Neubaugebiet Piederstorfer

Viel Beton mit grünem Freiraum

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So soll das neue Wohngebiet mit Promenade, Geschäften und Wohnungen einmal aussehen.

NEUPERLACH Etwa 2020 sollen die ersten Bewohner in das Neubaugebiet Piederstorfer - das einstige Kiesgrubenareal - ziehen können.

Aus dem unattraktiven Kies- und Betonwerk-Gelände zwischen Friedrich-Creuzer-Straße, Alexisweg, Karl-Marx-Bogen, Niederalmstraße und Stemplingeranger soll bis dahin ein attraktives Wohnquartier für gut 3000 Menschen werden. Wie es in etwa aussehen wird, zeigt der Gewinner des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs von Riegler Riewe Architekten aus Graz mit der Berliner Stadtplanung „yellow z“ und dem Landschaftsarchitekturbüro Diekmann aus Hannover. Zentrales Element ist eine Parkanlage, die das Grün des angrenzenden Truderinger/Perlacher Walds ins Neubaugebiet hineinzieht. Ein grüner Freiraum, der später nicht nur den Neubürgern, sondern den bereits vorhandenen Anliegern zur Verfügung stehen soll. Am Park entlang führt eine Promenade, ausgebildet als repräsentative Allee. Noch offen ist die Nutzung: Geschäfte oder Wohnungen.

Kommen in Blockbauten unter, deren Höhe von zum Teil acht Geschossen Richtung Trudering auf zwei bis drei Geschosse abnimmt. „Die richtige Körnung zwischen Blöcken und Kleinhausstruktur zu finden, war eine komplexe Aufgabe“, erklärt Jury-Chef Professor Franz Pesch.

Direkt am Karl-Marx-Ring schließt die Bebauung recht massiv mit zwei großen Riegeln ab. Am freigehaltenen Frischluft-Korridor im Süden steht eines der beiden jeweils 15-geschossigen Hochhäuser, der andere Hochpunkt liegt am neuen Park.

Richtig schwierig war die Aufgabenstellung beim Thema Verkehr. Das Gebiet sollte erschlossen werden, ohne Abkürzungsverkehr anzulocken und die Nachbarn zu belasten, aber dennoch mit einem Anschluss ans MVG-Busnetz. So ganz zufrieden war die Jury mit den Vorschlägen auch beim Gewinner nicht. Es müsse unbedingt vermieden werden, dass durch den Anschluss am Karl-Marx-Ring mehr Verkehr ins Wohngebiet fließe, heißt es in der Stellungnahme.

Weil der Wettbewerb „umfangreich und mit vielen Bedingungen“ versehen war, wurden am ursprünglich geplanten Ende drei in etwa gleichwertige Arbeiten zur Überarbeitung empfohlen. „Es waren drei gute Vorschläge, aber nicht optimal“, erläutert Projektleiter Ralf Büschl von der gleichnamigen Unternehmensgruppe. Erst im Juli wurde nach einer weiteren Sitzung von einem Auswahlgremium der Sieger gekürt.

Rechtskraft

Der Entwurf des Wettbewerbsgewinners soll nun in einen Bebauungsplan für das knapp 13 Hektar große Gelände umgesetzt werden. Zwei bis drei Jahre werde es schon noch dauern, bis der Rechtskraft besitze, danach wolle man aber sofort mit dem ersten Bauabschnitt starten, so Büschl. Insgesamt plant er etwa vier Bauabschnitte. Mit einer Fertigstellung ist etwa im Jahr 2020 zu rechnen.

Carmen Ick-Dietl

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