Wie bei Alfred Hitchcock

Probleme mit Krähen in Ramersdorf-Perlach – Bezirksausschuss diskutiert Bejagung

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Größere Ansammlungen von Krähen bereiten manchen Anwohnern in Ramersdorf-Perlach Sorgen (Symbolbild).

Am Karl-Preis-Platz gäbe es eine übermäßige Krähenpopulation, sagt die SPD im Bezirksausschuss. Darüber, wie man dieser begegnen soll, scheiden sich die Geister.

Ramersdorf  – Krähen krächzen, wühlen im Müll und sind vielen Menschen ein bisschen ungeheuer. In Ramerdorf-Perlach und besonders im Umkreis des Karl-Preis-Platzes sollen sie ihr Unwesen treiben und sogar schon Passanten angefallen haben. Ein Mann sei dort von Krähen schon der Kopf blutig gehackt worden und auch Kinder seien angegriffen worden, erzählt Caroline Palminha (SPD) dem Bezirksausschuss. Nicht nur in München gibt es immer wieder Berichte von solchen Vorfällen, die stark an den Kult-Horrorfilm „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock aus dem Jahr 1963 erinnern. Deshalb reichte sie zusammen mit SPD-Fraktionssprecherin Astrid Schweitzer einen Antrag zur Vertreibung der Krähen ein. Konkret schlugen die Antragstellerinnen vor, den Einsatz von Greifvögeln am Karl-Preis-Platz überprüfen zu lassen.

Christian Smolka, Vorsitzender der Grünen im BA 16, warf ein, dass es zu dieser Anfrage bereits in einem anderen Bezirksausschuss gegeben habe und die Antwort negativ ausgefallen sei. Ursache für das vermehrte Vorkommen von Krähen sei außerdem der Müll, der von Passanten am Karl-Preis-Platz hinterlassen werde.

Simon Soukup, CSU-Fraktionssprecher, sprach sich für eine mildere Lösung als die Bekämpfung mit Greifvögeln aus: „Man könnte zum Beispiel die Eier aus den Nestern entnehmen“. Smolka schlug krähensichere Mülleimer vor, um es den Krähen ungemütlicher zu machen. Schließlich stellte er auch die Frage, ob 20 bis 30 Krähen überhaupt eine übermäßige Population darstellen würden. Alfred Vogel (CSU) machte den, nicht ganz ernsten, Vorschlag, man könne den wohl den von Krähen beliebten Müll mit Antibabypillen spicken, um die Ausbreitung der Tiere einzudämmen.

Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) weist auf seiner Homepage darauf hin, dass die Populationen im Winter nicht dem örtlichen Bestand entsprechen: „Viele Rabenvogelarten bilden vom Herbst bis ins Frühjahr Massenschlafplätze, an denen sich viele Individuen aus einem großen Einzugsgebiet treffen. Gemeinsames Übernachten hat nämlich Vorteile: Die Vögel sind sicherer, sie erfahren gute Nahrungsplätze und können Partner finden. Auf keinen Fall entsprechen die hohen Zahlen am Schlafplatz dem örtlichen Bestand“. Der Bestand der Rabenvögel würde sich, entgegen der Wahrnehmung vieler Menschen, nicht ausbreiten, heißt es außerdem in einem Hintergrundblatt des NABU. Das bestätigt auch der Landesbund für Naturschutz (LBV) in seinem Ratgeber zu Rabenvögeln. Darin weist er auch darauf hin, dass Angriffe durch Krähenvögel sehr selten sind und nur vorkommen, wenn die Tiere in der Brutzeit sind.Die Tiere seien geschützt und dürften nur in seltenen Fällen getötet werden.

Initiatorin Astrid Schweitzer schloss aus der Diskussion, den Einsatz von Greifvögeln durch „geeignete Maßnahmen“ zu ersetzen. Caroline Palminha fügte noch hinzu, dass in den Mieterzeitschriften in der Umgebung daraufhingewiesen werden solle, dass sich die Krähen durch liegengelassenen Müll angezogen fühlen könnten. 

pg


Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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