Wohnen auf zwölf Etagen

Siemens-Parkplatz am Otto-Hahn-Ring in Neuperlach

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Der Parkplatz Siemens Nord weckt städtebauliche Begehrlichkeiten. Dort könnte ein neues Stadtquartier mit 750 Wohnungen entstehen.

Hochhäuser mit zehn bis zwölf Geschossen, 750 Wohnungen: Entsteht in Neuperlach ein neues Wohnquartier, ohne dass es jemand mitbekommt? Ja befürchtet der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach und fordert eine „ordentliche“ Bürgerbeteiligung.

Beunruhigende Neuigkeiten hatte Wolfgang Thalmeir, Vorsitzender des BA-Unterausschusses Bauvorhaben, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung (CSU), für seine Kollegen: Im Bereich des Otto-Hahn-Rings und der Carl-Wery-Straße plant die Stadt einen neuen Bebauungsplan. Und der hat es in sich. Rund 750 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen, in Häusern die zwischen zehn und zwölf Stockwerke hoch sind.

Und das an Bezirksausschuss und Bürgern vorbei, wie Thalmeir befürchtet. Denn nach seinen Informationen will der Münchner Stadtrat bereits am 4. Dezember über das Vorhaben entscheiden. Einen fast fertigen Eckdatenbeschluss gebe es bereits und das Planungsreferat betreibe die Planungen mit einer Dynamik, die man von der Behörde sonst nicht kennen würde.

Was Thalmeier zudem vermisst, sind Informationen zur Infrastruktur im neuen Quartier. Aussagen über Einkaufsmöglichkeiten gebe es nicht. Und was die Schulen angehe, sieht der CSU-Politiker eher befremdliche Einschätzung des Planungsreferats. Demnach seien sowohl Kafka- wie Gänselieselschule noch aufnahmefähig, könnten die zusätzlichen Schüler also aufnehmen. Ein neue Schule ei somit nicht erforderlich. eine Einschätzung, die der Kenntnis des Bezirksausschusses über die tatsächliche Situation an den beiden Einrichten deutlich zuwiderläuft.

Der Bezirksausschuss will dies deshalb so nicht hinnehmen. einstimmig forderte das Gremium, eine „ordentliche Bürgerbeteilgung“ durchzuführen. Eine einfache Beteiligung der Bevölkerung im Rahmen der Bauleitplanung reiche nicht aus, betonte Thalmeir, auch wenn die Nachbarn in den Einfamilienhäuser durch einen zwei Meter hohen Wall von der Neubebauung „abgeschirmt“ werden sollten. Und so lange diese Bürgerbeteiligung nicht durchgeführt worden ist, soll das Verfahren ruhen. Der Stadtrat soll das Thema bis dahin von der Tagesordnung streichen, fordert das „Stadtteilparlament“.

Für das Areal gibt es aktuell aber noch Überlegungen von anderer Seite. Unter dem Motto „Wohnungen bauen und Grün schützen – wie geht das?“ haben die von der grün-rosa Fraktion beauftragten Architekturbüros Grassinger Emrich und delaossa Planungsüberlegungen zur Neustrukturierung des Siemens-Parkplatz-Nord in Neuperlach vorgestellt. Der Parkplatz nehme ein Areal von 4,6 Hektar ein, das fast vollständig versiegelt sei. Für eine reine Parkplatznutzung sei diese mit U-/S-Bahn und zahlreichen Bussen bestens erschlossene Fläche mit einer Größenordnung von fast acht Fußballfeldern „zu schade“, finden die Grünen um ihren Stadtrat Herbert Danner in einem Antrag an den Münchner Stadtrat. Bei einer Verlegung des Parkens unter die Erde könnte hier ein Wohngebiet für rund 1200 Menschen entstehen, Gewerbe mit 600 Arbeitsplätzen, sowie 1100 Parkplätze, wenn gewünscht. Andere Mobilitätskonzepte und Mobilitäts-Stationen sollten hier jedoch vorrangig bedacht werden. Auch ein voraussichtlich neuer Bedarf an sozialer Infrastruktur sei zu prüfen und in den weiteren Planungen zu berücksichtigen.

Deshalb solle die Landeshauptstadt München Gespräche mit den Eigentümern der Flächen des Siemens Parkplatz Nord in Neuperlach mit dem Ansinnen aufnehmen, die Fläche effizienter und vielfältiger zu nutzen. Dabei sollten die Planungsüberlegungen der Architekturbüros Grassinger Emrich und delaossa Architekten als Anregung gleich mit einbezogen werden. Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sei frühzeitig in etwaige Planüberlegungen mit einzubinden, ebenso die örtliche Bevölkerung im Rahmen von Informations- und Beteiligungsveranstaltungen, fordern die Grünen.

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