Taufe des neuen Jugend-Unterstandes am Piusplatz

Mit eigener Kreativität Spuren im Stadtteil hinterlassen

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Der neue Jugend-Unterstand erfreut sich bereits jetzt großer Beliebtheit.

„Machen Sie von mir auch ein Foto?“ fragt Taha. Wieso eigentlich nicht, immerhin war der Sechzehnjährige einer von 220 jungen Künstlern, die am neuen Jugend-Unterstand am Piusplatz mitgewirkt haben. 

„Die Jugendlichen haben mit der eigenen Kreativität Spuren in der Stadt hinterlassen“, sagt Barbara Hein vom Kulturreferat, das das Projekt initiiert hat. „Und das macht stolz.“

Aber von Anfang an: Zahlreiche Kinder und Jugendliche aus Ramersdorf und Berg am Laim beteiligten sich von März bis Juni an der Gestaltung des Jugend-Unterstandes. „Es stand von Anfang an fest, dass der Piusplatz verschönert werden soll“, erzählt Barbara Hein. „Ebenso dass diese Verschönerung den Kindern und Jugendlichen dienen und überdacht sein soll.“ Denn das hätten sich die jungen Bewohner ausdrücklich gewünscht. Und da immer die Forderung bestünde, etwas mit Jugendlichen zu machen, habe man die jungen Leute gleich mit einbezogen und damit aus einem Bau- ein Kulturprojekt gemacht. Entstanden ist eine 3,60 Meter hohe, als überdachter Aufenthaltort begehbare Skulptur. 


„Das entspricht der neuen Definition von Stadtteilkultur: aktive Beteiligung und dadurch neue Sichtweise“, erklärt Hein. Jetzt hoffe man, dass die jungen Berg am Laimer und Ramersdorfer ihren Unterstand toll finden, weil sie ihn mit eigenen Händen gebaut haben. Die Rechnung scheint aufzugehen. Taha meint, es habe Spaß gemacht. „Ich habe gelernt, wie man mit der Axt arbeitet, feilt und sauber schleift.“ Be- und angeleitet wurden die jungen Handwerker von Hartmut Minich, freier Künstler, Bildhauer, Zimmermann und ein „pädagogisches Naturtalent“, wie Barbara Hein sagt. Das Material hat das Baureferat zur Verfügung gestellt. Auch begleitete es in allen Projektphasen die technische Planung und Ausführung.


Das Projekt wurde vom Kulturreferat als referatsübergreifendes Gemeinschaftsprojekt initiiert und aus Mitteln des Bund-Land-Städtebauförder-programms „Soziale Stadt“ als Einzelmaßnahme im Rahmen der Umgestaltung und Aufwertung des Piuspltzes finanziert. Beteiligt waren Kinder und Jugendliche aus dem sonderpädagogischen Förderzentrum Innsbrucker Ring, Gruppen aus dem Kinder- und Jugendtreff Zeugnerhof, dem „Aktionsraum“ und der Kirchengemeinde Verklärung Christi sowie des Treffpunkts „Trambahnhäusl“. Hartmut Minich war es dabei ein Anliegen, nicht nur handwerkliche Techniken zu vermitteln, sondern auch ein Bewusstsein, mit einfachen Mitteln, den eigenen Händen und in gemeinsamer Anstrengung etwas zu schaffen und zu bewegen. An der Organisation und Umsetzung der Workshops vor Ort wirkte zudem das Sozialreferat und das Quartiersmanagement mit.

Galina Gostrer

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