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Ansichten und Einsichten

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Vor allem das Stichwort von der „Verschattung“ prägte Auseinandersetzung. © Charly D

Die Ansichten und Einsichten beim Thema Maikäfersiedlung in Berg am Laim driften bekanntlich auseinander.

Während die Stadt und deren das Projekt steuernde Wohnbaugesellschaft GWG das Zusammenwachsen der über sieben Jahrzehnte alten Siedlungsstrukturen mit einem Netz an Neubauten vor allem als unablässiges Moment betrachten, der grassierenden Wohnungsnot in der Stadt zu begegnen, regte sich bei diversen „Alt-Maikäfern“ bereits in frühen Planungsphasen Widerstand gegen das aus ihrer Sicht wenig harmonische Nebeneinander der alten Kleinhäuser und der modernen Mehrgeschoßebauten gleich nebenan. 

Vor allem das Stichwort von der „Verschattung“ der Altbauareale durch aus Sicht von Altbewohnern überdimensionierte Neubauten prägte die Auseinandersetzung regelmäßig. Mittlerweile befindet sich nach Jahren reger Bautätigkeit der Strukturwandel vor Ort in der Endphase. Grund genug für die GWG, auch die sensiblen Grenzbereiche zwischen alt und neu bei einem Presse-Rundgang durch die Siedlung einer genaueren Augenscheinnahme zu unterziehen.  Wenig überraschend GWG-Prokurist Edmund von Thermann und Pressesprecher Michael Schmitt unterstrichen während der spätsormmerlichen Ortsbeschau vor allem die Vorzüge des baulichen Arrangements. 

Tour

Beim Tengelmann an der Ecke Bad-Schachener- / Echardinger Straße beginnt der Rundgang. „Die Leute müssen auch eine entsprechende Nahversorgung vorfinden – die Einrichtung des Tengelmann hier war die richtige Entscheidung“, so von Thermann. Entlang der Echardinger Straße geht es weiter – im gelben Bauabschnitt sind die Gärten bereits umfangreich begrünt. Gegenüber auf dem Grünstreifen habe man eigens für die neuen Mieter in den Obergeschoßen Mietergärten eingerichtet – deren Kargheit überrascht nicht nur den GWG-Mann. „Offenbar besteht hier kein Bedarf“, räumt er ein. Dabei habe die Interessengemeinschaft der Mieter eigens für diese Gärten gestritten. Aber bei der GWG ist ohnehin der in der Maikäfersiedlung neu gewonnene Wohnraum im Mittelpunkt der Betrachtung. Auch entlang der Bad-Schachener-Straße würden die Wohnungen bald bezogen, ist zu erfahren. Die neu gestaltete Kindertagesstätte dort ist fertig. Apropos Wohnraum. Die Vorbehalte von Alt-Anwohnern wie Heinz Gutbrunner, die alten Häuser würden verschattet und auch das Baurecht bei den Neubauten über Gebühr ausgeschöpft, lässt von Thermann nicht gelten. „Herr Gutbrunner hat das Schatttengutachten von uns persönlich bekommen – da hat alles seine Richtigkeit!“ Die Unterstellung sei falsch, er habe sich die Papiere auf Umwegen besorgen müssen. Zudem versteht von Thermann die Aufregung um das Neubauarrangement nicht. „Wir haben für die gelben Blöcke den Deutschen Bauherrenpreis bekommen“. Den gebe es nicht für verfehlte Planung. Auch seien zwar die neuen Blöcke entlang der Bad-Schachener-Straße deutlich höher als das Umfeld – aber durch treppenartige Abstufungen nach hinten  werde ein harmonischerer Übergang gewährleistet – Lärmschutz zur viel befahrenen Bad-Schachener-Straße inclusive. 

Kritik an Spielplatzkonzeption

Aus anderer Richtung war ebenfalls Kritik an den GWG-Planungen laut geworden. Vor allem im örtlichen Bezirksausschuss Berg am Laim hatte Walburga Hopf in ihrer Funktion als Leiterin des Maikäfertreffs die Situierung des neuen Spielplatzes nahe am U-Bahnhof Michaelibad  kritisiert. „Zu klein, zu abseits und vor allem zu nahe am Kiosk“ mit vielen Stammstehern und Biertrinkern sei das Areal vorgesehen. Der Spielplatz gehöre stattdessen mehr in den zentralen Grünzug der Siedlung. „Dieses Gelände gehört uns aber gar nicht, sondern der Stadt“, hält von Thermann diesen Ausführungen entgegen. Zudem könne man an der Nachbarschaft des Kiosks nichts ändern. Insgesamt hält der GWG-Verantwortliche das Großprojekt neue Maikäferiedlung ohnehin für gelungen. Der Mix aus frei finanzierten Wohnungen und geförderten Einheiten vor Ort passe. Das wäre zu wünschen – denn die Realitäten vor Ort sind längst geschaffen. Harald Hettich 

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