Ausbau nur mit den Bürgern

SPD/Volt zum Bau der Daglfinger und Truderinger Kurve

(V.l.:)Die Anwohner Stephan Rehme, Peter Grotz und Thomas Ehlert mit SPD-Stadtrat Andreas Schuster.
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(V.l.:)Die Anwohner Stephan Rehme, Peter Grotz und Thomas Ehlert mit SPD-Stadtrat Andreas Schuster.

Die Bahn möchte den Güterschienenverkehr ausbauen. Dafür sollen Schienen durch den Münchner Osten gezogen werden (HALLO berichtete). Direkt an Grundstücken und Häusern in Trudering und Berg am Laim.

Berg am Laim – Seit März ist es in Deutschland still geworden um sämtliche Themen ohne das Virus zu nennen, dessen Namen nicht wenige Leserinnen und Leser mittlerweile schon gar nicht mehr lesen wollen. So auch um das Ausbauprojekt der Deutschen Bahn (DB) im Münchner Osten. Denn in Riem befindet sich ein Rangierbahnhof für Güterzüge und der Verkehr soll dort ausgebaut werden (HALLO berichtete). Das Projekt mit dem Namen „Daglfinger und Truderinger Kurve“ stößt jedoch auf viel Kritik. Schon jetzt gehen Schienen relativ dicht an den Wohnhäusern an der Thomas-Hauser-Straße vorbei. Und wenn es nach den ursprünglichen Planungen der Bahn, die jetzt als Variante A0 bezeichnet wird, werden Anwohner und Gleise noch weiter zusammenrücken.

Bei der ersten Variante A0, in Auftrag gegeben durch das Bundeministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur, sollen die bestehenden Gleise zweigleisig ausgebaut werden. Doch die Lärmbelastung und die Erschütterungen im Boden sind bereits jetzt, mit nur einem Gleis, nicht unerheblich. Im Rahmen einer Bürgerversammlung äußerten die Anwohner den Vorschlag, die Gleise auf der Strecke Daglfing nach Trudering nach Westen zu verschieben. Das gleiche sieht der zweite Bürgervorschlag vor, bei dem ein Teil der Gleise außerdem nördlich anstatt am südlichen Rand der bestehenden Gleise gelegt werden soll. Diesen Sommer wollte die DB eigentlich erneut über den Stand des Projektes berichten. Doch wegen Corona fielen die Informationsveranstaltungen aus.

Die Stadtratspartei SPD/Volt mahnt an, dass in Freilassing hingegen Informationsveranstaltungen stattgefunden hätten, während die Müncher Anwohner keine weiteren Infos erhielten. „Nicht einmal das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hat aussagekräftige Unterlagen bisher schriftlich erhalten“, heißt es in der Pressemitteilung der Parteien zum Thema. Dort erklärt auch der Anwohner Peter Grotz, was ihn an der mangelenden Kommunikation zwischen Bürgern, Bahn und Stadt stört: „Unsere Vorzugsvariante verlagert den Schienenverkehr weg von den Häusern der Anwohnenden über den Parkplatz der Kfz-Verwahrstelle. Es kann nicht sein, dass der Zwangsparkplatz für Verkehrssünder in seiner Erhaltung höher als die Gesundheit und die Wohnqualität der Anwohner gewertet wird. Selbst wenn es ein paar Euro mehr kosten sollte.“

Die SPD/Volt-Fraktion fordert die DB deshalb nun dazu auf, die Müncher Bürgerinnen und Bürger stärker in ihre Planungen einzubeziehen. Der stellvertretende verkehrspolitische Sprecher der Partei im Stadtrat, Andreas Schuster, appelliert, dass es keine Sparvariante auf Kosten der Gesundheit der Anwohner geben dürfe.

Pia Getzin

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