Antwort der Stadt zum Lärmschutz

Schallschutzmauer um Schule am Strehleranger in Neuperlach  – Alles nur Theorie

Spielende Kinder Lärm unterliegt nicht Immissionsgrenzwerten
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Bei Lärm von Kindern und Einrichtungen, in denen Kinder untergebracht sind, gelten nicht die gängigen Immissionsgrenzwerte (Symbolbild).

Die Planungen für die neue Grundschule am Strehleranger in Neuperlach sind in vollem Gange. Zuletzt machte ein Gutachten dazu Schlagzeilen, denn es beinhaltete eine 28 Meter hohe Schallschutzmauer. Doch die sei nur Theorie, sagt die Stadt.

Schule oder Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses? Im Fall der Grundschule am Strehleranger hätte man diese Frage vielleicht nicht so einfach beantworten können. Zumindest wenn der Bau so umgesetzt worden wäre, wie nach dem Gutachten zum Lärmschutz. In diesem Stand nämlich eine Schallschutzmauer, die die Schule umschließen sollte: und zwar eine bis zu 28 Meter hohe Mauer.

Das war auch der Grund für die zahlreichen Anfragen und Anträge, sowohl seitens des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach als auch von Stadträten. So stellte auch Beatrix Burkhardt (CSU) im Juni eine Anfrage an die Stadt, was es mit der übergroßen Schallschutzmauer auf sich habe und ob sich durch die Mauer der Bau der Grundschule verschieben würde.

Das Referat für Bildung Sport gibt nun Entwarnung. Das Bauvorhaben verschiebe sich nicht. Außerdem sei keine Schallschutzwand an der Grundschule am Strehleranger geplant „und es wird keine Schallschutzwand errichtet“, heißt es in der Antwort des Referats an den Stadtrat. Denn: „Die entsprechende Passage des Schallimmissionsschutzgutachtens stellt keine notwendige Lärmschutzmaßnahme dar, sondern lediglich eine theoretische Annahme des Gutachters.“

Glück also für die Kinder, die zukünftig einmal in der Grundschule am Strehleranger lernen sollen und auch für die Anwohner, die keine überdimensionierte Wand vor Augen haben werden. Im Gutachten zum Schallschutz sei ohnehin vermerkt, dass die Geräuschimmisionen einer Schule „sozialadäquaten“ Ursprunges seien und somit nicht den Immissionsgrenzwerten unterliegen. Die Schallschutzmauer sei „eine theoretische Annahme des Gutachters“, die nur dann Anwendung finde, wenn die Geräusche der Schüler tatsächlich abgeschirmt werden müssten. So gesehen haben sich die Gutachter mit der Arbeit, die Ausmaße der Mauer zu berechnen, vergebens Mühe gemacht.

Bei den derzeitigen Planungen ist auch ohne die Schallschutzmauer eine möglichst geringe Lärmimmission vorgesehen, wie das Referat für Stadtplanung und Bauordnung hinzufügt. So sollen der Pausenhof und die Sportflächen auf dem Grünzug auf der Westseite entstehen und durch den Baukörper selbst von den restlichen Gebäuden abgeschirmt werden.

pg

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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