Eine verpasste Chance?

Stadtwerke zu Sportflächen auf Betriebshof-Dach in Ramersdorf

Grafik Sportflächen auf dem Dach des zukünftigen Tram-Betriebshofs Ramersdorf
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Plätze an Orte verlagern, die für die Stadtbilder in Deutschland eher unüblich sind: Sportflächen auf dem Dach des künftigen Tram-Betriebshofs kann sich der Stadtrat vorstellen.
  • vonPia Getzin
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ÖPNV-Ausbau, Sport- und Freizeitflächen, Wohnungen: Langsam wird es eng im Münchner Osten. Das lässt sich auch am Beispiel des zukünftigen Tram-Betriebshofs in Ramersdorf nachvollziehen.

Vergangenen Februar hatte die SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat die Prüfung einer Sporthalle auf dem Dach des zukünftigen Tram-Betriebshofes an der Ständlerstraße gefordert (HALLO berichtete). Anlass dafür ist, dass der neue Betriebshof auf dem Gelände des Sportvereins SV Stadtwerke München erbaut wird und somit Sportflächen wegfallen. Dabei ist der Platz im Münchner Osten mittlerweile eng geworden und auch andere Vereine, wie der ESV München-Ostsuchen nach Flächen für den Vereinssport.

Die Stadtwerke (SWM) erklärten nun, dass der Bau einer Sportanlage auf dem Dach des zukünftigen Tram-Betriebshofs nicht möglich sei. „Sportflächen auf den Dächern der Betriebshofgebäude zu platzieren, ist genehmigungsrechtlich äußerst komplex und beinhaltet viele Auflagen, welche wirtschaftlich nicht zu vertreten sind“, heißt es in dem Brief der SWM an die Stadträte. Die Höhe der Gebäude würde durch eine solche Sportfläche über ein verträgliches Maß hinaus wachsen. Auch die Schall- und Lichtemissionen seien für die Anwohner nicht zumutbar, so die SWM. Letztlich sprächen auch die Sicherheitsregelungen des Betriebshofs gegen eine Sportstätte auf dem Dach. „Eine öffentlich zugängliche Sportstätte in beziehungsweise auf einem Betriebshof zu integrieren ist daher äußerst aufwendig. Zugang und Nutzung der Sportstätte wären nur mit erheblichen Sicherheitsvorkehrungen möglich.“ Auch die Mehrkosten für Brandschutz, eine höhere Traglast der Gebäude, mehr Parkplätze und Planungskosten führen die SWM gegen den Vorschlag des Stadtrats an.

In Kooperation mit dem Referat für Bildung und Sport sowie dem Sportamt sei bereits ein Konzept für den Verbleib der SV Stadtwerke entstanden, schreiben die Stadtwerke. So soll die Fußballabteilung des Sportvereins im Umfeld der noch bestehenden Sportanlage unterkommen: auf Sportanlagen von anderen Bezirken und Vereinen. An die Emmy-

Noether-Straße in der Nähe des Georg-Brauchle-Rings im Nordwesten der Stadt soll der Hallensport der SV Stadtwerke teilweise in der Nähe der Stadtwerke-Zentrale verlegt werden. Für Ramersdorfer Mitglieder wäre das ein weiter Weg zum Sport. Ein anderer Teil soll am Beruflichen Schulzentrum an der Balanstraße eine neue Heimat finden. „Zudem sind ab 2022 ergänzende Anmietungen am Standort Sporthalle Siedlung Perlacher Forst denkbar“, so die SWM.

pg

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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