Noch sieben Jahre warten

Sanierung des maroden Eis- und Funsportzentrums München-Ost

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Eislauffreunde und Eissportler können das Eissportzentrum München-Ost derzeit nur eingeschränkt nutzen. Wegen eines technischen Defekts ist die 400-Meter-Bahn gesperrt. Nicht die erste Panne bei der in die Jahre gekommenen Sportanlage. Der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach fordert deshalb eine schnelle grundlegende Sanierung. Doch die könnte dauern.

Neuperlach – Mit Verspätung hat die diesjährige Eislaufsaison im Eis- und Funsportzentrum an der Staudingerstraße begonnen. Beim Eismachen trat Ammoniak aus einer beschädigten Leitung der 400-Meter-Bahn aus. Vorsichtshalber sperrte die Stadt daraufhin die gesamte Anlage. Zwar ist der Eislaufplatz mittlerweile wieder geöffnet, die 400-Meter-Bahn wird voraussichtlich aber erst am 1. Dezember eröffnet – sofern nicht erneut technische Probleme auftreten.

Für Eislauffreunde ein Ärgernis, für die Eissportvereine, die das Stadion nutzen, eine Katastrophe. Ihr Trainings- und Spielbetrieb kommt zum Erliegen. Ein Ausweichen auf andere Anlagen in München ist kaum möglich, der Bedarf in der Landeshauptstadt ist ohnehin nur zu 75 Prozent gedeckt. Bleiben also nur Alternativen im Umland wie das Eisstadion in Ottobrunn. Und deren Nutzung ist mit einem erheblichen Mehraufwand verbunden.

Für den Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach sind die ständigen technischen Probleme der 1981 erbauten Anlage unzumutbar. Fraktionsübergreifend forderten die Mitglieder auf der jüngsten Sitzung des Gremiums eine umfassende Sanierung der Sportanlage. Und das so schnell wie möglich.

Doch mit dieser Forderung steht das Stadtteilparlament in krassem Gegensatz zu den städtischen Planungen. Zwar sieht auch das Sportamt die Notwendigkeit einer Sanierung. Doch angesichts des Bedarfs an Eiszeiten ist nach Ansicht der Stadt ein Beginn der Arbeiten erst möglich, wenn weitere Kapazitäten geschaffen sind. Und dies ist erst der Fall, wenn die neue multifunktionale Sportarena im Olympia-

park fertig ist. Denn sie wird nicht nur Heimat für die FC Bayern München Basketballer, sondern auch zukünftige Spielstätte des Deutschen Eishockeymeisters Red Bull München. Daneben wird es drei weitere überdachte Eissportflächen für Trainingszwecke und für den nichtwettkampforientierten Breitensport geben. Rund 8000 Stunden darf die Stadt München die Eisflächen pro Saison dann vertraglich nutzen. Die Eröffnung des „SAP Garden“, wie das neue Stadion offiziell heißt, ist für die Saison 2021/22 geplant.

Unmittelbare Auswirkungen auf das Eis- und Funsportzentrum Ost hat dies aber nicht. Denn der aktuelle Zeitplan der Stadt sieht vor, zunächst die Eisstadien im Olympiapark und im Westpark zu sanieren. Erst danach soll das Eissportzentrum Ost an der Reihe sein. Nach den derzeitigen Planungen würden die Arbeiten 2027/2028 beginnen.

Für den Bezirksausschuss ist dieser Zeitplan allerdings nicht zumutbar. Das Gremium forderte die Stadt auf, umzuplanen. Demnach soll mit der Sanierung bereits im kommenden Jahr begonnen werden. Beim notwendigen Umbau der Technik im Eisstadion soll ökologische und energieeffiziente Kältetechnologie zum Einsatz kommen. Gleichzeitig soll, um die Energiebilanz im Gesamtverbrauch zu senken, eine Überdachung in Erwägung gezogen werden. Um dennoch Eislauf im Freien zu ermöglichen, solle die Stadt eine schließbare Dachkonstruktion in ihre Planungen mit einbeziehen. Und für das Eishockeyfeld fordert der BA eine Anzeigentafel und eine Uhr, um den Spielbetrieb für Eishockevereine wieder möglich zu machen.

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Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Stadtteilübersicht.

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