Doch kein zusätzlicher Wohnraum?

Bau von Werkswohnungen der Stadtwerke München unsicher

Es muss nicht immer ein Neubau sein: Die Werkswohnungen der Stadtwerke München an der Einstein- und Seeriederstraße sind in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht.
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Es muss nicht immer ein Neubau sein: Die Werkswohnungen der Stadtwerke München an der Einstein- und Seeriederstraße sind in einem denkmalgeschützten Gebäude untergebracht.

In Zeiten der Wohnungsnot in Großsstädten wie der bayerischen Landeshaupstadt München sehen viele Werkswohnungen als ideale Lösung. In Ramersdorf-Perlach sollten solche von den Stadtwerken gebaut werden. Doch daraus wird vielleicht nichts.

Ramersdorf-Perlach – In keiner anderen Großstadt der Bundesrepublik Deutschland sind die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen und Häuser höher als in München. Die Folgen davon sind längst sichtbar: Betreuungspersonal für Kindertagessstätten und Pfleger in den Krankenhäusern können sich das Wohnen in der Stadt nicht mehr leisten. Eine Lösung für diese Not sind Werkswohnungen, bei denen die Betriebe eigenen Wohnraum für ihre Mitarbeiter zu einem Preis, den sie von ihrem Lohn auch bezahlen können, zur Verfügung stellen. Auch die Stadtwerke München (SWM) besitzen Werkswohnungen – vor allem im Bereich der Altstadt und im westlichen Teil Münchens.

Derzeit haben die SWM jedoch im Münchner Osten, vornehmlich dem 16. Stadtbezirk der bayerischen Landeshauptstadt, weitreichenede Ausbaupläne für Einrichtungen des öffentliche Nahverkehrs. So soll ein Trambetriebshof in Ramersdorf, ein U-Bahnbetriebshof in Neuperlach Süd und, derzeit nur als Erwägung und gegen den Widerstand der Anwohner und des Bezirksausschusses (BA), ein Busdepot gebaut werden (HALLO berichtete). Nach derzeitigem Stand halten die SWM an den Plänen für die Einrichtungen fest, denn der öffentliche Nahverkehr in München soll langfristig immer noch ausgebaut werden. Die dazugehörigen Werkswohnungen stehen wohl aber auf der Kippe, wie die SWM in einer Stellungsnahme an den BA jüngst erklärten.

Für den Standort der geplanten Werkswohnungen beim zukünftigen Tram-Betriebshof an der Lauensteinstraße in Ramersdorf bekräftigen die SWM zwar die Absicht, diese zu bauen, „allerdings vom Referat für Stadtplanung und Bauordnung abgelehnt, da sich dort gemäß geltendem Flächennutzungsplan ein übergeordneter Grünzug befindet.“ Inwiefern sich also Wohnungen für das Personal des Tram-Betriebshofs in der Nähe der Arbeitsstelle realisieren lassen, ist zurzeit unklar.

Beim künftigen U-Bahn-Betriebshof an der Arnold-Sommerfeld-Straße in Neuperlach lassen die Stadwerke nach eigener Aussage prüfen, ob Büroflächen und Dienstwohnungen dort ebenfalls unterkommen können. Im Planungsprozess hätten sich die Dienstwohnungen allerdings „als vermehrt nachteilig“ dargestellt. Auch der Bedarf am Standort sei fragwürdig. „Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation resultierend aus der Corona-Krise wird das Vorhaben aktuell sehr kritisch auf den Prüfstand gestellt. Bei nachteiliger Aufwand-Nutzen- Relation muss von einer Realisierung abgesehen werden“, teilten die SWM mit.

Pia Getzin

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