Griechische Schule in Berg am Laim

Sommerliche Tragödien-Pause

+
Sommerruhe auf der Schulbaustelle oder doch ein endgültiges Ende? Rund um die geplante und in der Rohbauphase verharrende Griechische Schule an der Hachinger-Bach-Straße türmen sich viele Fragen auf. Antworten bleiben rar.

BERG AM LAIM An der Baustelle der Griechischen Schule herrscht derzeit Stillstand. Ob Griechenland womöglich endgültig vom Bau der Schule abgerückt ist, will und kann derzeit niemand beantworten.

Aufmerksame Flaneure entlang des Michaeli-Angers und entlang des Straßen-Kreuzes von Michaeliburg- und Hachinger-Bach-Straße werden es längst bemerkt haben: Die Arbeiten beim Bau zur Griechischen Schule im Berg am Laimer Süden sind seit Wochen in sommerliche Ruhe getaucht. Wo einst einmal gut 700 Pennäler unterrichtet werden sollen, schwingt derzeit kein Spaten und keine Schaufel. Mehr noch: Die einst mehrgeschossigen Container für die Arbeiter sowie die Planerbüros sind mittlerweile weitgehend abgetragen worden.

Doch die Spurensuche an jenem Ort, der seit über einem Jahrzehnt die Menschen zu Diskussionen anregt und an dem noch im Frühjahr der Neubau gesegnet worden war (HALLO berichtete), gestaltet sich schwierig. Die Protagonisten geizen in diesen Tagen mit Informationen. Während von Seiten der Stadt nach einer noch für Juli geplanten, dann aber erneut verschobenen Entscheidung über eine möglicherweise gütliche Einigung mit den Griechen auf eine jetzt für den Herbst avisierte Entscheidung verwiesen wird, ist der Informationsfluss andernorts im Sommer 2015 noch spärlicher. Eine aktuelle HALLO-Anfrage beim von griechischer Seite bevollmächtigten Anwalt Georgios Vlachopoulos blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Lediglich der Berg am Laimer Bezirksausschuss-Vorsitzende Robert Kulzer mochte sich in der anlaufenden Sommerpause zum Thema-Evergreen auf Anfrage kurz äußern. „Ich habe weder von der Stadt, die auf den September verweist, noch von den Griechen aktuelle Informationen“, so der SPD-Mann auf HALLO-Anfrage. Aus seinem Herzen freilich macht der „Stadtteil-Bürgermeister“ weiterhin keine Mördergrube: „Ich wäre einem Bauende nicht abgeneigt. Es wäre wohl sinnvoll, den begonnenen Bau an der Hachinger-Bach-Straße in eine neue Grundschule für Berg am Laim münden zu lassen.“

Eine Einschätzung, die das Stadtteilgremium über die Parteigrenzen hinweg teilt. Auch mancher Anwohner macht deutlich klar, wie er die alte Streit-Causa beurteilt. Ein älterer Herr, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, stellt sich beim Fotoversuch dem Reporter in den Weg. „Die Griechen haben doch kein Geld und wahrlich andere Probleme als diese Schule. Da muss doch mal Schluss sein mit dem Hin-und-Her“, meinte der nach eigener Auskunft „alteingesessene“ Berg am Laimer. „Hoffentlich baut die Stadt hier eine Grundschule und die andere Sache hat endlich Ruh‘“. Zumindest in diesen Tagen ist die Ruhe an der Hachinger-Bach-Straße rund um die traurig in die Luft ragenden Rohbaupfeiler allgegenwärtig. Nach Ruhe vor dem Sturm sieht es dort nicht aus.

Harald Hettich

Auch interessant:

Kommentare