Bio-Unterricht über den Dächern von München

Umweltbildung im Werksviertel Mitte in Berg am Laim

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In der Almschule auf dem Dach des Werk 3 lernen Kinder, wie man sich gesund ernährt.

In der „Almschule“ des Werksviertels gibt es für Kinder und Jugendliche Bildung mit Ameisen, Bienen, Hühnern und Schafen.  Das Konzept ist so einzigartig, dass es kein Vorbild dafür gibt!

Eine Alm mitten in der Stadt, direkt am Ostbahnhof, auf 60 Metern Höhe auf dem Dach eines Büro- und Geschäftshauses – für Werksviertel-Eigentümer Werner Eckart noch nicht außergewöhnlich genug. Deshalb grasen rund um die idyllische Holzhütte auf der 2500 Quadratmeter großen Wiese ein Widder, drei Muttertiere und ein Lamm. Mehr sollen es nicht werden. „Wir wollen hier ja keinen Zoo“, erklärt Nikolas Fricke, Beauftragter für Ökologie und Umweltbildung im Werksviertel. Auch Bienen sind schon da, Ameisen und Hühner sollen noch folgen. Das sei hier „keine Kitsch-Alm“, sondern ein Stück Natur, um echte Inhalte vermitteln zu können, so Fricke. 

Gemeinsam mit der BayWa-Stiftung, die sich seit Jahren für Bildungsprojekte zu gesunder Ernährung engagiert, entwickelte die Stiftung Otto-Eckart das Öko-Projekt Almschule. Stadtkinder sollen hier in zweistündigen Mitmach-Workshops den artgerechten und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur- und Pflanzenwelt lernen. Gleichzeitig werden sie spielerisch mit Nachhaltigkeitskonzepten, gesunder Ernährung und wertschätzender Tierhaltung sowie Landwirtschaft und Handwerk vertraut gemacht. 

Die Kinder der Ramersdorfer Montessorischule an der Balanstraße, die zum Auftakt auf die Dachgartenalm gekommen sind, probieren alles schon mal aus. Versuchen mit den Spinnerfrauen aus Oberammergau Rohwolle zu spinnen, begleiten den Imker bei seiner Arbeit, bepflanzen die Hochbeete oder schnippeln vor der Alm Gemüse für gesunde und leckere Mahlzeiten. 

Es sind Beispiele aus dem vielfältigen Programm, das ab Herbst dreimal die Woche angeboten werden soll. Es wendet sich zunächst an Grund- und Vorschulen, kann aber bei entsprechender Nachfrage noch ausgebaut werden. Ein eigener Klassenraum auf dem Dach ist in Planung, im Treppenhaus entsteht noch eine Art Naturlehrpfad. „Die Almschule ist die praktische Ergänzung des theoretischen Lehrplans“, sagt Fricke. Die Kinder sollen auf der Almschule nicht nur für sich selbst lernen, man will sie auch zu engagierten Naturbotschaftern machen. Die zum Beispiel in Social-Media-Filmen und -Posts Wissen aus den Workshops aufbereiten, verteilen und so auch Altersgenossen für Umwelt und Naturthemen begeistern. Das Konzept sei so einzigartig, dass es kein Vorbild dafür gebe, erklärt Fricke. Man würde sich aber freuen, wenn es in anderen Städten nachgeahmt würde.

Carmen Ick-Dietl

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