Zwischen München und Berlin liegt viel Eiszeit

Synchroneiskunstlauf im Münchner Osten

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Der ERC bietet in allen Münchner Stadien Schnuppertrainings an, um Eiskunstlauf und Synchroneiskunstlauf zu erlernen.

Synchroneiskunstlauf ist die jüngste, vom internationalen Eissportverband ISU anerkannte Disziplin im Eiskunstlauf. Was klein in den USA begann, ist mittlerweile eine Wettkampfdisziplin für tausende Sportler weltweit. Einen echten „Synchro-Boom“ erlebt der ERC München mit Sitz im Eis- und Funsportzentrum Ost. Kinder, Jugendliche und Erwachsene/Eltern haben sich vom Synchro-Fieber anstecken lassen, erklärt Elli Birzle, Head Coach der Münchner Synchro-Teams im Interview.

Wie erklären Sie jemandem Synchron-Eiskunstlaufen, der noch nie etwas davon gehört hat?

Birzle: Es ist wie Synchron-Schwimmen auf dem Eis. Man läuft Formationen wie Kreise oder Linien, baut Hebungen ein und das alles zu Musik. Mittlerweile sind wir mit 75 bis 80 aktiven Läufern einer der größten Synchro-Vereine – wenn nicht sogar der größte in Deutschland. Das wird auf jeden Fall wahrgenommen.

Sind Sie mit der Entwicklung zufrieden?

Ich hatte keine Erwartungen, sondern nur einen Traum. Wir haben seit 2016 drei neue Teams gegründet, das ist wirklich viel. Man braucht Trainer, Teammanager und Begleitpersonen. Nur mit einer gemeinsamen Vision funktioniert es.

Wie reagieren Ihre Trainerkollegen aus anderen deutschen Vereinen?

Ich werde schon viel angesprochen: „Man sieht München überall! Wie macht ihr das, bei so wenigen Eiszeiten?“ Mit einem Riesen-Fanclub zu Deutschen Meisterschaften nach Berlin zu fahren und zu sehen, ein Drittel der Zuschauer auf der Tribüne sind aus München angereist, das macht schon sehr viel Spaß.

Wie sieht es denn mit den Eiszeiten aus, kann sich München mit den international erfolgreichen Teams aus Berlin vergleichen?

Auf gar keinen Fall, der allerwichtigste Grund sind die Kosten. Die Berliner Teams zahlen keinen einzigen Euro für ihr Eis. Das macht es ganz schwer, an ihr Niveau heranzukommen. Wir kämpfen mit ein bis zwei Trainingstagen in der Woche, haben oft drei Teams gleichzeitig auf dem Eis. Mehr ist für die Eltern auch kaum finanzierbar, weil die Eiskosten so hoch sind. Ich würde mir von der Stadt wünschen, dass sie die Kosten für Trainingszeiten in der Eishalle noch mal unter die Lupe nimmt.

Fragen Sie sich manchmal, ob sich all das „lohnt“?

Ja, weil Teamsport so wertvoll ist. Ich sage oft, Synchroneiskunstlauf könnte ein Pendant zu einem Ballsport wie Fußball oder Handball werden. Es bietet das, was Menschen mit ihrem Sport langfristig verbindet: soziale Kontakte und ein sicheres Umfeld, in dem man groß werden kann. Eine Gemeinschaft, die einen auch bei Höhen und Tiefen im Leben auffängt. Im Einzel-Eiskunstlauf sind die besten Freunde die Konkurrenten, das ist für viele schwierig. Deshalb lohnt sich der Aufwand für ein Team.

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