OB gibt Versprechen ab

Ramersdorfer Kustermannpark wird nicht bebaut

Der Ramersdorfer Kustermannpark wird nicht bebaut. Dies hat Oberbürgermeister Dieter Reiter jetzt den Anwohnern schriftlich versichert.
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Der Ramersdorfer Kustermannpark wird nicht bebaut. Dies hat Oberbürgermeister Dieter Reiter jetzt den Anwohnern schriftlich versichert.

Der Kustermannpark in Ramersdorf bleibt „in Gänze“ erhalten. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat dies besorgten Anwohnern jetzt schriftlich gegeben. Die Nachverdichtungspläne der „Bayerischen Hausbau“ sind damit gescheitert.

„Es ist nicht beabsichtigt, einen neuen Bebauungsplan für eine Bebauung im Kustermannpark aufzustellen“, versichert der Oberbürgermeister. Das wäre die Voraussetzung für die Baupläne gewesen. Der Park zwischen Rosenheimer- und St.-Cajetan-Straße gehört den privaten Wohnungseigentümern der angrenzenden Hochhäuser. Im Grundbuch gibt es jedoch ein Vorkaufsrecht für den Bauträger „Bayerische Hausbau“. Vorausgesetzt, die Stadt schafft mit einem neuen Bebauungsplan Wohnrecht für den Kustermannpark.

Während einige Eigentümer wohl durchaus zu einem lukrativen Deal bereit gewesen wären, kämpften andere vehement um den Erhalt ihres Erholungsraums vor der Haustür. Unterstützung bekamen sie dabei vom Bezirks- ausschuss Ramersdorf-Perlach, den Stadtrats-Grünen sowie dem Bund Naturschutz, die sich alle gegen ein Bauprojekt an dieser Stelle aussprachen. Auch die Stadt wolle den Kustermannpark als Park für alle erhalten, schreibt nun Reiter. „Dieser wichtige Freiraum für Ramersdorf, aber auch für Haidhausen, soll weiterhin in Gänze für die Bevölkerung als Erholungsort bestehen bleiben.“

Die Idee der „Bayerischen Hausbau“ hier rund 250 Wohnungen zu errichten, war nur durch Zufall publik geworden (HALLO berichtete). Aufmerksame Anwohner hatten im Herbst beobachtet, wie die Bäume vermessen wurden. Nachdem die Eigentümergemeinschaft keinen Auftrag dazu gegeben hatte, stellte sich die Frage, was der Hintergrund für diese Kartierungen sein könnte.

Obwohl die „Hausbau“ stets versicherte, dass es noch keine konkreten Pläne für eine Bebauung gebe, hat das Unternehmen laut OB Reiter im Planungsreferat eine entsprechende städtebauliche Vorstudie vorgestellt, die eine Bebauung entlang der Rosenheimer Straße vorsah. In der eigens einberufenen Eigentümerversammlung Anfang April erfuhren auch die Ramersdorfer davon. Danach hätten durch die Neubauten zu den etwa 285 Bewohnern im Bestand rund 565 neue Bewohner hinzukommen können. Dafür wäre der Kustermannpark von derzeit 27.500 Quadratmetern um rund 10.000 Quadratmeter geschrumpft. Die „Hausbau“ buhlte bei den Eigentümern unter anderem mit Lärmschutz und einer Beteiligung an notwendigen Sanierungsarbeiten für die vorhandenen Häuser sowie einer Wertsteigerung beim Verkauf der Wohnungen um Zustimmung.

Aufgrund seiner Bedeutung sei eine Bebauung des Kustermannparks nicht vorstellbar, macht Oberbürgermeister Dieter Reiter jetzt deutlich. „Gerade in dem dicht bebauten Viertel an der vielbefahrenen Rosenheimer Straße hat der Kustermannpark eine zentrale Erholungsfunktion mit einem überaus vielfältigen Angebot für alle Alters- und Nutzergruppen.“ Der Park sei zudem ein eingetragenes Biotop und diene dem Artenschutz. „Ein derartiger Eingriff in den wertvollen Baumbestand wäre ebenfalls nicht zu rechtfertigen gewesen.“

Die Anwohner, die sich für den Gesamterhalt des Kustermannparks eingesetzt hatten, reagierten mit einem riesigen Jubelschrei auf die Nachricht des Oberbürgermeisters. 

Carmen Ick-Dietl

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