Sportanlage an der Lauensteinstraße in Gefahr

Sanierung zu teuer?

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Zum Überleben braucht der SV Stadtwerke Fußballplatz und Halle.

Über der Sportanlage an der Lauensteinstraße schwebt das Damoklesschwert. Die Stadtwerke haben die Bauarbeiten am Kunstrasenfeld eingestellt, als festgestellt wurde, dass das Dach der Sporthalle marode ist und erneuert werden muss. Beides zusammen ist den Stadtwerken offenbar zu teuer.

„Die Angst steht im Raum“, sagt Reinhold Behringer, Präsident des SV Stadtwerke München. Ohne bespielbaren Fußballplatz und ohne nutzbare Halle würde der 88 Jahre alte Verein mit seinen 1500 Mitgliedern zugrunde gehen. Und zumindest beim Fußballfeld ist Eile geboten. In spätestens vier Wochen braucht der Vorstand eine verbindliche Zusage für die Fertigstellung des Platzes. „Sonst muss ich den Spielern fairerweise sagen, sie sollen zu einem anderen Verein gehen.“ Im Juni ist nämlich Wechselzeit bei den Amateuren.

Irgendwie steckte von Anfang an der Wurm in den Umbauarbeiten fürs Sportgelände an der Lauensteinstraße. Eigentlich sollte es schon viel früher mit dem Bau des neuen Kunstrasenfelds losgehen, aber die Entsorgung des kontaminierten Bodens verzögerte die Arbeiten. Das stärker belastbare Kunstrasenfeld ersetzt zwei „rote“ Hartplätze. Sie kamen recht schnell weg; Ende Februar fanden zudem die notwendigen Baumfällungen statt. Beim Ersatz würden jetzt eigentlich nur noch die Drainage und der Kunststoff obendrauf fehlen. 

Die Bauarbeiten waren jedoch gestoppt worden, als die Stadtwerke das marode Hallendach entdeckten. Laut Behringer entspricht die Traglast des Hallendachs nicht den Vorschriften. Bei Schneefall müsste die Halle immer wieder gesperrt werden. 

„Die Bausubstanz der Anlage und Gebäude an der Lauensteinstraße stellt sich deutlich schlechter als erwartet dar“, erläutert SWM-Pressereferentin Bettina Hess. Man prüfe daher vor weiteren Baumaßnahmen, welche Möglichkeiten für die Entwicklung und zukünftige Nutzung der Anlage beständen. 

Mit einem einzigen Rasenplatz, der noch dazu bei Regen gesperrt werden muss, sind jedoch die Spiele der 16 Stadtwerke-Fußballmannschaften nicht zu bewältigen. „Sieben Punktspiele an Wochenende auf einem Rasenplatz – den kann man danach umackern.“ 

Zudem braucht der Verein seine Halle. „Die ist zu 100 Prozent ausgelastet“, so Behringer. Neben den Judokas sind die Abteilungen Tischtennis, Gymnastik, Faust- und Volleyball in der Halle, im Winter auch die Fußballer. Daneben sind die Europäische Schule und der TSV 1860 als Untermieter drin. 

Die Stadtwerke würden gegenüber dem Verein beteuern, dass man die Sportanlage erhalten wolle, erzählt Behringer. Der Präsident hat aber auch gehört, dass beide Maßnahmen, der neue Kunstrasenplatz und das Hallendach, dem Unternehmen zu teuer sind. Eigentlich hätte sich der französische Eisenbahnkonzern Veolia an den Kosten für die Neugestaltung des Sportgeländes beteiligen sollen. Der Konzern wollte auf dem Areal der Trambahn-Hauptwerkstätte direkt nebenan für seine Tochter, die Bayerische Oberlandbahn (BOB), einen Betriebshof bauen, für den ein Teil des Sportgeländes benötigt worden wäre. Nach dem überraschenden Ausstieg der Veolia aus dem Projekt sind die Stadtwerke nun auf den Kosten sitzen geblieben. 

Die CSU-Stadträte Manuel Pretzl, Josef Schmid und Beatrix Burkhardt teilen die Angst des Vereins, dass es ihn bald nicht mehr geben könne, wenn nichts unternommen werde. Sie haben sich deshalb offiziell nach dem Sachstand zur Lauensteinstraße erkundigt.

Das städtische Sportamt erklärt auf HALLO-Anfrage, dass bislang weder die Stadtratsanfrage bei ihnen zur Stellungnahme eingegangen sei, noch gebe es Gespräche mit den Stadtwerken bezüglich einer Kostenbeteiligung bzw. Bezuschussung der Umbau- und Sanierungsarbeiten. Carmen Ick-Dietl

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