die draußen mit ihren Kindern stehen, aber auch für ältere Menschen, die das Getose zum Jahreswechsel vom Fenster aus betrachten können. Leider haben die Raketen, die sich

mit einem durchdrindenen Fiepen in die Lüfte erheben, auch viele Nachteile, die sich gerade in Städten wie München bemerkbar machen. Wer einen guten Platz sucht, um das Spektakel zu beobachten, findet sich in betrunkenen Menschenmassen wieder. Oft sieht man um kurz nach Mitternacht nicht einmal mehr seine Hand, wenn man diese in den dichten Nebel, oder eher gesagt, die gigantische Ansammlung an Rauch und Feinstaub, ausstreckt. Ab da ist ohnehin nichts mehr von den Explosionen am Himmel zu sehen. Vorsicht ist geboten, denn es gibt genug Spinner, die die Feuerwerkskörper zweckentfremden und auf andere Menschen werfen. Das Atmen wird schwer und der Nachbarshund wird bis zum Morgengrauen nicht aufhören, zu jaulen. Die Euphorie, die deshalb ohnehin nur bis zu den ersten Minuten des neuen Jahres gehalten hat, ist spätestens am nächsten Tag verflogen, wenn der Nebel immer noch über der Stadt hängt und die Straßen voller Müll sind. Schweren Herzens müssen wir zugeben: Für die Freude über den Anbruch des neuen Jahres brauchen wir kein Feuerwerk, das für ein paar Minuten Schönheit zu viel Negatives mit sich bringt. Wunderkerzen, Knallerbsen und Sekt reichen auch.

Pia Getzin

Auch interessant:

Meistgelesen

Berg am Laimer ESV München-Ost bietet Kurse auch online an
Berg am Laimer ESV München-Ost bietet Kurse auch online an
Aktion „Raise your voice“ – Was wollen Kinder in der Krise?
Aktion „Raise your voice“ – Was wollen Kinder in der Krise?
Geothermieanlage in Neuperlach – Ökostrom auf der Wiese
Geothermieanlage in Neuperlach – Ökostrom auf der Wiese
Der BA-Vorsitzende Alexander Friedrich über Berg am Laims Zukunft  – „Kultur ist kein Luxus“
Der BA-Vorsitzende Alexander Friedrich über Berg am Laims Zukunft  – „Kultur ist kein Luxus“

Kommentare