Unterschiedliche Sicht auf die Tramlinie 19

So unterschiedlich können die Sichtweisen von zwei Bezirksausschüssen ausfallen, wenn sie zwar örtlich nebeneinander liegen und das gleiche Thema fokussieren – aber völlig unterschiedlicher Auffassung sind. So geschehen mit Blick auf die Tramlinie 19.

Sie verkehrt bisher von Pasing aus bis zur Wendeschleife an der St.-Veit-Straße. Kein östlicher Endhaltepunkt für die Ewigkeit, findet man im Bezirksauschuss Ramersdorf-Perlach und forderte dort einmütig eine Verlängerung der Tramtrasse bis zum Einkaufszentrum pep und zum Hanns-Seidel-Platz. „Schnapsidee“ „Eine schwachsinnige Schnapsidee“, schallte es den Ramersdorf-Perlachern jetzt aber aus dem Nachbar-BA Berg am Laim entgegen. „Es ist doch ein reiner Schaufensterantrag“, schimpfte Berg am Laims BA-Vorsitzender Josef Koch über mögliche Gleisverlegungen entlang der gesamten St.-Veit-Straße und der Heinrich-Wieland-Straße. „Schon heute kommen die Verkehrsteilnehmer in der St-Veit-Straße fast nicht mehr aneinander vorbei – das ist doch viel zu eng.“ Tabu Wenig abgewinnen konnte den Vorschlägen der Quartiers-Nachbarn auch CSU-Mandatar Anton Spitlbauer sen. „Tabu“ sei eine Trassenführung auf der Heinrich-Wieland-Straße. „Der Gedanke daran verbietet sich doch schon mit Blick auf die Verschandelung der Cosimastraße durch die dortige neue Tramstrecke.“ Das brauche man nicht auch noch in Berg am Laim. Zudem sei Tramverkehr durch die St.-Veit-Straße „reine Utopie“. Spott Spitlbauer goss reichlich Spott über die „Tramfreunde“ aus: „Wir können die Linie 19 ja gleich zum Bähnchen für Tagesausflüge von Neubiberg bis Freiham und zurück machen“, ätzte er den Kollegen aus Ramersdorf-Perlach entgegen. Pro Taktverdichtung Ein Vorschlag aus anderer Richtung erzielte bei den Berg am Laimer Stadtteilpolitikern hingegen eine gegensätzliche, positive Reaktion: Der „Arbeitskreis attraktiver Nahverkehr“ innerhalb des Münchner Forums hatte sich kürzlich für eine Taktverdichtung entlang der bestehenden Route der Linie 19 ausgesprochen. Grund: das hohe Fahrgastaufkommen entlang dieser ÖPNV-Verbindung. BA-Tenor „Richtig“ – so der BA-Tenor. Damit ließen sich dann wohl auch diverse der derzeit noch regelmäßigen Verspätungen auffangen, hofft man im Bezirksausschuss Berg am Laim. Die Forderung des Arbeitskreises beinhaltet eine Taktverdichtung auf dann werktäglich in Fünfminutenintervallen verkehrende Züge tagsüber sowie einen regelmäßigen Zehnminutentakt bis 22.30 Uhr. Für den Fahrplanwechsel des kommenden Jahres will der BA diese Idee den Planern der MVG deshalb bereits jetzt ins Fahrplanbuch schreiben. „Da kann man nicht rechtzeitig genug dran sein“, meinte Koch. Schließlich würden die Pläne für 2012 bereits jetzt erstellt. Harald Hettich

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